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„Immer wieder was Neues machen“

„Silent Seven“-Schlagzeuger Jan-Patrick Wallentin „Immer wieder was Neues machen“

Einfach nur still dasitzen, die Augen schließen und zuhören, wenn Musik erklingt? Für manche ist das entspannend – für andere ein Ding der Unmöglichkeit.

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Live-Auftritte, Studio-Aufnahmen, Promotion-Termine: Der Kalender von Schlagzeuger Jan-Patrick Wallentin, hier im Probenraum seiner Band „Silent Seven“, ist stets gut gefüllt.

Quelle: Björn-Uwe Klein

Breidenstein. Jan-Patrick Wallentin fehlt es keineswegs an der Fähigkeit, Musik zu genießen. Sein Geschmack reicht von Silbermond bis Udo Lindenberg, von Bosse bis Philipp Poisel.

Genuss bedeutet für den 24-Jährigen aber auch immer, sich in die Takte einzufühlen. Sich vorzustellen, wie er selbst am Schlagzeug sein Bestes gibt. Und diese Vorstellung löst für gewöhnlich ein Kribbeln in ihm aus. Bei guter Musik still zu sitzen, „das geht nicht“, sagt er.

Jan-Patrick Wallentin, vor allem bekannt als Schlagzeuger der heimischen Band „Silent Seven“, ist ein Vollblut-Musiker durch und durch. Sein Terminkalender ist stets gut gefüllt: Proben, Live-Auftritte (manchmal 40 im Jahr), Studio-Aufnahmen, Tätigkeiten als Betreiber eines Plattenlabels. Das alles neben Studium und Halbtagsstelle.

Seine Musikalität hat der Breidensteiner nach eigenen Angaben von seiner Mutter geerbt: „Sie spielt Klavier und Flöte und singt im Chor“, erklärt Jan-Patrick Wallentin. Gern hätte seine Mutter ihn, als er noch ein Kind war, mit zur Flötenstunde genommen. Doch die Interessen des Sohns waren anders gelagert: „Mich haben eher Pauken und Trommeln interessiert.“ Als Siebenjähriger fing er an, Schlagzeug-Unterricht zu nehmen, mit zwölf Jahren sammelte er erste Erfahrungen in der Band der Breidensteiner Kirchengemeinde.

Besonders freut ihn 
Lob von Fachleuten

Gerade einmal 14 Jahre jung war Jan-Patrick Wallentin, als mit der Gründung von „Silent Seven“ ein ganz entscheidendes Kapitel seiner bisherigen musikalischen Laufbahn begann. Als Mitbegründer ist er neben dem Gitarristen Dietrich Schwarz das dienstälteste „S7“-Bandmitglied.

Ein persönlicher Erfolg, über den er sich noch heute besonders freut: Sein zweiter Platz beim Deutschen „Rock & Pop Preis“ in der Kategorie „Bester Schlagzeuger“ im Jahr 2011. „Für einen selbst ist es schön, eine Einschätzung von Leuten zu bekommen, die so viel Ahnung haben“, erklärt Jan-Patrick Wallentin, der nach zwischenzeitlicher Unterbrechung mittlerweile wieder Schlagzeug-Unterricht nimmt.

Sein Lehrer ist Dirk Rosenbaum aus Gießen, der unter anderem schon mit Guildo Horn und Bushido auf der Bühne stand – „was er mir als Profi an Erfahrung weitergeben kann, hilft total. Dadurch konnte ich mich musikalisch und technisch weiterentwickeln.“

Stichwort Weiterentwicklung: „Man muss immer wieder mal was Neues machen“, ist sich Wallentin sicher. „Silent Seven“ ist die große Konstante in seiner Schlagzeuger-Biografie, mittlerweile aber nicht mehr seine einzige Band. Seit einigen Monaten spielt er zusätzlich in der Westerwälder Band „Sixpash“. Der Kontakt kam über Nils Enners zustande, der gemeinsam mit Marcel Olbert das „Northroad Recording Studio“ in Breidenbach betreibt. „Sixpash“ verfügt über ein breites Repertoire aus klassischen Pop- und Rocksongs bis hin zu aktuellen Hits aus den Charts.

Mit eigenem Label 
Branchenneulinge fördern

Ausschlaggebend für seinen Einstieg bei „Sixpash“ sei eine gemeinsame Wellenlänge gewesen, sagt Jan-Patrick Wallentin, der in diesem Jahr bereits rund 30 Mal mit „Sixpash“ auftrat. Auch für 2016 stünden schon einige Konzerttermine fest – sowohl mit „Sixpash“ als auch mit „Silent Seven“.

Viel beschäftigt ist Jan-Patrick Wallentin aber auch abseits der Bühne. Mit Björn Seibel, der ebenfalls zu den Gründungsmitgliedern von „Silent Seven“ zählte und der Band bis 2013 als Bassist angehörte, betreibt er das Plattenlabel „Triumphton Records“ – und zwar ebenfalls mit Erfolg: „Triumphton“ erhielt im Dezember 2014 den Deutschen Rock & Pop-Preis in der Kategorie „Bestes kreatives Independent-Label“.

„Triumphton Records“ hat bereits zahlreiche Projekte realisiert, viele mit noch unerfahrenen Künstlern – schließlich ist es das Ziel des Labels, insbesondere Newcomern Starthilfe zu geben: sei es in der Produktion, in Sachen Promotion oder im Vertrieb.

Kürzlich war Jan-Patrick Wallentin zu Promotion-Terminen in Berlin unterwegs – gemeinsam mit Hanna Mödder, die im vergangenen Jahr an der „Pro Sieben/Sat1“-Talentshow „The Voice of Germany“ teilnahm und am 4. August im Vorprogramm von „Silent Seven“ im Biedenkopfer Wirtshaus Frauental zu hören war.

Am liebsten spielt er 
an seinem Geburtstag

Jan-Patrick Wallentin schätzt die Vielzahl an Kontakten, die er durch seine Tätigkeit als Labelbetreiber und aktiver Musiker geknüpft hat. Ein für ihn besonderes Beispiel war das Aufeinandertreffen mit der deutschen Rock-Pop-Band „Silbermond“, deren Aktion „Fans helfen“ die Band „Silent Seven“ in den Jahren 2010 und 2011 mit den Erlösen von Benefizkonzerten unterstützten. Im Laufe der Zeit und durch den Erfolg haben sich für Wallentin feste Kooperationen, sogenannte Endorsements, ergeben: etwa mit den Instrumentenherstellern Sonor, Ice Stix Germany und Anatolian Cymbals.

Wie aber bekommt man eine so umfangreiche Musiktätigkeit mit Studium und Arbeit unter einen Hut? Jan-Patrick Wallentin erklärt, dass es Leidenschaft sei, die ihn antreibt. Deshalb stelle die Musiktätigkeit auch keine Belastung für ihn dar, sondern gebe ihm – im Gegenteil – Energie.

Sein Germanistik-Studium an der Universität Marburg leide nicht unter dem hohen Musikpensum. Ebenso wenig sein Halbtagsjob. Jan-Patrick Wallentin ist bei einem regionalen Unternehmen zuständig für das Marketing und die Öffentlichkeitsarbeit. Seine Kollegen und die Geschäftsführung sind bei Konzerten auch schon mal im Publikum anzutreffen. „Das freut mich sehr und macht mich stolz!“, sagt Wallentin.

Live-Erlebnisse treiben Jan-Patrick Wallentin an und begeistern ihn: „Das Schönste ist, wenn ich an meinem Geburtstag einen Auftritt spielen darf.“ Das hat immerhin schon dreimal in Folge geklappt: 2012 in der Konzertreihe „Donnerstags in Gladenbach“, 2013 bei „Freitags in Netphen“ und 2014 beim Herborner Sommerfest.

von Björn-Uwe Klein

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