Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Gesungenes Plädoyer für Europa

Hinterländer Chöre bei „Schulen musizieren“ Gesungenes Plädoyer für Europa

Große Ehre für 170 junge Sänger aus dem Hinterland: Gemeinsam vertraten sie ihre Schulen während eines Konzerts im Kurhaus der hessischen Landeshauptstadt.

Voriger Artikel
Opel-Kombi knallt auf B453 in Linienbus
Nächster Artikel
Auf die Bergkämme und unter Tage

Mit 170 Mitgliedern bildeten die Hinterländer den größten Chor und ernteten für ihr Europa-Musical reichlich Applaus.

Quelle: Sascha Valentin

Wiesbaden. Als eines von nur sieben Ensembles aus ganz Hessen vertraten Schulchöre­ gemeinsam den Landkreis beim Landeskonzert beim Wettbewerb „Schulen musizieren“.

Die beiden Grundschulchöre aus Steffenberg und Biedenkopf sowie die fünften und sechsten Klassen der Lahntalschule Biedenkopf (LTS) traten im Wiesbadener Kurhaus auf. Mit 170 Schülern stellten die Hinterländer dabei die mit Abstand größte Gruppe des Abends und füllten die Bühne im glanzvollen Friedrich-von-Thiersch-Saal komplett aus.

Dass ausgerechnet den Hinterländer Chören, die von Christina Wege geleitet wurden, die Ehre zukam, ihren Landkreis in der Landeshauptstadt zu vertreten, liege an der besonderen Stellung Biedenkopfs bei den Musikbegegnungstagen, die im Januar und Februar an zehn Standorten in Hessen stattfanden, erklärte Johannes Kaballo­ vom Landesverband Musikunterricht in Hessen.

Minister wohnte Proben bei

Anders als an den anderen Standorten, waren in Biedenkopf Musiker aus verschiedenen Schulen und Schulformen zusammengekommen, um vormittags gemeinsam Lieder und Musikstücke einzustudieren, die sie dann in einem Konzert am Nachmittag präsentierten. Dabei hatten die Grundschüler und die Chöre der fünften und sechsten Klassen der LTS mit Auszügen aus dem „Europa-Musical“ von Franz Moser ­derart beeindruckt, dass sie zu dem Landeskonzert eingeladen wurden – sicherlich auch deswegen, weil die hessische Staatskanzlei nun eine Europa-Woche feiert.

Lieder wie „Wir bauen Europa“, „Reicht euch froh die Hände“ und „Frieden“, die die 170 Kinder aus dem Hinterland nicht nur inbrünstig sangen, sondern auch noch mit einer entsprechenden Choreographie untermalten, passten da thematisch genau in das Programm.

Davon überzeugten sich auch Hessens Kultusminister Alexander Lorz und Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (beide CDU). Schäfer hatte es sich zudem nicht nehmen lassen, die Kinder aus seinem Heimatwahlkreis bei deren Proben zu besuchen und ihnen viel Glück für ihren Auftritt zu wünschen.

Verband fordert mehr Mittel für Musikunterricht

Genügend Unterstützung hatten sie auf jeden Fall mitgebracht. Mit fünf Bussen waren die Eltern und Verwandten der jungen Sänger nach Wiesbaden gereist – die vielen weiteren Familien, die mit dem eigenen Auto gekommen waren, gar nicht mitgerechnet. Und nicht nur die spendeten nach dem munter gesungenen Plädoyer ihrer Kinder für ein geeintes Europa ordentlich Applaus. Auch die Vertreter der anderen Schulen würdigten die Leistungen der Hinterländer mit reichlich Beifall.

Vor dem Auftritt der heimischen Sänger nutzten Dorothee Gräfe-Hessler und Volkhard Stahl, Präsidenten des Bundesverbands Musikunterricht in Hessen (BMU), die Gelegenheit, auf ihre Agenda 2030 hinzuweisen, die der Bundesverband den Kultusministerien der Länder übergeben hat. Darin fordert der BMU eine umfassende musikalische Bildung von der Grundschule bis zur Hochschule.

Unter anderem sollen mehr Ressourcen bereitgestellt, ein durchgängiger Musikunterricht in der Schule gewährleistet und musikalische Kooperationen mit außerschulischen Partnern gefördert werden.

von Sascha Valentin

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr