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Klaus Smitko bringt die Kugel ins Rollen

Gästebetreuer Klaus Smitko bringt die Kugel ins Rollen

Der ehemalige Gästebetreuer der Kurverwaltung brachte das Boulespiel nach Bad Endbach.

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Klaus Smitko demonstriert für Rita Schwichtenberg (von links), Liselotte Baumann und Hartmut Schwichtenberg die Technik des Boulespiels. In seiner Freizeit widmet sich Smitko gerne der Literatur, der Musik und betreibt Nordic Walking.

Quelle: Helga Peter

Bad Endbach. „Wie kommt das Boulespiel nach Bad Endbach“, diese Frage kann Klaus Smitko spontan beantworten. Es sei auf Fuerteventura gewesen, wo er am Strand auf dieses Spiel aufmerksam wurde. „Etwas muss ich machen“, sei sein Gedanke gewesen. Die Umsetzung dieses Angebotes habe sich vor neun Jahren mit der eigens erstellten Bahn gut angelassen.

Einmal monatlich wird dieses Angebot, das er in die Senioren-Aktivwochen 50+ eingebracht hat, in den Monaten Mai bis Oktober (zukünftig bis September) gut angenommen. „Boule können Jung und Alt spielen, wobei eine Gruppengröße bis zu 14 Personen maximal ist, so Smitko und die Flexibilität spricht aus seinen Worten. „Wenn viel Andrang am Bouleplatz herrscht, lasse ich die Gruppen einfach gegenläufig spielen.“

Die Werbung für den Kurort Bad Endbach und die Gästebetreuung waren für Klaus Smitko Beruf (Foto) und auch Berufung zugleich. Flexibilität zieht sich wie ein roter Faden durch das Berufsleben des am 30. Mai 1941 in der Stadt Neiße in Oberschlesien geborenen Smitko, der bereits als Kind seine Heimat während des Zweiten Weltkrieges verlassen musste. Die Stadt Netphen in Nordrhein-Westfalen wurde zu seiner zweiten Heimat, wo er die Volks- und später die Realschule besuchte.

Der Bergbau habe ihn bereits in seiner Jugendzeit fasziniert. Er habe sich das Ziel gesetzt, Steiger zu werden. Dies erforderte eine Ausbildung und aufgrund des fehlenden Abiturs eine Berglehre mit dem anschließenden Besuch der Steigerschule. 1000 Meter tief fand er seinen Arbeitsplatz in der Zeche „Consolidation“ in Gelsenkirchen. Doch die Laufbahn war kurz, vielleicht zu kurz, wie er berichtete, denn die Kohlenkrise im Jahre 1962 und die damit verbundenen Berufsaussichten bewogen ihn zu einem Ausstieg aus diesem Beruf.

Smitko schulte um und war bis 1977 als Versicherungskaufmann im Außendienst tätig. Bereits im Jahre 1975 hatte er das Restaurant, das seine Mutter in Netphen führte, übernommen und führte es bis 1995. Einen Schicksalsschlag erfuhr er, als seine Ehefrau Alice, die er 1963 heiratete, im Alter von 38 Jahren starb. Da sich seine Kinder nicht so recht für das Restaurant begeisterten, verkaufte er es und zog nach Bad Endbach.

Dort entwickelten sich berufliche Kontakte mit der Familie Baumann zu einer Freundschaft, später fand er nach dem Tod des Ehemanns in Liselotte Baumann eine Lebensgefährtin.

Im Amt für Umwelt und Naturschutz habe er im August 1995 in der Kreisverwaltung Marburg eine Anstellung erhalten und sich bereits schon in dieser Zeit ehrenamtlich auf Messen für den Kurort Bad Endbach engagiert und Werbung für den Ort betrieben. Der damalige Bürgermeister Jochen Becker habe erkannt, dass er gut mit Menschen umgehen könne und ihn für die Kurverwaltung gewonnen.

Wenn Klaus Smitko von dieser Zeit berichtet, dann kommt er ins Schwärmen. Von 1999 bis 2006 sei er für die Werbung und Betreuung der Bad Endbacher Gäste zuständig gewesen. Er habe deutschlandweit die Leistungsfähigkeit der Bad Endbacher Kurbetriebe und Pensionen vorgestellt und dabei die Schönheit der heimischen Region nicht ausgelassen. Über die Sozialverbände habe er mit Erfolg Seniorenreisen gewinnen können. Leider sei diese Art der Werbung später eingestellt worden.

Nicht allein das Gewinnen der Gäste sei seine Aufgabe gewesen. Er habe diese bei ihrer Ankunft begrüßt und während des Aufenthaltes begleitet. Zu seinen Aufgaben gehörte auch die Begrüßung der Gäste der Kurkonzerte und der Bad Endbacher Musiktage. Heute betreibt Klaus Smitko zusammen mit seiner Lebensgefährtin Liselotte Baumann noch eine Pension.

In seiner Freizeit beschäftigt sich Klaus Smitko mit Literatur. Derzeit hat er mit Ken Follett einen Schriftsteller entdeckt, dessen Werk „Der Winter der Welt“ ihn fasziniert. Außerdem geht er gerne in Konzerte und hört Musik - je nach Stimmungslage. Nordic Walking hat er ebenfalls als gutes Bewegungsmittel für sich entdeckt, erzählt der 73-Jährige.

von Helga Peter

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