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Gewerbegebiet in Damm Kommunikation zur Politiker-Information

Mit den Antworten zu 
einer Anfrage brachte der Gemeindevorstand die Gemeindevertreter Lohras auf den aktuellen Stand der Überlegungen zum Gewerbegebiet in Damm.

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Um diese neue Produktionshalle sowie entstehende Parkplätze besser anzubinden, will das Unternehmen die Teamstraße und die daneben liegende Bahntrasse von der Gemeinde kaufen.


Quelle: Gianfranco Fain

Rollshausen. Lohras Gemeindevertreter fühlen sich nicht ausreichend informiert. Stein des Anstoßes sind Gerüchte über einen Verkauf der Teamstraße und der angrenzenden ehemaligen Bahntrasse an die Firma Lather Kommunikation in Damm.

Die Gemeindevertreter hätten davon relativ spät etwas mitbekommen, monierte zum Beispiel Kathrin Neuser von der BfB während der Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend. Nicht nur sie hielt es für angebracht, „etwas früher“ informiert zu werden. Um auf den aktuellen Stand gebracht zu werden, stellten die vier Fraktionen des Gemeindeparlaments eine Anfrage an den Gemeindevorstand, die der parteilose Bürgermeister Georg Gaul als Sprecher des Organs beantwortete.

Laut Gaul gibt es einen Vorvertrag mit dem Unternehmen. Dieser wird als Kaufvertrag gültig, wenn die Gemeindevertretung über eine Änderung der Bauleitplanung dem Projekt zustimmt. Davor würde auch der Ortsbeirat an das Verfahren zur Änderung der Bauleitplanung beteiligt, bisher sei nur der Ortslandwirt involviert.

Gaul bleibt (nur) eine Antwort schuldig

Dieses Vorgehen sei durch die Hauptsatzung gedeckt, da der Preis des Grundstückes weniger als 10.000 Euro beträgt und der Verkauf somit in die Zuständigkeit des Gemeindevorstand falle. Als Alternative für die Werks­zufahrt wurde eine Verlängerung der Ringstraße geprüft, die Idee aber wieder verworfen.

Für den beabsichtigten Radweg, der über die ehemalige Bahntrasse führen sollte, gebe es Alternativen sagte Gaul, der nur eine Antwort des Gemeindevorstands schuldig blieb, weil über den Zweck der möglichen Betriebserweiterung die Firma Lather die Gemeindevertreter informieren werde. Das tat Peter Lather bei einem nicht öffentlichen Termin am Samstag. Nach Informationen der OP stellte der Firmeninhaber bei dieser Gelegenheit den Gemeindevertretern nicht nur die Pläne, sondern auch das ­Unternehmen vor.

Schon im September führte Lather Landrätin Kirsten Fründt durch die Betriebsräume (die OP berichtete), zeigte die Produktionsstätten, in denen rund 50 Mitarbeiter vorwiegend Spezialverpackungen für die Industrie fertigen. Auf dem Gelände­ erfolgten da schon die ersten Arbeiten für den Bau einer neuen Lager- und Versandhalle. Diese ermöglicht in den bisherigen Gebäuden neue Produktionskapazitäten, macht aber auch eine bessere Zufahrt und neue Parkplätze erforderlich. Die Mitarbeiter und Auszubildenden des zweitgrößten Betriebes in Lohra kommen aus der eigenen und den umliegenden Gemeinden.

Gaul erklärte am Donnerstagabend noch, dass das Unternehmen die 50 Arbeitsplätze in Damm innerhalb von wenigen Jahren ermöglicht habe. Diesen Erfolg habe wohl niemand bedacht, als die Entscheidung für das Gewerbegebiet fiel. Dies sei Grund genug für den Gemeindevorstand, um aktiv zu werden.

Schwald: Müssen mehrere Interessen in Einklang bringen

Das Gewerbegebiet sei zwar erschaffen, aber nie gebaut worden. Man habe die Gebäude einfach „ins Feld errichtet“, kritisierte Harald Platt. Zudem, so der Christdemokrat, geschehe der Feldwegeverkauf zum Nachteil der Landwirte.

Die Anfrage diene dazu, „die Sache wieder ins Parlament zu bringen“, erklärte SPD-Fraktionschef Kurt Schwald, aber „es ist nicht Sache der Gemeindevertretung, expandierenden Unternehmen im Wege zu stehen“. Es müssten die Interessen der Firma, der Anwohner und der Landwirte in Einklang gebracht werden.

Zur Interessenabwägung äußerte sich Werner Waßmuth ähnlich. Der CDU-Fraktionsvorsitzende erinnerte aber auch an eine „schwere Entscheidung“ für den Standort, an dem nun „die Konsequenzen da sind“. Er sehe die Umsetzung nicht „wie einige das derzeit denken“. Die CDU bevorzuge einen Weg, der nicht durch das Wohngebiet geht. „Der kostet mehr Geld, das ist klar“, sagte Waßmuth.

Unklar ist, wie es weitergeht. Senden die Fraktionen positive Signale, könnte die Bauleitplanung auf der Tagesordnung einer der nächsten Sitzungen erscheinen. Doch es gibt Widerstand im Ort.

Vier Dammer wenden sich in einem Schreiben an die Gemeindevertreter mit der Bitte, der Änderung des Bebauungsplanes nicht zuzustimmen. Ihre Gegenargumente sind: Nachteile für die Landwirte, mangelnde Beteiligung des Ortsbeirates, Torpedierung der Radwegeplanung des Landkreises, Verringerung des Abstands des Gewerbe- zum Wohngebiet und der Wunsch nach einer Zufahrt zum Gewerbegebiet, der nicht wie bisher durch den Ort führt.

von Gianfranco Fain

Die Firma Lather Kommunikation baut auf ihrem Gelände in Damm am Ende des linken Feldweges eine neue Produktionshalle. Foto: Gianfranco Fain
 
 
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