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"Hier können Ohrwürmer einziehen"

Ferienspiele "Hier können Ohrwürmer einziehen"

Insektenhotels in und aus verschiedenen Formen und Materialien bauten die Ferienkinder am Samstag mit den Dautphetaler Naturschutzvereinen in Mornshausen.

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Paul und Marie präsentierten die Insektenhotels, die sie bei den Naturschutzvereinen gefertigt haben. Außerdem sammelten die Kinder Blätter und Baumfrüchte. Lothar Krämer (kleines Bild) nimmt die Funde in Augenschein. Foto: Benedikt Bernshausen

Mornshausen/D.. Paul und Marie präsentieren stolz ihre Ergebnisse: kleine Röhrenbündel, Sandsteine und Holzscheiben mit Bohrlöchern sowie mit Stroh gefüllte Tontöpfchen. „Darin können zum Beispiel Waldbienen wohnen“, erklärt Paul und deutet auf das kleine Bündel. Seine Cousine Marie hält das Töpfchen hoch und verrät: „Hier können Ohrenwürmer einziehen.“

Die beiden und rund zwei Dutzend andere Kinder waren der Einladung der vereinigten Dautphetaler Naturschutzvereine auf den Sportplatz nach Mornshausen gefolgt. Dort bauten die Teilnehmer der Ferienaktion aus verschiedenen Materialien große und kleine Insektenhotels.

Der Bau solcher Wohnungen ist keinesfalls nur Spielerei. „Tatsächlich dienen die Hotels als Überwinterrung- und Nisthilfe“, erklärt Jürgen Müller. Besonders im Garten oder auf der Streuobstwiese seien Insektenhotels praktisch, da sich manche der darin lebenden Arten, wie Waldbienen, aktiv an der Bestäubung der Pflanzen beteiligen. Es sei im Laufe der Zeit für viele Insekten schwieriger geworden, in menschlichen Siedlungsbereichen zu nisten, weiß Müller. „Früher haben viele Arten zum Beispiel im Fachwerk gehaust. Doch die Bauweise der Häuser hat sich eben verändert“, berichtet Bernd Fedders. Wichtig sei die Suche nach einem geeigneten Hotelstandort. Fedders empfiehlt: „Am besten dort, wo durch Sonnenstrahlen auch Wärme hinkommt.“

Besonders hohe Ansprüche stellen die Tiere an die Unterkünfte aber nicht. In vielen Fällen reichen Steine oder Holzklötze, in die kleine Höhlen gebohrt wurden, völlig aus. „Und in denen bauen die Insekten dann ihre Nester“, haben Paul und Marie gelernt. Zu Hause wollen die beiden ihre Hotels sofort aufstellen. Paul möchte eines vor seinem Zimmerfenster aufstellen, um gut beobachten zu können, welche Tiere dort einziehen. Denn das können auch Bernd Fedders und die anderen Naturschützer nicht vorhersagen: „Abwarten! Alles was kreucht und fleucht geht da rein.“

von Benedikt Bernshausen

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