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Kinder beschreiben, was Armut ist

Ausstellung bis 4. September im Rathaus Kinder beschreiben, was Armut ist

Kein Urlaub, kein Kino, keine neue Kleidung: 2,6 Millionen Kinder leben in Deutschland laut Bertelsmann-Stiftung in Armut. Eine Ausstellung in Biedenkopf rückt das Thema in den Fokus.

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Eine Ausstellung zur Kinderarmut ist bis zum 4. September im Foyer des Biedenkopfer Rathauses zu sehen. Sie flankiert das Musical „Der Postraub“, in dem Armut Thema ist.

Quelle: privat

Biedenkopf. Hochsommerliche Temperaturen und kein Geld, um sich ein Eis zu kaufen oder um ins Freibad zu gehen: Für manche Kinder ist ein solches Leben oft traurige Wahrheit. Für sie bedeutet Armut noch viel mehr als Verzicht: Ausgrenzung und einen schlechten Start ins Leben. Die Freuden des Alltags und die Teilhabe an der Gesellschaft bleiben ihnen oft verwehrt, weil kein Geld zur Verfügung steht.

Welche Auswirkungen Armut auf Kinder haben kann und wie die Jüngsten der Gesellschaft Armut bei Gleichaltrigen wahrnehmen, zeigt die Ausstellung „Kinderarmut – Kindersorgen“, die am Montag, 13. Juli, um 19 Uhr im Foyer des Biedenkopfer Rathauses eröffnet wird.

Die Schau ist Teil des Rahmenprogramms rund um das vom 21. August bis 6. September stattfindende Musical „Der Postraub“, das im Hof des Biedenkopfer Landgrafenschlosses aufgeführt wird.

Simmler weist auf Kinderarmut im Landkreis hin
Die Ausstellung bildet eine Ergänzung zu einem zentralen Thema des Stücks. „Das Musical erzählt die Geschichte eines Vaters aus dem Hinterland, der Anfang des 19. Jahrhunderts zu unkonventionellen Methoden greift, weil er nicht erträgt, dass sein Kind aus Armut Schikanen ausgesetzt ist“, erklärt Biedenkopfs Kulturreferentin und Postraub-Autorin Birgit Simmler.

„Armut ist ein durchgängiges Phänomen in der Geschichte – in dieser Ausstellung wird die aktuelle Seite davon gezeigt: die Kinderarmut vor Ort.“ Im Landkreis Marburg-Biedenkopf lebe jedes siebte Kind unter sechs Jahren von Sozialtransferleistungen, sagt Simmler.

Die Schau besteht aus zwölf Plakaten, auf denen Kinder aus der Region im Alter zwischen 5 und 10 Jahren in Wort oder Bild die Frage beantworten: „Was haben arme Kinder nicht?“ Ihre Antworten zeigen, wie sehr Armut ausgrenzen kann und die Teilhabe am „normalen“ Leben erschwert.

Initiator der Schau ist der Aktionsfonds „Gemeinsam gegen Kinderarmut im Landkreis Marburg-Biedenkopf“ – ein lokales, soziales Bündnis, das Kindern und ihren Familien in sozialen Notlagen helfen will. Diese Hilfe wird durch Spenden und Zuwendungen finanziert. Initiatoren des Fonds sind der Kinderschutzbund Marburg-Biedenkopf, die Liga der freien Wohlfahrtspflege im Landkreis, die Universitätsstadt Marburg und der Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Die Ausstellung im Foyer des Biedenkopfer Rathauses ist noch bis zum 4. September zu sehen. Die Öffnungszeiten sind: montags bis freitags von 8.30 Uhr bis 12.30 Uhr sowie montags von 14 bis 15.30 Uhr und mittwochs von 14 bis 18 Uhr.

von Silke Pfeifer-Sternke

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