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Hunde töten Tausende Tiere

Wild in Gefahr Hunde töten Tausende Tiere

Im Frühjahr werden beim heimischen Wild viele Jungtiere geboren. Der Nachwuchs ist in dieser Zeit durch wildernde Hunde gefährdet.

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„Freude, Gänsehaut, Erleichterung“

Ein nicht angeleinter Hund jagt über das freie Feld.

Quelle: Bernd Fischer

Gladenbach. Der Frühling naht. Die Natur zeigt untrügliche Vorboten, wie sprießende Schneeglöckchen oder heimkehrende Zugvögel. Das Frühjahr ist auch die Zeit, in der viele Wildtiere ihre Jungen zur Welt bringen.

So werden schon im März die ersten Feldhasen und Kaninchen geboren.

Auch Wildschweine, und von April bis Juni, Wildsschafe, Rehwild, Rotwild und andere Wildarten, bekommen zu dieser Zeit ihren Nachwuchs. Volker Klingelhöfer, Pressesprecher der Jägervereinigung Hinterland, erklärt dazu, dass Jungtieren durch wildernde Hunde große Gefahren drohen „Nach einer landesweiten Auswertung von Zeitungsberichten und Berichten von betroffenen Jägern, schätzt der Hessische Landesverband der Jäger, dass in Hessen jährlich mehrere tausend Wildtiere von wildernden Hunden gerissen werden.

„Auch im Altkreis Biedenkopf geschieht das immer wieder“, so der Pressesprecher.

Und: „Hoch trächtige Muttertiere, die in ihrer Bewegungsfreiheit und Fluchtmöglichkeit stark eingeschränkt sind, fallen in diesen Wochen mitsamt ihren ungeborenen Kitzen Hundebissen zum Opfer. Hetzende Hunde jagen Wildtiere auf die Straßen, wo sie dann oftmals von Autos erfasst werden können.“

Aber auch Vogelarten, die ihre Nester auf dem Boden bauen und dort brüten, können Opfer von wildernden Hunden werden.

„Im März beginnen beispielsweise Kibitze und Lerchen mit ihrem Brutgeschäft“, erklärt Otto Lixfeld vom Vogelschutzverein Holzhausen. Besonders der Bereich Wald- und Feldgrenzen sei davon betroffen, sagt er.

„Wenn streunende Hunde Bodenbrüter von ihren Nestern vertreiben, werden deren Eier und auch die Jungen ein leichtes Opfer von Raben, Krähen und Elstern“ meint Klingelhöfer auch zu diesem Thema.

„Wir Jäger sind uns mit Tierschutzverbänden und Naturschützern einig, dass die frei lebenden Tiere gerade jetzt vor wildernden Hunden geschützt werden müssen. Daher unser dringender Appell an alle Hundebesitzer, die Hunde an der Leine zu halten“, betont Klingelhöfer.

Lixfeld machte noch auf eine andere Gefahr aufmerksam. „Wildschweinmütter, die Bachen, sind wehrhafte Tiere, die ihre Jungen verteidigen und dabei Hunde schwer verletzen können.

Außerdem ist nie auszuschließen, dass sich Hunde bei Kontakt mit Füchsen mit dem Fuchsbandwurm oder der Räude infizieren können.

Diese Krankheiten sind auch auf den Menschen übertragbar“. Gerade die Räude sei in der letzten Zeit auch im hiesigen Raum vielfach festzustellen.

von Heribert Theis

Räude
Räude ist eine hoch ansteckende Milbenerkrankung. Sie ist vor allem bei Hunden bekannt, kann aber auch andere Tiere und Menschen befallen. Zu den ersten Symptomen der Räude zählen Haarausfall und Schuppen. Mit Räudemilben infizierte Hunde kratzen sich fast unaufhörlich.
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