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Keine Wasserspiele auf der Insel

Planungsauftrag Keine Wasserspiele auf der Insel

Wenn alles nach Plan läuft, können spätestens Anfang November die Arbeiten zur Neugestaltung der Innenstadt-Insel beginnen.

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Wildwuchs und eine Ruine: Dieser Anblick soll schon bald der Vergangenheit angehören. Die sogenannte Innenstadt-Insel wird herausgeputzt. Fotos: Thorsten Richter, Hartmut Berge

Quelle: Thorsten Richter

Gladenbach. Bau- und Planungsausschuss und der Ausschuss für Wirtschaft, Landwirtschaft und Verkehr stimmten am Mittwochabend in gemeinsamer Sitzung für eine modifizierte Gestaltungs-Variante, die Grundlage für die Ausführungsplanung ist. „Wir arbeiten nun mit Hochdruck daran, alles auf den Weg zu bringen“, versicherte gestern Bauamtsleiter Ulrich Weber. Zügig werde die Aufschreibung folgen, kündigte er an. „Ende Oktober, Anfang November könnte dann mit den ersten Bauarbeiten begonnen werden“, gibt er sich optimistisch.

Gebremst werden könnte dieser Zeitplan nur, wenn das Ausschreibungsergebnis über dem Haushaltsansatz liegen würde. Dann müssten sich die städtischen Gremien noch einmal mit dem Projekt befassen.

Das Parlament hatte in seiner Juni-Sitzung die Entscheidung über die weiteren Schritte zur Umsetzung des Projektes „Innenstadt-Insel“ an zwei Fachausschüsse übertragen. Die Stadtverordneten folgten so einer Empfehlung des Ältestenrates. Damit wurde ein mögliches Scheitern der Magistrats-Beschlussvorlage vermieden. Das schien durchaus möglich, denn bei der Vorstellung der Entwurfsplanung im Juni im Bau- und Planungsausschuss gab es jede Menge Kritik.

Nach damals fast einhelliger Meinung sollte mehr Grün auf die „Insel“. Dabei sollte die Nutzbarkeit des neuen Areals für Wochenmärkte und kulturelle Veranstaltungen gewahrt bleiben. Der im Juni vom Parlament auf den Weg gebrachte Auftrag beinhaltete die Aufforderung an den Planer, bei seinem nächsten Entwurf die Zahl der Parkplätze zu reduzieren und möglichst die Vorschläge des Ortsbeirates zu berücksichtigen.

Dem kam das Planungsbüro nach und stellte kurz nach Kirschenmarkt dem Bau- und Planungsausschuss sowie dem Ausschuss für Wirtschaft, Landwirtschaft und Verkehr in gemeinsamer Sitzung die modifizierten Gestaltungsvorschläge vor.

Landschaftsarchitekt Hans-Werner Kuhli erläuterte die überarbeitete Planung. Mit einer Bäumbepflanzung soll eine Abtrennung zwischen den geplanten 15 Parkplätzen in Richtung VR Bank und der übrigen Anlage erfolgen. Von der Teichstraße aus sind neben einer Zufahrt in Richtung VR Bank zwei weitere Zufahrten zu dem Park-Areal geplant. Des Weiteren saht die Planung einen Brunnen und Wasserspiele vor. An dieser Anlage störten sich die Geister.

Am Mittwoch wurden erstmals Kosten genannt

Am Ende der Sitzung stand aber vor allem die Forderung nach einer Kostenaufstellung.

Die wurde den Gremien am Mittwochabend präsentiert - per Beamer auf einer Leinwand.

Hans-Werner Kuhli gab dazu Erläuterungen. Er präsentierte drei Varianten: Die ursprüngliche, bereits verworfene Variante mit einem maximalen Angebot an Parkraum sowie die im Juli vorgestellte Planung mit 60 anstatt 100 Parkplätzen in der Ausführung mit Wasserspielen und alternativ mit einem mit Bäumen umsäumten Platz.

Der Landschaftsarchitekt verteidigte seine im Juli präsentierte Anlage mit Wasserfontainen und einem Brunnen, in dem er die Vorzüge von Wasserspielen auf Verweilzonen herausstellte.

Der kostengünstiger „Baumplatz“ lasse sich etwa durch Skulpturen und Ruhebänken an oder um Bäumen aufwerten.

Entlang der Teichstraße soll weiß blühende Vogelkirsche und am „Baumplatz“ rot blühende Kastanie gepflanzt werden. Für andere Flächen ist die Bepflanzung mit Apfelrose vorgesehen.

Für die anschließende Entscheidungsfindung war einzig die Kostenfrage maßgeblich. Der Planer präsentierte die reinen Baukosten, Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim addierte die übrigen anfallenden Kosten hinzu.Neben den Baukosten schlagen 380000 Euro für den Grunnderwerb, 60800 Euro für die Planung und 12000 Euro für den Abbruch der alten Scheune auf dem Areal zu Buche.

Demnach würde die nicht mehr zur Diskussion stehende Großparkplatzvariante 1,21 Millionen Euro kosten, Kosten in gleicher Höhe sind für die „Baumplatz“-Variante kalkuliert. Deutlich teurer würde die „Insel“-Gestaltung mit Wasserspielen, sie würde mit 1,38 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Haushaltsansatz sollnicht überschritten werden

Der Bürgermeister berichtete von der Sitzung des Magistrats am vergangenen Montag, in der das Gremium sich einmütig dagegen ausgesprochen habe, den im Haushalt vorgegebenen Kostenrahmen von 1,2 Millionen Euro zu überschreiten. Werde dieser Ansatz überschritten, dann müsse ein Nachtragshaushalt aufgestellt werden, und dann habe die Kommunalaufsicht das letzte Wort.

Darauf ging auch Stadtverordnetenvorsteher Hans-Hermann Ullrich ein und mahnte, dass sich Gladenbach nach wie vor unter dem kommunalen Schutzschirm befinde. So wie er, erinnerten auch andere Diskussionsteilnehmer an mögliche Kostensteigerungen, die schon nach der Ausschreibung zutage treten könnten. Deshalb, so waren sich alle einig, komme nur die „Baumplatz“-Variante infrage.

Gunthard Koch (CDU) ging auf die Wasserspiele ein. Eine solche Anlage erzeuge auch Folgekosten, mahnte er. Er machte dies am Beispiel des Brunnens auf dem Marktplatz fest. Nach seinen Erkundigungen müsse der drei- bis viermal in der Woche von Bauhofmitarbeitern gereinigt werden.

Pater Kremer von der SPD-Fraktion empfahl, etwa bei der Ausstattung des Mobiliars wie Ruhebänken auf dessen Robustheit zu achten.

Carmen Pflug regte an, die Bevölkerung bei der Umsetzung des Projektes mitzunehmen. Sie nannte als Beispiel die Konstablerwache in Frankfurt. Sie hatten dereinst als Spende weiße mit Namen versehenen Pflastersteine gespendet. Mit solchen Aktionen könne man die Identifizierung der Bürger mit dem Projekt fördern und Kosten reduzieren. Bürgermeister Knierim nahm die Idee auf und erinnerte an ähnliche erfolgreiche Spendenprojekte beim Wiederaufbau des Freizeitbades „Nautilust“.

Diskutiert wurde in der Sitzung auch über möglich Einsparungen bei der „Versiegelungsabgabe“ durch die Wahl entsprechenden Plasters. Bezüglich der Fugenbreite bleibe kein großer Spielraum sagte der Planer. Größere Fugen oder Rasengittersteine hätten zur Folge, dass der Platz nicht mehr für Veranstaltungen und Wochenmärkte nutzbar sei.

Vor der Abstimmung gab es eine von der SPD beantragte Auszeit. Die war dem Umstand geschuldet, dass den Stadtverordneten keine schriftliche Beschlussvorlage zur Verfügung stand, was Carmen Pflug (SPD) in der Sitzung moniert hatte.

Gleichwohl sprachen sich beide Ausschüsse einstimmig für die „Baumplatz“-Variante aus.

von Hartmut Berge

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