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Im Storchengang Saison eröffnet

Kneippverein Im Storchengang Saison eröffnet

Vertreter des Kneippvereins Gladenbach haben am Freitagnachmittag die Tretbeckensaison im Kneippheilbad offiziell eröffnet. Sie praktizierten im Georg-Ludwig-Hartig-Park das Wassertreten.

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Peter Ponader übt sich im Handbecken, während Rainer Faber und Gabriele Ponader im Tretbecken den Storchengang praktizieren.Fotos: Hartmut Berge

Gladenbach. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Kneippvereins, Vorsitzender Rainer Faber, machte Gabriele Ponader den ersten Rundgang im kühlen Wasser. Nach einigen Rundgängen waren sich beide einig, dass man sich wie neugeboren fühle. Währenddessen übte sich Peter Ponader am Armbecken. Vor allem Wanderer und Gäste wissen es zu schätzen, wenn sie ihren Füßen nach einer Anstrengung eine belebende Erfrischung bieten können.

Das Becken ist nicht nur bei Freunden des Kneipp‘schen Wassertretens beliebt. Bei schönem Wetter ist es Treffpunkt von Jugendlichen, die gerne ihre Füße im Wasser baumeln lassen.

Wassertreten dient der Abhärtung und Stärkung

Leider kommt es bei ausschweifenden Feiern manchmal zu Verschmutzungen des Tretbeckens im Kurpark, die einem das Wassertreten verleiden können. Unrat wie Bierflaschen, Büchsen und Zigarettenkippen haben im Becken nichts verloren. Deshalb appellieren die Offiziellen an die Bürger, sorgsam mit der Anlage umzugehen, die 1972 vom Kegelclub „Gut Holz“ gestiftet wurde. 2009 ließ sie der Kneippverein aufwendig sanieren.

Das Wassertreten ist eine der grundlegenden Kneipp‘schen Anwendungen. Es dient der allgemeinen Abhärtung und Stärkung. Vor den Anwendungen sollen die Beine bereits erwärmt sein, zum Beispiel durch Laufen oder Gymnastik. Nach einem Durchgang sollten die Füße ein paar Minuten bewegt werden, bevor das Wassertreten fortgesetzt wird. Im Anschluss streift man das Wasser ab. Füße und Beine werden nicht abgetrocknet. Sebastian Kneipp, Pfarrer und Hydrotherapeut, erfand 1849 das Wassertreten. Da er an Tuberkulose erkrankte, hoffte er durch diese Therapie eine Verbesserung seines Zustandes zu erzielen. Neben dem Storchengang, bei dem ein Fuß im Wasser bleibt, während das andere Bein komplett aus dem Wasser ragt, soll auch der Gang durch das Gras, nach zwei Runden durch das Becken, die Durchblutung anregen.

Arm in kaltes Wasser tauchen und tief Luft holen

Außerdem legen die Kneipp-Anwender großen Wert auf das komplette Eintauschen der Arme in kaltes Wasser und das tiefe Luftholen währenddessen.

Der Kneippverein werde auch in diesem Jahr die Anlage im Georg-Ludwig-Park in Ordnung halten, kündigt Rainer Faber an. Besonders dankbar ist er den Bauhofmitarbeitern, die im vergangenen Jahr, auf Wunsch des Vereins, Büsche und Sträucher am Becken entfernten. Damit hat der früher als Austragungsort wilder Feten sehr beliebte Platz an Attraktivität verloren. Das Gelände ist jetzt von Weitem einsehbar. Das im vergangenen Jahr praktizierte freitägliche Wassertreten unter Anleitung wird in diesem Jahr nicht mehr angeboten. Der Vorstand werde aber an das angrenzende Verdi-Bildungszentrum sowie an Kindergärten und Grundschulen herantreten und - bei Interesse - Gruppen Wassertreten unter Anleitung anbieten, kündigte Rainer Faber an.

von Hartmut Berge

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