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Kernort hat in den nächsten Jahren Priorität

Lohra Kernort hat in den nächsten Jahren Priorität

Altlasten, Dorferneuerung und Zukunftsprojekte: Trotz angespannter finanzieller Lage soll es mit der Gemeinde Lohra vorangehen, wobei nun der Kernort im Fokus des Bürgermeisters steht.

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Lohras Bürgermeister Georg Gaul zeichnet im OP-Interview ein Bild der Gemeinde.

Quelle: Fain

Lohra. Nach etwas mehr als der Hälfte seiner ersten Amtsperiode sprach die OP mit Lohras Bürgermeister Georg Gaul über die zurückliegenden drei Jahre und seine Ziele in der Zukunft.

OP: Herr Gaul, nach der Hälfte der Wahlperiode ist es an der Zeit, eine Zwischenbilanz über das Erreichte zu ziehen. Wie sieht die aus ihrer Sicht aus?
Georg Gaul: Wie im Wahlkampf versprochen, haben wir in der Gemeinde umgesetzt, was finanziell machbar ist. Darunter waren natürlich auch ein erheblicher Teil Altlasten abzuarbeiten, wie zum Beispiel der Ausbau der Schwimmbadstraße in Kirchvers oder die jetzt laufende Kanalauswechslung in vier Kirchverser Straßen.

OP: Gibt es keinen Spielraum für zukunftsweisende Investitionen?
Gaul: Doch, das Konjunkturprogramm von Bund und Land gibt uns jetzt die Möglichkeit, Vorhaben, wie zum Beispiel die energetische Sanierung einiger Bürgerhäuser, zu erledigen. Normalerweise hätten wir dafür Jahre gebraucht. So werden die Energieeinsparungen unsere künftigen Haushalte früher entlasten.
Es ist aber auch klar, dass das von Bund und Land gekommene Geld in den nächsten Jahren den Mittelfluss im kommunalen Finanzausgleich verringern wird. Das bedeutet: Unsere Spielräume werden kleiner.

OP: Ein weiterer Investitionspunkt ist die Dorferneuerung in Weipoltshausen. Was will die Gemeinde da bewegen?
Gaul: Wir wollen die in den 90er Jahren im Kernort Lohra gemachten Fehler vermeiden. Damals investierten die Privateigentümer viel, die Gemeinde setzte aber kaum Akzente.

OP: Nennen Sie ein Beispiel?
Gaul: Es gab jede Menge Pläne, die aber nicht umgesetzt wurden, wie zum Beispiel die Ortsmitte Lohra.

OP: Heißt das, im Kernort herrscht Nachholbedarf?
Gaul: Ja, mehr denn je. Der Kernort braucht ein „Gesicht“.

OP: Und bedeutet das, die Ortsteile müssen zurückstecken?
Gaul: Nein, keineswegs. Wenn Sie durch die Ortsteile fahren stellen Sie fest, dass in vielen die Ortsdurchfahrten neu hergestellt sind. Allein dies gibt den Orten ein deutlich verbessertes Erscheinungsbild. In den nächsten Jahren müssen in einigen Orten dringend die Baustraßen in den Baugebieten fertiggestellt werden – einige warten darauf seit 15 Jahren und weisen Schäden auf, die wir jetzt reparieren.

OP: Welches sind für Sie die vordringlichen Projekte?
Gaul: Wie gesagt, hat der Kernort in den nächsten Jahren Priorität. Speziell die Umgestaltung der Ortsmitte, wozu das Bahngelände gehört, wo eine Sport-, Spiel- und Freizeit-Landschaft sowie eine Tagespflege im Bahnhofsgebäude und eine Haltestelle für den Busverkehr entstehen könnten. Voraussetzung dazu ist der Kauf des Bahngeländes.

OP: Wie ist der Stand der Verhandlungen mit der Deutschen Bahn?
Gaul: Ich hoffe, dass wir noch in diesem Jahr zum Vertragsabschluss kommen, damit wir das leidige Thema des Busbegegnungs-Verkehrs auf der Landstraße auf Dauer lösen.

OP: Gibt es ein Projekt, das Ihnen besonders am Herzen liegt?
Gaul: Neben den Veränderungen in der Ortsmitte von Lohra müssen wir darauf achten, dass sich die Gemeinde nicht nur als kinder- und familienfreundlich präsentiert, sondern auch dementsprechend handelt. Daher müssen wir auch in den Baugebieten Spielmöglichkeiten für Kinder bereitstellen.

OP: Noch mal zurück zu Weipoltshausen. In was wird die Gemeinde dort im Zuge der Dorferneuerung investieren?
Gaul: Wir werden den Vorplatz des DGH inklusive Buswendeplatz neu gestalten und das DGH zum Dorftreff umgestalten. Die Weipoltshäuser haben in Arbeitsgruppen Ideen entwickelt, wie dieser Treff mit Leben gefüllt wird. Zudem wird der Festplatz hinter dem DGH zum Teil eine Spiel- und Freizeitfläche werden. Am Bleichplatz bei der Heimatstube wird das Tretbecken erneuert und der Platz verändert.

von Gianfranco Fain

Das vollständige Interview lesen Sie in der Printausgabe der OP.

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