Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 13 ° Regen

Navigation:
Hilfsbereitschaft kennt keine Grenzen

Ostrumänien-Hilfe Hilfsbereitschaft kennt keine Grenzen

Der 79-jährige Hartenroder Werner Schepp startete am Dienstag erneut einen Transport mit Weihnachtspäckchen für Waisenkinder in Ost­rumänien.

Voriger Artikel
Renate Debus: "Ich mach das seit Menschengedenken"
Nächster Artikel
Nachfrage nach Gewerbeflächen ist mau

Klassenlehrerin Judith Bitterlich (hintere Reihe rechts) und Werner Schepp (hintere Reihe, zweiter von rechts) freuen sich gemeinsam mit den Schülern der Klasse 3a über die vielen Päckchen, die anschließend verladen und nach Ostrumänien geschafft wurden.
Dort werden sie am Samstag verteilt.Foto: Helga Peter

Hartenrod. Erstmals im April 1990 und damit nach dem Umsturz des Ceausescu-Regimes startete der mittlerweile 79-jährige Hartenroder Werner Schepp einen Hilfstransport mit Medikamenten nach Bukarest. Bei anschließenden Hilfstransporten nach Pascani, einer Stadt im Nordosten Rumäniens, habe er eine Lehrerin kennengelernt, die sich für die Waisenkinder vor Ort engagierte. Dort hatte bereits eine norwegische Mission mit dem Aufbau eines Kinderheimes begonnen, doch den Ort nach dem Regierungsumsturz verlassen.

Für dieses Kinderheim habe er im März 1993 einen ersten Hilfstransport mit Lebensmitteln und Kleidung organisiert und nach Pascani gebracht, berichtet Schepp. In den Jahren 1993/1994 schaffte er etwa 60 Materialtransporte zur Fertigstellung des Agape-Kinderheims nach Ostrumänien. In diesem Kinderheim wohnen ­etwa 40 Waisenkinder, und weitere 60 bis 70 Kinder gehen in den angeschlossenen Kindergarten. Wie in der Vergangenheit, organisierte auch in diesem Jahr Werner Schepp zusammen mit den Grundschulen in Lixfeld, Weidenhausen und Hartenrod eine Päckchenaktion für die Waisenkinder in Ost­rumänien. Als Beifahrer unterstützt ihn bei dieser Tour Rudi Bülow, der am Edersee wohnt, Schepp lernte ihn vor vielen Jahren bei der Renovierung einer Kirche für Indianer in Brasilien kennen.

Päckchen in dreiGrundschulen gesammelt

In den vergangenen Wochen sammelten die drei Grundschulen Päckchen für die Aktion, die mit Spielzeug und Kleidungsstücken aber auch Artikeln für den Schulbedarf und die tägliche Hygiene bestückt sind. In den Grundschulen wurden die kleineren Päckchen zu großvolumigen Paketen umgepackt und mit Geschenkpapier versehen. Die Gesamtstrecke dieser Tour - hin und zurück - beläuft sich auf rund 4000 Kilometer und wird von Werner Schepp und Rudi Bülow in acht Tagen bewältigt. Pünktlich zum Nikolaustag am kommenden Samstag wollen die beiden vor Ort sein und während einer Nikolausfeier die Geschenke an die Waisenkinder und die Kinder des Kindergartens übergeben. Als Nikolaus will Werner Schepp selbst auftreten. Die Strapazen dieser Tour nehme er gerne auf sich, Belohnung seien die strahlenden Kinderaugen vor Ort, sagt er. Das Fahren des 7,5 Tonnen schweren Lastwagens bereite ihm nach wie vor Spaß. Er wolle, solange es die Gesundheit zulasse, solche „Päckchentouren“ weiter organisieren, kündigt der Hartenroder an.

Hartenroder hat während der Touren viel erlebt

Unerschöpflich sind seine Geschichten, die er im Zusammenhang mit seinen zahlreichen Fahrten zu erzählen weiß. Er berichtet von anfangs verschärften Grenzkontrollen, bei denen Geschenke - Schokolade und Kaffee - für eine „bessere“ Abfertigung gesorgt hätten. Auch sei der Lastwagen verplombt worden und lediglich die Schokolade, die im Führerhaus eingelagert war, durfte an die winkenden Kinder am Straßenrand verteilt werden. Eine solche Fahrt habe ihn zusammen mit seinem Beifahrer auch einmal auf eine 10000-Kilometer-Tour nach Kasachstan geführt, wo er sechs Tage in Smolensk an der Grenze gestanden habe. Währenddessen lief sein Visum ab. Eine Verlängerung, die nur im Original akzeptiert wurde, konnte nur im 400 Kilometer entfernten Moskau mit Boten und in Begleitung des örtlichen Bürgermeisters eingeholt werden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hinterland

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr