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Hilfe für unbegleitete Flüchtlinge

Verein „Friedrich-Naumann-Haus“ Hilfe für unbegleitete Flüchtlinge

In Kirchvers kommen demnächst bis zu neun unbegleitete männliche Flüchtlinge in der ehemaligen Gaststätte Jägerhof unter.

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Vorstandsmitglieder des Vereins „Friedrich-Naumann-Haus“ und die zukünftige Heimleitung informierten Ortsbeirat und Gäste über die in Kirchvers geplante Einrichtung (von links): Heimleiterin Renate Schädler, Ortsvorsteher Markus Hemberger, Vorstandsmitglied Stefan Drescher, Heimleiter Angus Egbu, stellvertretender Vorsitzender Hans-Jürgen Schupp, Vorstandsmitglied Harald Scherer und Bürgermeister Georg Gaul.

Quelle: Anita Ruprecht

Kirchvers. Vorstandsmitglieder des Vereins Friedrich-Naumann-Haus Gießen und die zukünftigen Einrichtungsleiter informierten den Ortsbeirat und rund 20 Gäste am Mittwochabend im Dorfgemeinschaftshaus über die Einrichtung der Jugendhilfe, die demnächst im Bornweg 14 in Kirchvers entstehen soll.

In der ehemaligen Gaststätte „Jägerhof“ sollen voraussichtlich ab Oktober 8 bis 9 unbegleitete männliche Flüchtlinge im Alter von 13 bis 18 Jahren unterkommen. Der Landkreis Marburg-Biedenkopf sei an den ­Verein „Friedrich-Naumann-Haus“ herangetreten, und habe ihn um die Einrichtung eines Hauses für unbegleitete Flüchtlinge gebeten, erläuterte Hans-Jürgen Schupp, stellvertretender Vorsitzender des Vereins, der in Vertretung von Horst ­Faber, dem „Friedrich-Naumann-Haus“-Vorsitzenden, gekommen war.

Der Gießener Verein wurde 1952 gegründet. Die Einrichtung ist Mitglied des Diakonischen Werkes Hessen-Nassau und betreut männliche Jugendliche im Alter von 12 bis 21 Jahren. In den 1980er Jahren nahm der Verein eine Vorreiterstellung in Deutschland bei der Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge ein, die laut der Uno-Konvention nicht in Lagern, sondern dezentral in Jugendhilfeeinrichtungen untergebracht werden sollen, wo sie die deutsche Sprache erlernen und individuell gefördert werden.

Tag der offenen Tür zum gegenseitigen Kennenlernen

Mehr als 90 Prozent der Jugendlichen in der Jugendhilfeeinrichtung „Friedrich-Naumann-Haus“ erreichen einen schulischen Abschluss und schließen eine Ausbildung ab, sagte der zukünftige Heimleiter Angus Egbu. Die Gruppen werden rund um die Uhr von Erziehern und Sozialarbeitern betreut. Die ehemalige Gaststätte in der Borngasse 14 diente schon mal als Asylantenunterkunft und soll bis zum Einzug der Jugendlichen saniert werden, berichtete Architekt Stefan Drescher aus Krofdorf, der auch Mitglied im Vereinsvorstand ist.

Am Anfang habe die Suche nach einem geeigneten Objekt im Landkreis gestanden, erläuterte Drescher. Man habe sich dann für das Haus in Kirchvers entschieden, das räumlich nicht allzu weit vom Vereinssitz Gießen entfernt ist. Wenn die Sanierung beendet ist und die Jugendlichen eingezogen sind, soll eine Einweihungsfeier verbunden mit einem „Tag der offenen Tür“ zum gegenseitigen Kennenlernen stattfinden, sagte Angus Egbu.

„Wir müssen die Menschen integrieren“, sagte Bürgermeister Georg Gaul. Der Gemeindevorstand begrüße die Einrichtung in Kirchvers und er verwies auf zwei bestehende dezentrale Einrichtungen für Asylbewerber in Lohra.

Ortsvorsteher Markus Hemberger bot als Pädagoge seine Unterstützung an, falls es schulischen Nachhilfebedarf bei den Jugendlichen gebe. Bei der anschließenden Diskussion standen Vereinsmitglieder und Heimleiter den Ortsbeiratsmitgliedern und Gästen Rede und Antwort.

von Anita Ruprecht

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