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Kommunen müssen Schritt halten

Tourismus Kommunen müssen Schritt halten

Die neuen Medienmachen vor der Tourismusbranche nicht Halt. Doch noch scheint die Branche mit den Möglichkeiten des Internets überfordert zu sein.

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Bad Endbachs Bürgermeister und Ausschuss-Vorsitzender Markus Schäfer (links) im Gespräch mit Timm Fuchs vom Städte- und Gemeindebund. Foto: Silke Pfeifer-Sternke

Wetzlar. „Wir müssen uns der Problematik stellen, sonst geht der Markt an uns vorbei“, erklärte Bad Endbachs Bürgermeister Markus Schäfer in seiner Funktion als Ausschuss-Vorsitzender. Er leitet den Ausschuss Wirtschaft, Tourismus und Verkehr des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, der diesmal in Wetzlar tagte Die Digitalisierung des Tourisnus-Marketings war eines der Themen, die die rund 20 Mitglieder erörterten.

Die Städte und Kommunen müssten sich den Anforderungen der Gäste stellen, die sich im Internet informieren, möglichst online buchen und die auch über besondere Angebote in der Region schon vor Beginn einer Reise Informationen finden wollen. Schäfer geht davon aus, dass die Internetseiten der Touristik-Städte modernisiert werden müssen. Auch eine Smartphone-Nutzung sei in der Vergangenheit vernachlässigt worden. Damit habe man sich nur am Rande befasst.

„Die neuen Medien revolutionieren die Tourismusbranche und stellen Kommunen und andere Touristik-Akteure vor die Herausforderung, mit diesem Tempo mitzuhalten. Erforderlich ist eine gezielte Strategie auf der Regional- beziehungsweise Landesebene, um Kommunen mit Informationsangeboten, Praxisbeispielen und Förderungen auf dem Weg in das digitale Zeitalter zu begleiten“, erklärte Schäfer. Nur so könne aus der digitalen Revolution eine Erfolgsgeschichte für den kommunalen Tourismus werden, ergänzte er.

Als positives Beispiel führte er den Lahntal-Tourismusverband an, der unter anderem Bad Laasphe, Biedenkopf und Marburg betreut. Er versuche, die Region zu vermarkten. Die angebundenen Kommunen müssten nun noch ihre Internetauftritte optimieren und mit dem des Lahntal-Tourismusverbandes vernetzen, sagte Schäfer.

Für Timm Fuchs vom Deutschen Städte- und Gemeindebund stellt sich die Frage: Wie muss ein erfolgreicher Internetauftritt aussehen? Das Einzelkämpfertum sei an dieser Stelle nicht der beste Weg. Der Tourist wolle sich über alle Angebote informieren. Aus seiner Sicht liegt die Lösung darin, dass die Kommunen gemeinsam an einem Strang ziehen. Er hält es für sinnvoll, „von denen zu lernen, die es gut machen“.

Auch wenn die klassische Website noch immer als Dreh- und Angelpunkt im Online-Geschäft gelte, 81 Prozent der Deutschen hätten die sozialen Medien zur Urlaubsinformation für sich genutzt. Die Kommunen müssten berücksichtigen, dass für eine steigende Anzahl von Urlaubern Foren, Blogs, Mikroblogs wie Twitter und ähnliche Angebote zunehmend zum Alltag ihrer Kommunikation gehören, erklärte Schäfer. Für ihn steht fest, dass die Kommunen den Sprung in die Digitalisierung des Tourismus nur schaffen, wenn Bund und Länder den Kommunen finanziell unter die Arme greifen. „In Bad Endbach könnte ich eine Stelle schaffen mit einer Person, die sich ausschließlich mit dem Internet und den sozialen Netzwerken befasst“, sagte er.

Auch das Thema Radwegenetz beschäftigte die Ausschuss-Mitglieder. Derzeit werde vermittelt, dass die Integration von Radfahrern auf der Straße die Sicherheit erhöht, auf den Bau von Radwegen solle eigentlich verzichtet werden.

Der Städte- und Gemeindebund plädiert allerdings dafür, dass die Kommunen vor Ort entscheiden, welche Lösung die bessere ist.

von Silke Pfeifer-Sternke

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