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"Insel" erhält Anschluss ans "Festland"

Umbau läuft "Insel" erhält Anschluss ans "Festland"

Die trennende Wirkung der Innenstadt-Insel, des bisher sehr unansehnlichen Geländes zwischen Teichstraße und Marktstraße, ist bald Geschichte. Die Arbeiten sind in vollem Gange.

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Gestern war Spatenstich für den Umbau der Innenstadt-Insel, das Bild zeigt von links Hans-Werner Kuhli und Michael Dorlas vom Planungsbüro aus Gießen, Bauamtsleiter Ulrich Weber, Ortsvorsteher Hans-Bernhard Schwarz, Stadträtin Petra Marenda-Garth, Stadtrat Rolf Baumann, Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim und IHZ-Geschäftsführer Michael Völker. Foto: Hartmut Berge

Gladenbach. Die sogenannte Innenstadt-Insel, das Areal zwischen Teichstraße und Marktstraße von der Einmündung der Teichstraße in die Marktstraße bis zur Volksbank, soll zu einer attraktiven Verweilzone und zum Bindeglied der Einkaufsbereiche in der Marktstraße und am Marktplatz werden.

Seit Jahrzehnten wird in Gladenbach über Ideen gesprochen, wie das teilweise unansehnliche Areal attraktiver gestaltet werden könnte, solange läuft auch die bisher vergebliche Suche nach Investoren. Das Programm Stadtumbau West bot der Stadt Gladenbach die - wohl auf lange Sicht - einmalige Chance, die Umgestaltung der Innenstadt-Insel mithilfe von Zuschüssen in eigener Regie zu bewältigen.

Ohne das Parlament wären auch private Investitionen nicht ohne Weiteres möglich, denn die Planungshoheit liegt in Händen der Stadt.

Obwohl sich auf dem Gelände in den vergangenen Wochen schon einiges getan hat, war erst gestern der symbolische erste Spatenstich mit Vertretern der Stadtverwaltung, der politischen Gremien, des Planungsbüros „Sommerlad - Haase - Kuhli“ aus Gießen, der Baufirma Hinterlang sowie des formal für das Projekt zuständigen Zweckverbandes Interkommunale Zusammenarbeit Hinterland (IZH).

Aufwändige Verhandlungenmit Grundstückseigentümern

Bürgermeister Klaus Dieter Knierim erinnerte an die zahlreichen Hürden, die bis Realisierung des Projektes zu überwinden waren. 2008 gab die Stadtverordnetenversammlung von allen gesammelten Ideen der Innenstadt-Insel erste Priorität. Er sprach von sehr aufwändigen aber bis auf eine Ausnahme erfolgreichen Grundstücksverhandlungen und sehr guter Zusammenarbeit mit dem Zweckverband, den Planern und der Baufirma.

Insgesamt soll die trennende Wirkung der „Insel“ durch vier attraktive Fußverbindungen zwischen Marktstraße und Teichstraße aufgehoben werden. Knierim hob auch hervor, dass die VR-Bank bei diesem Projekt mit im Boot sei und ihr angrenzendes Gelände, dem neuen Areal in Form und Gestaltung auf eigene Kosten anpasse. Damit sei ein einheitliches Erscheinungsbild gewährleistet. Der Bürgermeister dankte dem Planungsbüro, dem Zweckverband und der Baufirma für die gute Zusammenarbeit.

Aus planerischer Sicht seinen die neuen Verbindungen sehr wichtig, sagte Diplom-Ingenieur Hans-Werner Kuhli. So werde der Insel-Charakter des Areals aufgelöst und das Gelände zu einem nutzbaren Teil der Innenstadt.

Michael Völker, kaufmännischer Geschäftsführer des IHZ, erläuterte, mit der Neugestaltung der Innenstadt-Insel betreue der Zweckverband sein größtes Projekt. „Wir freuen uns sehr, dass jahrelange Anstrengungen nun hier zu einem Ergebnis führen“, sagte er. Das Projekt zeige, dass sich interkommunale Zusammenarbeit definitiv lohne, denn ohne diese Kooperation habe man nicht an die Fördermittel von Bund und Land gelangen können.

Der Bebauungsplan für die Innenstadt-Insel in der Kernstadt, das Areal zwischen Marktstraße und Teichstraße, musste jüngst erneut offengelegt werden, weil ein Anlieger Einwände hatte.

Ihm missfiel, dass sein an der Marktstraße liegendes Grundstück samt Haus mit in die Planung einbezogen war. Ursprünglich wollte die Stadt eine Rohbau­-Garage samt Grund von dem betreffenden Eigentümer erwerben, sie abreißen und damit einen gradlinigen Durchgang von der Marktstraße zum noch neu zu gestaltenden Gelände auf der Innenstadt-Insel schaffen. Doch der Eigentümer, dem auch das alte Katasteramtsgebäude gehört, ist nicht zum Verkauf bereit.

Diese Garage sei ein Schandfleck, betonte der Bürgermeister gestern noch einmal, wollte aber die Hoffnung nicht aufgeben, dass es doch noch zu einer Lösung kommt.

In der überarbeiteten Planung wurde jedenfalls den Einwänden des Anliegers entsprochen. Während der neuerlichen Auslegung kam es zu keinen Einwänden. Nach dem Satzungsbeschluss durch das Parlament stand der endgültige Baugenehmigung für die Umgestaltung der Innenstadt-Insel nichts mehr im Weg.

Zu einem Streitfall könnte es bezüglich einer Parzelle hinter dem Katasteramt kommen, die zurzeit für Parkplätze genutzt wird. Die Grundstückseigen­tümerin möchte an die Stadt verkaufen, hat aber dem Nachbarn und Eigentümer des Katasteramtes ein Vorkaufsrecht eingeräumt.

Das komme zum Tragen, wenn die Eigentümerin an Dritte verkaufen würde, erklärte der Bürgermeister jüngst im Bauausschuss.

Da man sich im städteplanerischen Verfahren befinde, habe die Stadt in diesem Fall das hoheitliche Vorkaufsrecht. Das habe man sich vorsorglich auch vom hessischen Städte- und Gemeindebund bestätigen lassen, sagte Klaus-Dieter Knierim.

Von der denkbaren Einleitung eines Rechtsstreites lasse man sich nicht beirren, versicherte das Stadtoberhaupt.

Zuversichtlich ist die Stadtverwaltung, dass alsbald ein weiterer Kaufvertrag unterschrieben werden kann: Zwischen dem Gebäude der ehemaligen Firma Schlag und der VR-Bank steht ein eingeschossiger Anbau, der abgerissen werden soll. Dort soll ein weiterer Durchgang für die Innenstadt-Insel entstehen.

Auf dem neuen Innenstadt-Areal sollen bis September 80 Parkplätze entstehen, insgesamt werden 3300 Quadratmeter Pflaster verlegt, 56 Bäume gepflanzt und darüber hinaus etwa 1000 Quadratmeter Pflanzflächen geschaffen. Die Gesamtkosten des Projektes hat das Stadtparlament auf 1,2 Millionen Euro gedeckelt.

Neben den Baukosten schlagen 380000 Euro für den Grunderwerb, 60800 Euro für die Planung und 12000 Euro für den Abbruch der alten Scheune auf dem Areal zu Buche.

Die Rodung des Geländes erfolgte bereits vor Wochen, danach der Abbruch von zum Teil baufälligen Nebengebäuden, unter anderem der alten Scheune.

von Hartmut Berge

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