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"Insel"-Anlieger kündigt Widerspruch an

Stadtumbau "Insel"-Anlieger kündigt Widerspruch an

Die am Donnerstag zur Abstimmung stehende erneute Änderung des ­Bebauungsplans für die „Innenstadt-Insel“ wird wohl nicht ganz reibungslos vonstatten gehen.

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Aus diesem Trampelpfad sollte nach den Plänen der Stadt ein Fußweg werden. Er liegt aber auf privatem Grund.Foto: Berge

Gladenbach. Die Änderung des Bebauungsplans für den Umbau des Areals zwischen Teichstraße und Marktstraße sowie die geplante Installation fester Geschwindigkeitsmessanlagen waren die zentralen Themen in der Ortsbeiratssitzung am Freitagabend.

Die sogenannte „Innenstadt-Insel“, das Areal zwischen Teichstraße und Marktstraße von der Einmündung der Teichstraße in die Marktstraße bis zur Volksbank, soll zu einer attraktiven Verweilzone und zum Bindeglied der Einkaufsbereiche in der Marktstraße und am Marktplatz werden. An diese ursprüngliche Zielvorgabe erinnerte Ortsvorsteher Hans-Bernhard Schwarz in der Sitzung.

Seit Jahrzehnten wird in Gladenbach über Ideen gesprochen, wie das teilweise unansehnliche Areal attraktiver gestaltet werden könnte, solange läuft auch die bisher vergebliche Suche nach Investoren. Das Programm Stadtumbau West bietet der Stadt Gladenbach die - wohl auf lange Sicht - einmalige Chance, die Umgestaltung der „Innenstadt-Insel“ mithilfe von Zuschüssen in eigener Regie zu bewältigen. Ohne das Parlament wären auch private Investitionen nicht ohne Weiteres möglich, denn die Planungshoheit liegt in Händen der Stadt.

Trennende Wirkung sollte aufgehoben werden

Im Mittelpunkt des Projektes habe die Umgestaltung der jetzigen Brachflächen zu Grünanlagen und Parkflächen, eine großzügige Bepflanzung der Randzonen sowie die Herstellung von zusätzlichen Wegeverbindungen zwischen Marktplatz und Marktstraße gestanden, sagte Schwarz und verdeutlichte, dass damit die trennende Wirkung der Teichstraße aufgehoben werden sollte.

Angesichts der aktuellen Ereignisse blieben einige Zielvorgaben auf der Strecke, war sich das Gremium einig.

So muss etwa der Durchgang zwischen dem ehemaligen Schlecker-Markt und dem ehemaligen Katasteramt an einer unansehnlichen Garage vorbeigeführt werden, die auf Fußgänger als optische Bremse wirken könnte.

Stadt und Eigentümer konnten sich nicht auf einen für die Kommune akzeptablen Kaufpreis einigen. Eigentlich sollte die Garage abgerissen werden.

Ebenfalls nicht mehr in die Planung mit einbezogen wird ein zurzeit weder von der Marktstraße noch von der Teichstraße einsehbares eingeschossiges Gebäude nahe der VR Bank.

Die Stadt wollte es samt Grundstück erwerben und dann abreißen lassen. Weil das Grundstück zu den „Filetstücken“ in der Innenstadt zählt, liegt der Bodenpreis recht hoch. Den hohen fünfstelligen Betrag für den Ankauf will die Stadt nicht in die Hand nehmen.

Parkplätze erschwerendie Durchlässigkeit

Der Ortsbeirat bemängelte, dass auch geplante neue Parkplätze die angestrebte Durchlässigkeit des Areals erschweren und kommt zu dem Schluss, dass Besitzverhältnisse an mehreren Stellen nicht den ursprünglichen Planungszielen und die vorliegenden Pläne nicht den realisierbaren Bauvorhaben entsprechen.

Einen Beleg dafür lieferte Reiner Franz, Miteigentümer des Schiffschen Hauses, Ecke Teichstraße/Marktstraße, samt Grundstück.

Er berichtete auf Anfrage des Ortsbeirates, dass die Stadt bezüglich des im Plan vorgesehenen Fußweges, der auf Privatgrund verlaufe, keine Gespräche geführt habe, weder über einen möglichen Grundstücks-Erwerb noch über die Wegverbindung allgemein.

Deshalb müsse die Stadt damit rechnen, „dass wir während der Offenlegung des Plans Widerspruch einlegen werden“.

Der Ortsbeirat fürchtet, dass angesichts der aktuellen Hindernisse auf dem Areal das wichtige Ziel, die Belebung der Marktsstraße, nicht erreicht werden kann. Weiterer Kritikpunkt war die schleichende Reduzierung des Grüns auf dem Gelände. So seien auf dem aktuellen Plan neun Bäume weniger eingezeichnet als ursprünglich vorgesehen.

Thema im Ortsbeirat war auch die geplante sogenannte stationäre Geschwindigkeitsüberwachungsanlage in der Marburger Straße, mit der sich heute Abend auch der Haupt- und Finanzausschuss beschäftigen wird.

Das Gremium empfiehlt, Lösungen mit erzieherischem Charakter - wie weithin sichtbare digitale Geschwindigkeitsanzeigetafeln - zu bevorzugen.

von Hartmut Berge

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