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Kokeln darf es, brennen aber nicht

Kohlemeiler Kokeln darf es, brennen aber nicht

Drei Wochen arbeitete die Köhlertruppe um Michael Blöcher an ihrem neuen Kohlemeiler am Sportplatz in Achenbach, bevor Forstamtsleiter Lars Wagner ihn am Wochenende anzünden durfte.

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Unter Anleitung von Michael Blöcher schiebt Forstamtsleiter Lars Wagner die brennende Stange in den Meiler, um dessen Inneres zu entzünden. Foto: Sascha Valentin

Quelle: Sascha Valentin

Achenbach. Zum Entzünden des Kohlemeilers schob Wagner eine lange Stange, deren vorderes Ende brannte, durch einen Schacht in die Meilerkuppel, um so das Holz in deren Inneren zu entzünden. Nachdem er die Stange versenkt hatte, hieß es erst einmal abwarten. Denn, ob die rund 25 Festmeter aufgeschichtetes Holz tatsächlich Feuer fingen, verriet erst einige Minuten später weißer Rauch, der aus dem Schornstein am oberen Ende der Kuppel aufstieg.

Köhler kontrollieren Meiler Tag und Nacht

Erst als sicher war, dass das Feuer im Inneren brannte, verschloss Blöcher den Schacht und den Schornstein. Damit das Feuer ausreichend Sauerstoff erhält und nur langsam brennt, bohrte er anschließend mit einer Stange einige Löcher in die Kuppel.

Bei dem Kohlemeiler kommt es nämlich darauf an, dass das Feuer im Inneren langsam vor sich hinkokelt, damit das aufgeschichtete Holz nicht verbrennt, ihm aber die Flüssigkeit entzogen wird. Zurück bleibt dann die gewünschte Holzkohle. Heute wird das Feuer im Meiler gelöscht. Danach muss er drei bis vier Wochen­ ­ruhen, damit die Kohle den richtigen Reifegrad erhält.

Erst dann kann die Kuppel geöffnet und die Kohle geerntet werden. Bis dahin wird der Meiler übrigens Tag und Nacht von den Köhlern kontrolliert, die dazu am Sportplatz ihr Lager aufgeschlagen haben. Denn es könne immer einmal vorkommen, dass ein Teil der Kuppel einstürzt und dann schnell eingegriffen werden muss, erklärte Blöcher. Die Arbeit der Köhler werde jedenfalls immer schwerer - vor allem, weil es immer weniger Helfer gibt. Deswegen mussten sie im vergangenen Jahr sogar pausieren. Auch diesmal seien neben ihm nur Carsten Blöcher und Thomas Müller fest im Team. Entsprechend viel Arbeit müsse jeder von ihnen leisten, so Michael Blöcher.

Für die Zukunft wünscht er sich deswegen wieder ein bisschen mehr Unterstützung, damit der alte Brauch des Meilerbaus in Achenbach noch lange fortgeführt werden kann.

von Sascha Valentin

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