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Hoteliers suchen Wege aus der Krise

Vortragsveranstalltung Hoteliers suchen Wege aus der Krise

Der Bad Berleburger Hotelier Peter Grobbel schilderte den Wandel seines Pensionsbetriebes seit den 1960-er Jahren zu einem modernen Wanderhotel.

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Für das Haus Felsengrund in Wommelshausen wird ein Betreiber gesucht. Es steht seit Langem leer. Archivfoto: Klaus Peter

Bad Endbach. Die Gemeinde Bad Endbach kämpft seit Jahren mit rückläufigen Übernachtungszahlen, weil die Verordnung von Kuren gegen null tendiert. Lagen die Übernachtungen in der einzigen Kurgemeinde im Kreis 2005 noch bei 65600, so übernachteten 2010 nur noch 61900 Gäste in der Hinterlandkommune. Das Resulat: Gasthäuser sind nicht mehr überlebensfähig, in den vergangenen Jahren haben sechs Häuser ihre Türen für immer geschlossen.

„Mehr Erfolg durch Spezialisierung“ lautete der Titel einer Vortragsveranstaltung, bei der Ralph Vehnor, Vorsitzender des Verein Region Lahn-Dill-Bergland, herausstellte, dass es wichtig ist, die heimische Region als Tourismusregion zu entwickeln und zu fördern. Den heimischen Hoteliers und Gaststättenbetreiber sicherten Heike Weichert (Stabstelle Wirtschaftsförderung des Landkreises Marburg-Biedenkopf) und Ellen Debus vom Lahn-Dill-Kreis Unterstützung zu - gerade in Bezug auf die Qualifizierung ihrer Betriebe.

Das Hinterland ist eine„tolle Wanderregion“

Debus stellte Fördermöglichkeiten für Arbeitskräfte vor und bot Informationen zur Weiterbildung an. Saskia Kuhl stellte den Aufbau der Industrie- und Handelskammern und deren spezielle Angebote für die Gewerbetreibenden vor.

Die heimische Region stellte Regionalmanagerin Marion Klein als eine „tolle Wanderregion“ heraus, bei der auch das touristische Angebot des Radwanderns weiter voran gebracht werden müsse. Ziel der Veranstaltung sei es, den Austausch der Hoteliers und Gaststättenbetreiber untereinander zu fördern, aber auch Defizite aufzuzeigen - zum Beispiel bei den Öffnungszeiten.

Gespannt verfolgten die Teilnehmer dann die Ausführungen von Peter Grobbel, Hotelier, Wanderwirt und -führer vom Wandergasthof „Landhaus Wittgenstein“ (Bad Berleburg), der aus seiner Erfahrung über den Wandel der Kneippkuren, die in Bad Berleburg in den 1960-er und 1970-er Jahren ihren Höhepunkt erlebten, rückläufig wurden und dies nicht zuletzt durch die Gesundheitsreformen. Groppel berichtete, dass er 1996 die Pension seiner Schwiegereltern zusammen mit seiner Ehefrau übernommen und grundlegend saniert hat.

Heutiger Gast fragt nicht mehr nach Vollpension

Die Lage seines Hauses sei günstig, zumal von dort aus in etwa acht Kilometern der „Rothaarsteig“ als erster professioneller Wanderweg mit 154 Kilometern zu erreichen ist. Der heutige Gast benötige das Angebot einer Vollpension nicht mehr. Dieser sei aktiv und Halbpension oder Übernachtung mit Frühstück sei ihnen wichtig.

Es seien die speziellen und oft kleinen Dinge, die für den Gast ansprechend und wichtig seien. Dazu gehöre ein Lunchpaket, eine „Vesper im Wald“, geführte Wanderungen oder auch Frauenwanderungen mit kleinen kulinarischen Überraschungen. Dabei war Peter Grobbel anzumerken, mit welcher Freude er für das Wandern warb. In der anschließenden Diskussionsrunde kam zum Ausdruck, dass einige Hoteliers sich nicht so recht in die Konzepte der heimischen Wanderwege eingebunden fühlen und sich wünschen, dass mehr Gäste gerade über das Angebot des „Lahn-Dill-Bergland-Pfades“ gewonnen werden müssten. Ralph Venohr gestand ein, dass die touristische Werbung in den Städten durchaus effektiver betrieben werde.

von Helga Peter

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