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Jagdpächter warnen Hundebesitzer

Hetzjagd Jagdpächter warnen Hundebesitzer

Wildernde Hunde im Jagdbezirk Herzhausen rufen großen Unmut unter den vier Jagdpächtern als auch bei dem Herzhäuser Jagdvorstand hervor.

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Herzhausen. Erhebliche Probleme bereiten den Pächtern des Jagdbezirks Herzhausen derzeit wildernde Hunde. Bei einem Pressegespräch berichtet Jagdpächter Martin Koch, dass seit etwa Mitte März in der Gemarkung Herzhausen mehrere tote Rehe gefunden wurden. In sieben Fällen handele es sich bei den Bissverletzungen eindeutig um von Hunden gerissene Tiere. Ein Hund sei am frisch erbeuteten Reh gesehen worden. Selbst wenn von einer sehr geringen Dunkelziffer ausgegangen werde, seien in den vergangenen 6 Monaten mindestens 10 Rehe durch freilaufende Hunde zu Tode gekommen.

Die Fundstellen der Kadaver befanden sich am Ortsrand, auf „Gassi-Wegen“ aber auch auf der Gemarkungsgrenze zu Holzhausen. Ein Teil der Verletzungen, so Koch weiter, würde nicht sofort zum Tode führen, sodass sich die Tiere vermutlich über längere Zeit gequält haben müssen. Auch hätten Bürger häufig beobachtet, dass einzelne und auch mehrere Hunde Rehe gehetzt hätten - ohne Erfolg. Allein die Hetze, würde bei den Rehen Panik bis zur Todesangst auslösen.

Des weiteren seien in den vergangenen Monaten mehrfach Jogger, Fahrradfahrer und Spaziergänger durch freilaufende Hunde belästigt und in Schrecken versetzt worden. Bei den wildernden Hunden handele es sich laut Koch vermutlich häufig um solche, die durch Tierliebhaber aus Heimen geholt worden seien, die dann, ihrem natürlichen Drang folgend, ungehindert Beute machen wollen.

Jagdpächter sehen Hundehalter in der Pflicht

Nicht die streunenden und hetzenden Hunde seien schuld an diesen Vorkommnissen, sondern deren unachtsame und unbelehrbare Besitzer, die ihren Aufgaben nicht gewachsen seien. Trotz freundlicher Aufklärungsgespräche mit den Hundebesitzern seien in der Folge immer wieder dieselben Hunde ohne Einwirkungsmöglichkeiten der Besitzer angetroffen worden. „Wir wollen keine wildernden Hunde erschießen, sondern auf die Besitzer einwirkend dafür sorgen, dass das Wildern ihrer Hunde unterbleibt“, führte Koch aus. Auf die wildernden Hunde sei auch im sogenannten „Ortsgeschrei“ öffentlich hingewiesen worden, berichtete Jagdvorstandsmitglied Dirk Reuter. Koch verwies auch auf die Gesetzeslage und darauf, dass einige der hetzenden Hunde keine Unbekannten seien. Er bedauert außerordentlich, dass die Gespräche mit den Haltern bisher keine positiven Ergebnisse erbracht haben.

Jagdgenossenschaft Herzhausen lädt zum Gespräch

Bisher haben Jagdgenossen und Jagdpächter in Herzhausen von Anzeigen abgesehen, obwohl bei solchen „Taten“ eine Anzeigepflicht bestehe, berichtete Koch. Auch weist er darauf hin, dass gemäß Gesetz wildernde Hunde als gefährliche Tiere eingestuft würden. Neben einem Wesenstest werde zum Beispiel von der Gemeinde Dautphetal dann eine jährliche Hundesteuer von 500 Euro fällig. Auch verlange das Hessische Hundegesetz für gefährliche Hunde Leinenzwang und das Tragen eines Maulkorbes. Ferner sei zu bedenken, dass durch das Wildern der Hunde eine Jagdpachtminderung eintreten könne, die auf Kosten der Jagdgenossen und des Dorfes ginge, führte Reuter aus.

Alle Beteiligten hoffen, dass die Gespräche mit den Hundebesitzern zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit deren Vierbeinern führen. Ansonsten müsste das Ordnungsamt der Gemeinde Dautphetal und die Jägervereinigung informiert werden, so Reuter.

Zum Gespräch hatte der Vorstand der Jagdgenossenschaft Herzhausen geladen, Teilnehmer waren die vier gleichberechtigten Jagdpächter Martin Koch, Klaus Ronzheimer, Andre Nowotny und Karl-Heinz Jung.

von Klaus Peter

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