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Jäger verwechselt Reh mit Hase

Dorfchronik Jäger verwechselt Reh mit Hase

Zum Abschlussfestzug des Engelbacher Dorfjubiläums am Sonntag, 20. Juli, wird das fast 600-seitige Ergänzungsbuch zu Chronik und Dorfbuch verkauft.

Engelbach. Am Sonntag, 20. Juli, findet zum Abschluss der 777-Jahr-Feier von Engelbach auf den Höfen in der Ortsmitte ein „stehender Festzug“ statt. Dabei wird auch das in den vergangenenen Jahren entstandene Ergänzungsbuch „Geschichte und Geschichten von und über Engelbach“ auf dem Hof „Pferdesbach 2“ vorgestellt und zum Verkauf angeboten.

Das teils mit Farbfotos und Farbdokumenten aufgelegte Buch beinhaltet neben der älteren und neueren Dorfgeschichte auch das Zeitgeschehen und das Vereinswesen.

Eines der Hauptthemen aus der älteren Dorfgeschichte behandelt die sich im Laufe der Jahrhunderte ständig geänderte Bedeutung der historischen Landesgrenze zwischen Hessen-Darmstadt und Hessen-Kassel. Diese ist gleichzeitig auch die Grenze von den Gemarkungen zwischen Engelbach und Treisbach beziehungsweise Niederasphe.

Weitere Hauptthemen sind die Engelbacher Mundart, das in der Engelbacher Feldgemarkung gefundene mittelalterliche Sandsteinkreuz sowie das Gemeindearchiv.

Außer der „Geschichte“ kommen aber auch die „Geschichten“ von und über Engelbach nicht zu kurz. Einen kleinen Vorgeschmack auf solche Geschichten liefert Verfasser Helmut Dönges mit dem Auszug „Fehlverhalten bei der Jagdausübung führte 1909 zur Bestrafung des Jägers und zum Einzug seines Jagdscheines“ aus Kapitel V „Jagd und Jagdgenossenschaft“:

„In der Strafliste der Gemeinde Engelbach, in der Strafsachen, Anzeigen und Gerichtsbescheide von 1884 bis 1936 gesammelt sind, fand sich in Bezug auf die Jagdausübung eine Strafverfügung gegen einen Herrn D[...].

Den Sachverhalt in dieser Strafsache gab der ‚Königliche Landrat des Kreises Biedenkopf‘ dem Engelbacher Bürgermeister Johannes Weber in einem Schreiben vom 5.4.1909 zur Kenntnis mit der gleichzeitigen Bitte, den Jagdschein von Herrn D[...] einzuziehen und an die Kreisbehörde als zuständige Jagdaufsicht weiterzuleiten.

Nachfolgend wird das Schreiben des Landrates buchstabengetreu wiedergegeben:

‚An Herrn D[...] über den Herrn Bürgermeister zu Engelbach Durch Strafverfügung des Unterzeichnenden vom 10. März 1909 sind Sie auf Grund des § 39 [...] der Jagdordnung vom 15. Juli 1907 mit 30 Mark, hilfsweise 3 Tage Haft, rechtskräftig bestraft worden, weil Sie am 9. Januar 1909 innerhalb der gesetzlichen Schonzeit in dem Jagdbezirk II der Engelbacher Gemeindejagd auf ein Stück Rehwild in der Annahme geschossen haben, einen Hasen vor sich zu haben. Diese Straftat bezeugt, dass Sie die für einen Jäger erforderliche Umsicht bei der Ausübung der Jagd außer Acht gelassen haben. Der Ihnen unterm 11. April 1908 erteilte Jagdschein wird daher [...] für ungültig erklärt. Gleichzeitig werden Sie aufgefordert, den Jagdschein ungesäumt der Ortspolizeibehörde in Engelbach abzuliefern [...].‘ “ Neben dieser folgenschweren Verwechslung von Reh und Hase gibt es noch viele weitere Geschichten von und über Engelbach in der fast 600 Seiten fassenden Schriftsammlung zu lesen.

Wer am Sonntag nicht die Möglichkeit hat, nach Engelbach zu kommen, aber dennoch ein Exemplar kaufen möchte, kann dies auch privat bei Helmut Dönges tun (Telefon 06461/4814).

von Johanna Stein

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