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Hundemama Anu kriegt sie alle satt

Der große Wurf Hundemama Anu kriegt sie alle satt

Die Hündin Anu hat vor drei Wochen elf kleine Akita-Welpen auf die Welt gebracht. Eine außergewöhnlich hohe Anzahl, denn im Schnitt werden nur drei bis vier Welpen pro Wurf geboren.

Holzhausen. Zehn Hundewelpen fiepen, kriechen, kuscheln, schlafen, fressen und begeistern. „Unsere Besucher sind sehr angetan von dem tierischen Nachwuchs“, erzählt der Züchter Norbert Wagner stolz und blickt auf die schwarz und weiß gemusterten Welpen in der Welpenkiste.

Das eine Akita-Hündin eine solch hohe Anzahl an Hunde-Babys auf die Welt bringt, ist außergewöhnlich, erzählt der Züchter und berichtet weiter: „Wir haben schon das zweite Mal Glück gehabt. Schon nach ihrer ersten Trächtigkeit, im Jahr 2010, hat Anu elf Welpen das Leben geschenkt“.

Anders als beim ersten Mal, verlief diese Geburt nicht problemlos: „Nachdem neun Welpen auf der Welt waren und wir wussten, dass es noch weitergehen müsste, entschlossen wir uns kurzfristig einen Tierarzt aufzusuchen“, berichtet Norbert Wagner. Der Tierarzt half der Hündin mit einem Kaiserschnitt. Dabei wurde ein Welpe tot geboren.

Eine weitere Tragödie ereignete sich vor einigen Tagen als ein weiterer Welpe starb. „Wir sind sehr traurig und vermuten, dass Babsy im Schlaf von ihrer Mutter erdrückt wurde“, sagt der Züchter niedergeschlagen.

Den restlichen Welpen: Barbarella, Ben, Bonny, Betzi, Barney, Bea, Bella, Bobby, Billy und Blacky geht es dafür hervorragend.

„Sie entwickeln sich richtig gut, und wir können es kaum erwarten, sie in zwei bis drei Wochen das erste Mal mit nach draußen zu nehmen“, sagen Norbert Wagner und Iris Dietrich. Selbst dem einstigen Sorgenkind, Bea, das mit 310 Gramm - ihre Geschwister wogen durchschnittlich 430 Gramm - auf die Welt kam, geht es mittlerweile ausgezeichnet.

„Ich habe sie mit der Flasche gefüttert, bis sie nach zwei Tagen selbst angefangen hat, bei ihrer Mutter zu säugen“, erzählt Iris Dietrich und berichtet weiter: „Wir haben sie zu Anfang immer an die hintersten Zitze angelegt, damit sie von ihren Geschwistern nicht verdrängt wird.

Heute habe ich sie beobachtet, wie sie sich durchgesetzt und sich einen eigenen Platz zum Trinken erkämpft hat.“ Auch die kleine Bea scheint sehr stolz auf diese Leistung zu sein. Sie hat sich an den Rand der Welpenkiste gekuschelt, streckt ihren Beobachtern den Bauch entgegen und hat die Augen geschlossen. Im Schlaf wiederholt sie die Bewegungen, die ihr einen Platz an der Zitze ihrer Hunde-Mutter verschafft haben.

Akitas sind in Deutschland bislang noch selten anzutreffen: „In ganz Deutschland gibt es lediglich 69 Welpen“, sagt Norbert Wagner.

Ihm sei es wichtig, dass Akitas nicht zu „Modehunden“ werden, „die man an jeder Ecke antrifft“. Interessenten für die Welpen haben sich auch schon gefunden. Anfragen kamen unter anderem aus der Schweiz, Sardinien und Moskau. Wenn die Welpen acht Wochen alt sind, dürfen sie ihre Mutter verlassen und bekommen neue Besitzer.

Die dürfen sich dann über einen familienfreundlichen Hund mit einem großen Beschützerinstinkt freuen, der besonders für die Bären- und Wildschweinjagd geeignet ist und einen starken Willen besitzen. „Das ist nicht, wie bei einem Labrador. Wenn man zu einem Akita Befehle gibt, heißt das nicht automatisch, dass der Hund diese befolgt.

Akitas sind keine unterwürfigen Hunde“, erklärt der Züchter. Akitas kommen ursprünglich aus Japan. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden sie von amerikanischen GIs nach Amerika gebracht. So entstand die Rasse „American Akitas“, die sich äußerlich durch eine schwarze Maskierung im Gesicht von den japanischen Akitas unterscheide, die eine hellere Fellfärbung besitzen.

Norbert Wagner verliebte sich vor sechs Jahren im Gießener Tierheim in diese Hunderasse mit dem dichten und weichen Fell. Die zukünftigen Besitzer der zehn Hundewelpen aus Holzhausen werden dies sicherlich nachempfinden können.

von Salomé Weber

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