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Jeden Abend rumort es in Buchenau

Grenzgang Buchenau Jeden Abend rumort es in Buchenau

In Scheunen und Höfen werkeln die Buchenauer an den Motivwagen für den Festzug - dabei bleiben die Gesellschaften gern unter sich. Der OP erlauben „Scheu´s“ und „Budchersch“ allerdings einen Blick hinter die Kulissen.

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Wagenbau bei „Budchersch Männer“: Ralf Schmidt sägt eine Tür für den Wagen zurecht.

Quelle: Benedikt Bernshausen

Buchenau. In einer lichtgefluteten Lagerhalle der Carlshütte, zwischen Schrott und alten Lastwagen, werkeln junge Männer und Frauen an zwei Motivwagen für den großen Grenzgangsfestzug. Während Robert und Lars die letzten Schrauben in das Balkengerüst des Burschenwagens drehen, vervollständigen Laura und Elke mit gekonnten Pinselstrichen eine der Motivwände, die den Mädchenwagen zieren werden.

An diesem Samstagmorgen sind rund fünfzehn Mitglieder von Burschenschaft und Mädchenschaft Muth zur Carlshütte gekommen. Schon seit April arbeiten sie dort jede Woche hinter verschlossenen Türen an den Wagen, die drei Wochen vor dem großen Heimatfest allmählich Form annehmen. Zwar begleiten Burschen und Mädchen beim Festzug jeweils einen eigenen Wagen. Trotzdem ist die Bauaktion ein Gemeinschaftsprojekt. „Unsd es läuft echt gut“, stellt Mädchen-Führerin Laura Kraft.

Erstmals für den Grenzgang 2006 bauten beide Gruppen gemeinsam an den Wagen, erinnert Burschen-Führer Lars Heerdegen, der findet: „Das war eine gute Idee!“ So sind die Jungs eher für die schweren, groben Arbeiten zuständig und die Mädchen für das Kreative und den Feinschliff.

Für den Bau nehmen beide Gruppen viel Geld in die Hand: Rund 1500 Euro investieren sie für jeden Wagen an Material - und für die Verpflegung. Im Herbst bildeten „Scheu´s“ Burschen und Mädchen - wie sie im Buchenauer Volksmund heißen - einen Wagen-Ausschuss, in dem Motiv-Ideen entwickelt, konkretisiert und der Bau vorbereitet wurden. Was die Wagen zeigen, darüber sprechen die jungen Leute nicht. „Das bleibt ein Geheimnis“, sagt Laura mit einem Augenzwinkern.

Eigentlich bleiben die Wagen aller Gesellschaften bis zum Festzug im Verborgenen. Doch Alexander „Alli“ Muth hat andere Gruppen schon beim Wagenbau beobachtet. Denn überall in Buchenau schraubt‘s, sägt‘s und hämmert‘s hinter Ecken, aus Hinterhöfen und offenen Scheunen.

Auch bei Budchersch Männer, der kleinsten Grenzgangsgesellschaft, die vor dem Haus von Bürgeroberst Dieter Veit an ihrem Wagen basteln - an einem Motiv, auf das sich über Umwege und mit Fantasie sogar ihr Name herleiten lässt. „Wir wollen immer etwas Neues machen - und das hatte noch keine Gesellschaft“, betont Lothar Dönges, der auch an den vorigen Grenzgang erinnert, bei dem Budchersch Männer in Anlehnung an den im Grenzgangslied besungenen Schnaps mit einem Wacholderwagen durch den Ort zogen. Für diesen Grenzgang arbeiten die Männer seit vier Wochen an zwei bis drei Tagen an ihrem Meisterwerk. Und nachdem Ralf Schmidt die Tür zurechtgesägt und Peter Koch mit Gernot Schäfer die letzten Rigipsplatten zugeschnitten haben, ist der Rohbau fertig. Der Wagenbau lief nicht reibungslos, anfangs stockte das Projekt. „Wenn es nichts geworden wäre, hätten wir einfach den leeren Anhänger durch den Ort gezogen“, lacht Lothar Dönges. Die Arbeitseinsätze sind besondere Abende für die Männer. „Es macht großen Spaß und gehört in der Vorbereitungszeit einfach dazu!“ Und dann verspricht Ralf Schmidt, dass noch ein besonderes Element am Motivwagen befestigt werde. Es zeige eine Geste, die jeder Buchenauer sofort wiedererkenne - „das wird das Highlight!“

von Benedikt Bernshausen

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