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Kneipier erhält Bewährung auf 4-monatige Haftstrafe

Urteil Kneipier erhält Bewährung auf 4-monatige Haftstrafe

Einsichtigkeit bewahrte einen 42-jährigen Hinterländer vor dem Gefängnis.

Biedenkopf. Als ehrlicher Finder stellte sich ein 42-jähriger Hinterländer in einer Verhandlung vor dem Amtsgericht Biedenkopf am Dienstag vor. So wollte er in den vergangenen drei Wochen vier Gegenstände gefunden und diese den Eigentümern zurückgegeben haben.

Ganz anders sah dies jedoch in einem speziellen Fall Rechtsreferendar Arnd Mengel von der Staatsanwaltschaft Marburg. Dieser warf dem Angeklagten vor, am 11. November 2009 vor der Sparkassenfiliale in Kirchhain einen Geldbeutel mit einem Betrag von 200 Euro gefunden und nicht zurückgegeben zu haben. Den Geldbeutel gab der Vermieter des Angeklagten nach erfolgter Wohnungsräumung bei der Polizei ab. Weiter habe der Angeklagte am 7. Dezember 2010 eine Frau vor einer Spielothek im Hinterland angesprochen, angespuckt und gedroht, sie umzubringen, wenn sie seinen Bruder nicht verlasse. Dabei habe er die Frau zu Boden geschubst und geäußert, diese abstechen zu wollen.

Gegenüber Richter Mirko Schulte bestritt der Angeklagte, den Geldbeutel gefunden zu haben. Ihm sei bis heute unverständlich, warum sein Vermieter eine Zwangsräumung seiner Wohnung beantragen konnte, während er in der Justizvollzugsanstalt saß. Vielleicht habe sein Vermieter bewusst den Geldbeutel in seine Wohnung gelegt und dann behauptet, diesen dort gefunden zu haben.

Zum zweiten Vorwurf behauptete der Angeklagte, Handlungsbedarf gesehen zu haben, damit sein verheirateter Bruder die seit Jahren bestehende Beziehung zu dieser Frau aufgibt. Dies sei sicher ehrenwert, bemerkte Schulte und fragte gleichzeitig den Angeklagten nach seiner Berechtigung dazu. Er habe verhindern wollen, dass die Familie seines Bruders zerbricht, antwortete dieser und behauptete, die Frau lediglich weggeschubst zu haben woraufhin diese sich fallen ließ. Auch habe er ihr nicht gedroht. Die Frage, ob er ein Messer mit sich geführt habe, verneinte der Angeklagte. Dies habe die Polizei beschlagnahmt, worauf ein Bußgeldbescheid an ihn ergangen sei.

Schulte hielt dem Angeklagten zugute, dass dieser sich einsichtig zeigte. Die Zeugenaussagen wertete er als glaubhaft. Im zweiten Fall habe der Angeklagte ein Teilgeständnis abgelegt. Er verurteilte den Angeklagten zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 4 Monaten, ausgesetzt zur Bewährung auf 30 Monate, zu 50 Stunden gemeinnütziger Arbeit und 10 Einheiten psychotherapeutischer Gespräche.

Der Angeklagte beantragte, die gemeinnützige Arbeit aufgrund seiner Arbeitsstelle und seiner Gaststätte in eine Geldbuße von 250 Euro umzuwandeln. Dem entsprach das Gericht.

von Helga Peter

Mehr lesen Sie am Donnerstag in der Hinterlandausgabe der OP und bereits am Mittwochabend auf Ihrem iPad.

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