Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 5 ° Regen

Navigation:
Keine Genehmigung für Flugshow in Bottenhorn

Fluglärm Keine Genehmigung für Flugshow in Bottenhorn

Anstatt Motorflugzeugen werden am Himmelfahrtstag vorwiegend Segelflugzeuge über Bottenhorn kreisen. Das traditionelle Flugplatzfest findet nicht in gewohnter Weise statt.

Voriger Artikel
Dautphetal wartet auf Biedenkopf
Nächster Artikel
DNA soll Aufschluss über Täter geben

Auf Kunstflüge müssen Luftsportbegeisterte am Himmelfahrtstag verzichten.Fotos: Gianfranco Fain, Hartmut Berge

Bottenhorn. „Bad Endbach geht in die Luft“ lautete der Slogan, als 1995 die Verantwortlichen der Luftsportgemeinschaft Bottenhorn (LSG) gemeinsam mit der Kurverwaltung Bad Endbach am Himmelfahrtswochenende erstmals die Bottenhorner Flugtage organisierten.

Fast in die Luft gegangen wäre der Vorstand der LSG, als er jüngst erfuhr, dass in diesem Jahr die Genehmigung des Regierungspräsidiums in Kassel für die Veranstaltung ausbleibt.

Die Genehmigungsprozedur wurde in den vergangenen Jahren immer schwieriger: Detailliert mussten die Veranstalter der Behörde mitteilen, welche Maschinen wann starten. Mit Argusaugen schaute zuletzt auch die Obere Naturschutzbehörde auf das Gelände, das als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist.

Die Flug- und Landebahn ist eine Naturbahn. Nach starken Regenfällen konnte trotz aller Vorsicht nicht verhindert werden, dass die Reifen beim Landen ihre Spuren auf dem Gelände hinterließen.

Das geriet den Veranstaltern genauso zum Nachteil wie die Tatsache, dass am Himmelfahrtswochenende bei den Vögeln noch rege Bruttätigkeit herrscht, beziehungsweise die Jungtiere gerade geschlüpft sind. Das sei eine zu große Beeinträchtigung, befand die Naturschutzbehörde.

In der LSG herrscht großes Bedauern wegen dieser Entscheidung, vor allem im Vorstand auch Unverständnis.

Schließlich sei die LSG seit den 52 Jahren ihres Bestehens stets rücksichtsvoll mit der Natur umgegangen, betont deren Vorsitzender Manfred Herrmann. Er erinnert, dass bei nach Regenfällen oft gänzlich auf Starts verzichtet wurde.

Prüfung für das Jahr 2015 steht noch aus

Seitens des Regierungspräsidiums in Gießen, bei dem die Obere Naturschutzbehörde angesiedelt ist, wurde dem Verein signalisiert, dass eine Flugshow im Spätsommer eher genehmigungsfähig sei.

In diesem Jahr kann die LSG nicht mehr umdisponieren. Aber fürs nächste Jahr fasst man eine Spätsommershow ins Auge, werde aber zunächst mit den anderen Bottenhorner Vereinen sprechen müssen. „Denn auch die haben ihre etablierten Termine“, erklärt Herrmann

Wanderer und Flugsportbegeisterte sind aber auch in diesem Jahr am Himmelfahrtstag in Bottenhorn willkommen. Die LSG wird am 29. Mai alternativ zur Flugshow einen Tag der offenen Tür veranstalten, an dem sich der Verein mit seinen Aktivitäten vorstellen will. Ab 10 Uhr soll die lautlose Fliegerei im Mittelpunkt stehen. Gäste haben Gelegenheit zum Mitfliegen, auch in den Motorflugzeugen des Vereins. Die Besucher werden bewirten.

Das Flugplatzfest am Himmelfahrtswochenende musste zwar wegen schlechten Wetters gelegentlich in abgespeckter Form stattfinden, hatte aber für die Flugsportgemeinschaft einen besonderen Reiz. Zum einen sind am Himmelfahrtstag viele Wanderer unterwegs, zum anderen gab es immer den zweiten Flugtag am folgenden Sonntag, und die Wahrscheinlichkeit, dass an beiden Tagen das Wetter einen Strich durch die Rechnung machte, war nicht sehr groß.

Alt und Jung fand an dem langen Wochenende immer Gelegenheit, aktiv oder passiv in die Welt des Fliegens hineinzuschnuppern.

Wegen des großen Anklangs in der Bevölkerung wollen die Verantwortlichen der LSG nun prüfen, ob das luftsportliche Spektakel im Spätsommer nächsten Jahres organisiert werden kann.

von Hartmut Berge

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr