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Knierim: "Ich spreche nur noch von Freunden"

Städtepartnerschaft Knierim: "Ich spreche nur noch von Freunden"

Zwei Tage lang haben sie gemeinsam gefeiert, die Gegend erkundet, Kultur erlebt und sich in vielerlei Hinsicht ausgetauscht.

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Die Bürgermeister Christian Gros (von links), Klaus-Dieter Knierim und Grzegor Kosowski reichen sich nach dem Eintrag ins Goldene Buch die Hände, um die Verbundenheit ihrer Städte zu demonstrieren. Foto: Björn-Uwe Klein

Gladenbach. Überaus gute Laune und Zufriedenheit waren den Bürgern aus Niemcza, Monteux und Gladenbach am Sonntagabend anzumerken. Ebenso auch eine große Portion Wehmut über das Ende eines wie im Fluge vergangenen gemeinsam verbrachten Wochenendes.

In einer Pressekonferenz zogen die Vertreter der drei Partnerstädte ein überaus positives Fazit. Besonders in einem Punkt waren sich alle einig: Dass der hohe Anteil junger Menschen, die nach Gladenbach gereist waren, ein gutes Zeichen für die Entwicklung der Städtepartnerschaften sei. 15 Kinder und Jugendliche waren aus Niemcza gekommen, 20 aus Monteux.

„Von den Jugendlichen hängt es ab“, sagte der Niemczaer Bürgermeister Grzegor Kosowski mit Blick auf die Zukunft der Städtepartnerschaften. Niemcza und Monteux sind übrigens nicht nur mit Gladenbach, sondern auch untereinander verschwistert. Ein Aspekt, den Gladenbachs Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim hervorhob. Die Beziehungen der Städte zueinander seien mittlerweile „trilateral“. Ein Thema, das die Beteiligten nicht ausklammerten, war die sprachliche Verständigung. Hier gebe es noch viel zu tun, war man sich grundsätzlich einig. Der Monteuxer Bürgermeister Christian Gros regte an, Sprachseminare anzubieten oder Jugendlichen „Sprachbäder“ in Gastfamilien zu ermöglichen.

Kosowski gab zu bedenken: „Wenn es um Sprachbarrieren geht: Das ist zwar eine wichtige Sache, aber nicht das Wichtigste.“ Eine Auffassung, die auch Michael Willms, Vorsitzender des Gladenbacher Partnerschaftsvereins teilte. So wichtig Sprache auch sei, eines habe man dennoch gemerkt: Dass sich gerade Kinder auch ohne Sprache bestens verstehen könnten. Dies sei besonders beim Ausflug an den Edersee deutlich geworden. Willms betonte, dass ein Besuch in einer Partnerstadt grundsätzlich nicht als Erholungsurlaub zu verstehen sei, sondern auch viel Arbeit bedeute - “gern und gut angelegte Arbeit.”

Die Städtepartnerschaften weiter zu vertiefen, ist das Ziel aller drei Kommunen. Das Wochenende habe dazu beigetragen, dass bestehende Freundschaften vertieft worden seien, sagte Knierim, der erklärte: „Ich spreche nicht mehr von Gästen, sondern nur noch von Freunden.“

„Es geht in eine super Richtung“, befand auch Mateusiak Tadeusz, Vorsitzender des Partnerschaftskomitee von Niemcza. Wie groß die Freude über eine lebendige Städtepartnerschaft in Niemcza ist, verdeutlichte Lukas Wolniak Dolmetscher der Niemczaer. Er ging auf den Beginn der Partnerschaft zwischen Gladenbach und Niemcza vor 15 Jahren ein. Damals sei es auf Niemczaer Seite schwer vorstellbar gewesen, dass eine Partnerschaft zwischen einer so wohlhabenden Stadt wie Gladenbach und einer vergleichsweise ärmlichen Stadt wie Niemcza überhaupt möglich sei. Doch es habe sich gezeigt, dass dies sehr wohl möglich sei und dass die Partnerschaft lebe.

von Björn-Uwe Klein

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