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„Ich hole jetzt, was mir zusteht!“

Aus dem Amtsgericht „Ich hole jetzt, was mir zusteht!“

Ursprünglich hatte sich der Delinquent wegen Raubes und Körperverletzung vor dem Amtsgericht zu verantworten. Die Verhandlung brachte zusätzlich den Anklagepunkt der versuchten Vergewaltigung.

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Ein Biedenkopfer muss sich vor dem Marburger Amtsgericht verantworten, weil er sich an seiner Ex-Freundin vergriffen haben soll.

Quelle: dpa

Marburg. Der 33-jährigen Angeklagte aus Biedenkopf wollte scheinbar nicht wahrhaben, dass die Beziehung zu seiner ehemaligen Lebenspartnerin aus ihrer Sicht beendet war. Erst während des Prozesses kam heraus, dass der zweifache Vater die Mutter seiner Kinder womöglich mithilfe eines Messers „sexuell gefügig machen wollte“, wie es Richter Dominik Best ausdrückte.

Laut Anklage habe der Angeklagte im Oktober 2014 seine ehemalige Partnerin gewürgt, gewaltsam ihr Handy an sich gebracht und dieses anschließend zerstört. „Ich wollte wissen, ob sie eine Affäre mit meinem besten Freund hat“, rechtfertigte sich der 33-Jährige. Bereits zur Tatzeit waren die beiden nicht mehr liiert. Der Tathergang ereignete sich in der Wohnung der Geschädigten, wo sich der Angeklagte aufhielt, um seine Kinder zu besuchen.

Aber das sei laut der Mutter nicht das Einzige gewesen, was der 33-Jährige im Sinn gehabt habe. Mehrmals habe der Angeklagte nach Sex verlangt. Als die Geschädigte der Forderung nicht nachgekommen sei, habe der Angeklagte mit einem „großen Schweizer-Taschenmesser“ vor ihr „herumgefuchtelt“, gesagt: „Ich hole jetzt, was mir zusteht!“ und sich auf sie geworfen. In einem Moment seiner Unachtsamkeit stürmte die Frau aus dem Zimmer in den Hausflur.

Aufgrund der neuen Erkenntnisse forderte Staatsanwalt Sebastian Brieden, dass die versuchte Vergewaltigung in die Anklageschrift aufgenommen werden müsse. „Ich bin auf so etwas nicht vorbereitet. Da komme ich in Teufels Küche, wenn ich jetzt weiter verhandle“, gab Rechtsanwalt Thomas Strecker dem Gericht zu bedenken. Er, Brieden, sowie Richter Dominik Best einigten sich darauf, die Verhandlung zu unterbrechen.

  • Der Prozess wird diesen Dienstag, 15. Dezember, 10.30 Uhr, im Saal 154 des Amtsgerichts Marburg fortgesetzt.

von Benjamin Kaiser

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