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Herzhäuser testen aus: Energiegenossenschaft?

Windkraftnutzung Herzhäuser testen aus: Energiegenossenschaft?

Bei einem Infromationsabend am Montag soll das Interesse an der Gründung einer Energiegenossenschaft zur Nutzung der Windenergie auf den Höhenzügen des Dautphetaler Ortsteils ermittelt werden. Eingeladen sind auch Interessenten aus den Gladenbacher Stadtteilen Bellnhausen, Diedenshausen, Runzhausen und Sinkershausen.

Herzhausen. Nachdem sich bisher nur die Windkraftgegner zu Wort meldeten und die ortsinternen Gespräche am „Runden Tisch“ ergebnislos blieben, ergreifen die Windkraftbefürworter in Herzhausen die Initiative. Gernot Wege, Klaus Schneider, Dirk Reuter, Thomas Nispel, Manuel und Uwe Koch wollen am Montag, 10. Dezember, ab 20 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus des Dautphetaler Ortsteils ausloten, wie das Interesse der Herzhäuser und auch der Bewohner der benachbarten Orte Bellnhausen, Diedenshausen, Runzhausen und Sinkershausen an einer Energiegenossenschaft zur Nutzung der Windkraft auf den Höhenzügen an der Gemarkungsgrenze ist.

Dabei leitet die Initiatoren die Überzeugung, dass der Bau von Windkraftanlagen nicht zu verhindern ist, wenn die vorgesehenen Vorrangflächen vom Regierungspräsidium in Gießen im Regional-Teilplan Energie umgesetzt werden. Bei ihm hätten schon Investoren angefragt, bekennt zum Beispiel Uwe Koch. Doch die Initiatoren wollen eine Nutzung in Eigenregie für Herzhausen erreichen. Deshalb haben sie folgende Grundsätze aufgestellt, mit denen die Windkraftnutzung an der Gemarkungsgrenze zu prüfen ist:

nEigenverantwortliche Gestaltung der Standorte – keine „Übernahme der Flächen“ durch fremde Investoren;

nGleichberechtigte Mitbestimmung von Nichteigentümern und Eigentümern von Nutzungsflächen;

nDie Wertschöpfung bleibt in den beteiligten Dörfern;

nEigener Beitrag zur Energiewende.

Dazu will man am Montag „verantwortungsbewusste Alternativen statt kompromissloser Verhinderungstaktik ­aufzeigen“. Dabei soll es nicht um die Grundsatzdiskussion Pro oder Kontra Windkraft gehen, sagt Wege. „Wir wollen ausloten, ob die Mehrheit der Bevölkerung die Sache mitträgt, wie sie zur Genossenschaftsidee stehen“, sagt Reuter.

Weil auch die Orte in den angrenzenden Gemarkungen an einer gemeinschaftlichen Nutzung beteiligt sein sollen, sind auch deren Bewohner zur Veranstaltung am Montagabend eingeladen. Die Stadt Gladenbach habe schon signalisiert, eine gemeinsame Bauleitplanung mit der Gemeinde Dautphetal umsetzen zu wollen.

von Gianfranco Fain

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