Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Initiativen fordern neue Kalkulation

Windpark Hilsberg Initiativen fordern neue Kalkulation

Das Thema Windpark Hilsberg ist für die Initiativen Holzhausen, Bottenhorn und Steinperf trotz dererteilten RP-Genehmigung lässt nicht erledigt.

Voriger Artikel
Big Splash soll große Gaudi werden
Nächster Artikel
Bad Endbacher findet Drogen und behält sie

In diesem Biotop auf dem Hilsberg habe er einen Schwarzstorch gesehen, berichtet Thomas Christ seiner Mitstreiterin Doris Stamm.Archivfoto

Bottenhorn. Eigentlich sollte der Windpark Hilsberg schon längst am Netz sein. Doch der Widerstand der Bürgerinitiative Holzhausen und der Interessengemeinschaften (IG) Steinperf und Bottenhorn hat das Vorhaben der Gemeinde Bad Endbach erheblich verzögert. Vermutlich wird der Windpark am Hilsberg erst im nächsten Jahr in Betrieb gehen können. Die zeitliche Verzögerung kalkuliert die Gemeinde mit einem Minus von 3,58 Millionen Euro ein – gerechnet auf die Laufzeit der Anlagen von 20 Jahren.

Dass die Anlagen noch nicht am Netz sind, verärgert Bürgermeister Markus Schäfer und er schreibt diesen Umstand dem Engagement der Bürgerinitiative Holzhausen zu. Die wiederum, in Person von Dieter Jurkat, wertete dies am Dienstagabend während eines Treffens der Initiativen in Bottenhorn als Erfolg. Die Windpark-Gegner hoffen nun darauf, dass eine Wirtschaftlichkeitsberechnung belegen könnte, dass der Windpark am Hilsberg als unrentabel eingestuft und vielleicht nicht mehr gebaut wird.

Ihr Ziel ist es, dass die Gemeindevertreter Bad Endbachs den Gemeindevorstand beauftragen, eine entsprechende Kalkulation in Auftrag zu geben. Schließlich müssten nach der Erteilung der Genehmigung etliche Auflagen erfüllt werden, die den Ertrag der bisher vier genehmigten Anlagen deutlich schmälern würden.

Das Regierungspräsidium Gießen hatte die Genehmigung am 21. März vor dem Ende der Offenlegungsfrist erteilt, weil es bei weiteren Verzögerungen für die Gemeinde zu erheblichen Nachteilen aufgrund niedriger Einspeisevergütung kommen könnte. Im Genehmigungsbescheid heißt es, dass bei einer verspäteten Inbetriebnahme mit einem monatlichen Ertragsausfall von 257600 Euro zu rechnen ist. Geht der Windpark erst 2014 ans Netz, entsteht ein Ertragsausfall von 780000 Euro.

Zudem müssen die Anlagen, wenn sie die Grenzwerte überschreiten, nachts ausgeschaltet werden. Dementsprechend muss Bad Endbach noch ein Konzept zur Reduzierung des Lärms nachreichen. Die BI Holzhausen geht davon aus, dass die Anlagen auf dem Hilsberg von 22 bis 6 Uhr still stehen werden.

„Eine Wirtschaftlichkeitsberechnung ist schon im eigenen Interesse sinnvoll“, bekräftigt Jurkat die Forderung der Windpark-Gegner. Er machte noch einmal deutlich, dass die Initiativen nicht generell gegen Windkraft sind, sondern vielmehr dafür, dass Windenergie dort erzeugt wird, wo der meiste Wind weht und die Anlagen den größten Ertrag bringen – zum Beispiel Offshore-Anlagen in der Nordsee.

Den Mitgliedern der Initiativen aus Holzhausen, Bottenhorn und Steinperf ist die Zerklüftung der Natur durch die Aufstellung der geplanten „Industrieanlage“ in der Natur ein Dorn im Auge. Ihre Eingaben beim RP zum Erhalt der Artenvielfalt am Hilsberg hätten nicht gefruchtet, sagt Thomas Christ.

Naturschützerin Helga Rohmann-Jurkat fühlt sich nach der Erteilung der Genehmigung regelrecht entrechtet. Denn auch aus einem Schreiben des Regierungspräsidenten Dr. Lars Witt-eck an die BI Holzhausen geht hervor, dass der Windpark nur dann nicht gebaut werden würde, wenn die Gemeinde Bad Endbach ihren Antrag zurückzieht.

Rohmann-Jurkat stuft die Gesundheit von Mensch und die Erhaltung der Natur sowie der Artenvielfalt als wichtig und schützenswert ein. Ihre Meinung teilen 1300 Bürger der umliegenden Orte. Auch wenn die Anlagen stehen, „werden wir wachsam sein“, kündigt sie an.

von Silke Pfeifer-Sternke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hinterland

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr