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Ärger um Plätze in „Pusteblume“

Kindergartenwunsch bleibt unerfüllt

Ein Ärgernis bei der Vergabe von Kindergartenplätzen führt zu Veränderungen im Verfahren.
Eine Protestaktion der Eltern: Vier Kinder aus Weiters- und Diedenshausen posierten vor dem Runzhäuser Kindergarten „Pusteblume“. Sie erhielten keine Plätze für das kommende Kindergartenjahr. Foto: Joshua Müller

Eine Protestaktion der Eltern: Vier Kinder aus Weiters- und Diedenshausen posierten vor dem Runzhäuser Kindergarten „Pusteblume“. Sie erhielten keine Plätze für das kommende Kindergartenjahr.

© Joshua Müller

Gladenbach. Zukünftig sollen die Aufnahmekriterien für die Kindertagesstätten der Stadt Gladenbach in Absprache mit allen Trägern harmonisiert werden, kündigte Bürgermeister Peter Kremer am Mittwoch während eines Pressegesprächs an. Zudem sollen der Anmeldeschluss und infolgedessen auch der Abgleich der Anmeldungen mit den Trägern vorverlegt werden.

Es soll auch im Amtsblatt darauf hingewiesen werden, dass sogenannte U3-Kinder keinen Anspruch auf einen anschließenden Regelplatz in ihrer aktuellen Betreuungseinrichtung haben. Ferner werde über die Möglichkeit nachgedacht, zusätzliche Kindergartenplätze einzurichten, beispielsweise im Waldkindergarten Weidenhausen, ergänzte Kremer.

Was war geschehen? Es geht um ein Thema, das auch während der Bürgerversammlung in Weitershausen angesprochen wurde und in der Folgezeit die Mitarbeiter der Stadtverwaltung und der Kindergartenleitung sowie die betroffenen Eltern intensiv beschäftigte.

Eltern: Übernahme war mündlich vereinbart

Fünf Elternpaare aus Weiters- und Diedenshausen ärgerten sich über das ihrer Meinung nach hinhaltende Vorgehen bei der Vergabe von Plätzen für den Kindergarten Runzhausen. Dort hatten sie ihre Kinder, zwei aus Weitershausen und drei aus Diedenshausen, fristgerecht für das Kindergartenjahr 2016/17 angemeldet. Doch alle wurden Ende März dieses Jahres wegen Überbelegung abgelehnt, auch die zwei Kinder, die bereits die Vorkindergartengruppe in Runzhausen besuchen.

Die Eltern gingen davon aus, dass ihr Nachwuchs automatisch übernommen werde, was ihnen auch mündlich immer wieder bestätigt worden sei. Sie strebten an, ihre Kinder zusammenzuhalten und meldeten sie deshalb auch nur in Runzhausen an.

Ein weiterer Vorteil für die Eltern ist, dass ein Kindergarten-Taxi durch ihre Orte fährt, das die Kleinen nach Runzhausen bringt. Dieser städtisch organisierte Kinderfahrdienst bildet den Ausgleich dafür, dass es in der Nähe von Weiters- und Diedenshausen keine Kindertagesstätte gibt.

Eltern sind sauer auf Stadt und Kindergartenleitung

Bisher hatten die Leiterinnen mit den Anmeldungen für die Kita Runzhausen nie ein Problem. Auch alle Anfragen aus den Orten außerhalb der Kita-Ordnung konnten befriedigt werden. Doch für das kommende Kindergartenjahr lagen für die 14 durch Schulanfänger freiwerdenden Plätze 26 Wunschanmeldungen vor.

Jene Zahlen wurden bei einem Abgleichtermin der Stadt, die sich erst zu diesem Zeitpunkt in die Platzvergabe einschaltete, am 16. Februar ermittelt. Die Eltern monieren nun, dass die Zusagen schon Anfang März verschickt wurden, die Absagen aber erst am 22. März ankamen.

Zudem sollen teils jüngere Kinder aus Sinkers- und Römershausen einen Platz in Runzhausen bekommen haben. Auch die Stadtverwaltung zog den Zorn der Eltern auf sich. Wegen einer angeblichen Empfehlung, sich nur bei einem Kindergarten zu bewerben, weil sie sich im Stich gelassen fühlten und sich selbst schnell um eine Alternative kümmern mussten.

Christine Scholz, Kaufmännische Leiterin, und Andrea Bielecki-Hofmann, Leiterin der „Pusteblume“ Runzhausen, erklärten, dass die 14 Plätze auf Kinder gemäß der Kindergarten-Ordnung aus den Orten Runzhausen, Römershausen, Rachelshausen, Sinkershausen und Bellnhausen sowie nach den Kriterien Geschwister, Alter und Ortsteil verteilt wurden.

Fachbereichsleiter Rüdiger Götze erläuterte zudem, dass nach dem Versand der Zusagen in der Regel zwei Wochen gewartet werde, bevor die Absagen verschickt werden. Der Grund: Es habe sich gezeigt, dass Plätze aus unterschiedlichen Gründen nicht in Anspruch genommen werden, diese somit wieder vergeben werden können.

Mehrfachwünsche 
sind erwünscht

Ein zweiter Abgleichtermin mit den Kindergartenleitern habe dann ergeben, dass 10 Plätze im Stadtgebiet wieder frei waren. Darüber wurden die Eltern noch am selben Tag per 
E-Mail informiert. Da die Eltern jedoch auf Runzhausen beharrten, startete Anfang April der Versuch, beim Landkreis eine Ausnahmegenehmigung für die Betreuung der betroffenen Kinder in Runzhausen zu bekommen – vergebens. „ Wir würden gern jedes Kind nehmen, aber es geht aufgrund der Belegung nicht“, sagt Christine Scholz.

Als sich eine Mutter daraufhin nach dem 18. April um einen von zwei Plätzen, die in einer anderen Kindertagesstätte seit dem 18. März freigehaltenen wurden, erkundigte, musste sie erfahren, dass diese auch schon vergeben waren. Sie habe aber nichts von einer einmonatigen „Deadline“ gewusst, beschwert sie sich.

Einen Endtermin habe es auch nicht gegeben, erklärt Bürgermeister Krämer. Die Kindergartenleiterin habe sich bereiterklärt, diese Plätze für etwa einen Monat freizuhalten. Darüber habe die Stadt nicht informiert, da man davon ausgehe, dass sich Eltern, die einen Platz benötigen, auch relativ schnell darum bemühen.

Zudem weist der Bürgermeister darauf hin, dass Mehrfachanmeldungen nicht verboten sind, sondern die Äußerung eines Zweit- oder Drittwunsches die Zuteilung zu einer favorisierten Kindertagesstätte erleichtere, von daher gewünscht sei. Mittlerweile, so der Rathauschef, seien bis auf eines alle Kinder in anderen Tagesstätten der Stadt angemeldet.

von Gianfranco Fain 
und Joshua Müller


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