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Kleines Paradies an der großen Bleiche

Garten- und Pflanzenmarkt Kleines Paradies an der großen Bleiche

Die Besucher kommen bei Wind und Wetter. Gleichwohl hofft Inge Behrens, dass während des gärtnerischen Großereignisses am 3. Mai über der Biedenkopfer Bleiche die Sonne strahlt.

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Inge Behrens in ihrem kleinen Paradies an der Lahn. Das recht große Gartengrundstück liegt direkt neben der großen Bleiche dem Veranstaltungsort des Garten- und Pflanzenmarktes.

Quelle: Hartmut Berge

Biedenkopf. Im April 2000 fasste die Biedenkopferin den Entschluss, in ihrer Heimatstadt einen Gartenmarkt zu organisieren. In einschlägigen Fachzeitschriften fand sie die Inspirationen dafür. Damals gab es schon eine Reihe von etablierten Veranstaltungen dieser Art. „Doch die waren weit entfernt, und die Eintrittspreise oft happig“, berichtet Inge Behrens rückblickend.

„Aussteller für den 1. Gartenmarkt gesucht“, lautete der Titel einer Annonce, mit der sie damals für ihre geplante Premieren-Veranstaltung warb. Nur ein Hobbygärtner meldete sich. Die Biedenkopferin ließ sich nicht entmutigen, schließlich war sie erfahren im Organisieren von Fahrten für die Gartenfreunde aus Biedenkopf und Umgebung. Mangels Computer nutzte sie Telefon, Fax und Gelbe Seiten. Am 17. September, dem Termin für den ersten Markt, hatte sie 18 Aussteller beisammen. „Manch einer von denen ist heute immer noch dabei“, freut sich die Initiatorin.

Platzangebot ausgereizt

Dank ihrer Leidenschaft und Energie und nicht zuletzt mithilfe von Familie und Freunden wurde der Markt zu einer Erfolgsgeschichte. 2001 organisierte sie gleich zwei Veranstaltungen für Hobbygärtner, eine im Mai und eine im September. Immer mehr Aussteller kamen hinzu. Seit 2002 findet der Markt am 1. Sonntag im Mai statt. Gut zu merken: der Sonntag vor Muttertag.

Seit dem Jahr 2000 finden auf der "Großen Bleiche" in Biedenkopf der von Inge Behrens organsierte Pflanzenmarkt statt. 

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Inge Behrens nutzte nun auch das Internet als Informationsquelle. 2007 bastelte sie sich eine Homepage, auf der sie auch heute noch für ihre Veranstaltung wirbt. Sie ist in vielen Fachforen, bei Facebook und myheimat vertreten. Mit inzwischen 120 Ausstellern ist das Platzangebot für Anbieter auf der Bleiche längst ausgereizt. Auch bezüglich des organisatorischen Aufwandes sei das Limit erreicht, sagt Inge Behrens.

Treu geblieben ist sie über all die Jahre ihrem Motto: „Unser Markt sollte für Familien erschwinglich sein.“ Der Eintritt ist weiterhin frei. „Wir achten auch darauf, dass die Preise für Speisen und Getränke im Rahmen und für die Aussteller die Gebühren erschwinglich bleiben“, betont die Organisatorin. Vereine, Kindergärten, Schulen und beispielsweise auch das THW sind auf dem Markt kostenfrei dabei.

Vielfalt statt Konkurrenz

Unter dem Strich bleibe finanziell nichts hängen, sagt Inge Behrens. An dem Markt zu verdienen, sei nie das Ziel gewesen. Dass er heute ein Magnet für Hobbygärtner und Naturfreunde ist, gründe sich auch auf der von Beginn an guten Zusammenarbeit mit dem städtischen Bauhof und der Verwaltung, sagt die 65-Jährige.

Die von der Stadt Biedenkopf erhobenen Gebühren seien für sie als Veranstalter stemmbar. Im Mittelpunkt der Pflanzenbörse stehen nach wie vor Hobbygärtner, die Ableger und andere Produkte anbieten. Zudem verkaufen Kunsthandwerker und Profis ihre Spezialitäten und vieles mehr rund um den Garten. Für bestimmte Dinge lässt Inge Behrens nur einen Anbieter zu. Zuviel Konkurrenz sei nicht förderlich, die Vielfalt mache einen guten Markt aus, sagt sie.

Inge Behrens wuchs mit der Natur auf, die Großeltern hatten noch Landwirtschaft. Mit dem Gärtnern ging es richtig los, als die vier Kinder aus dem Gröbsten heraus waren. Von da an entwickelte sich in einem Hinterhof in Biedenkopfs Hainstraße ein Paradies. Dort wohnte die Familie in einem großzügig angelegten älteren Mehrfamilienhaus aus der Gründerzeit. Der 200 Quadratmeter große Garten wurde gehegt und gepflegt. Zu den etablierten Blumen und Blattpflanzen experimentiert die Gartenfrau auch mit Spezialitäten. Pflanzen lässt sie sich schicken oder bringt sie vom Besuch anderer Gartenmärkte mit.

Ans Aufhören denkt die 65-Jährige längst noch nicht

Die Behrens sind inzwischen längst umgezogen, noch näher an den Veranstaltungsort des Pflanzenmarktes gerückt. Und noch besser: Direkt neben dem Festplatz auf der großen Bleiche, nahe der Lahn, besitzen sie ein herrliches Gartengrundstück, ein neues Paradies, das liebevoll und gemütlich hergerichtet ist. Dem kreativen Ehepaar bietet es reichlich Raum zur Umsetzung seiner vielen Ideen.

Ans Aufhören denkt Inge Behrens längst noch nicht. Solange sie gesund sei und unterstützt werde, wolle sie den Markt organisieren, versichert die Biedenkopferin. Aber der Markt soll ihr Ding bleiben, sie will die Fäden in der Hand behalten, damit aus dem Familienausflug auf die Bleiche kein unerschwingliches Vergnügen wird. Und selbstverständlich will sie auch weiterhin Fahrten zu Gartenschauen oder sonstigen attraktiven Zielen organisieren.

Der Garten- und Pflanzenmarkt öffnet am Sonntag, 3. Mai, um 10 Uhr seine Pforten.

von Hartmut Berge

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Von Redakteur Katharina Kaufmann

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