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Heftiger Gegenwind für die Gemeindepläne

Teilregionalplan Energie Heftiger Gegenwind für die Gemeindepläne

Etwa 90 Dautphetaler Bürger diskutierten teilweise heftig über die Rolle der Gemeinde Dautphetal bei den Einwendungen zum „Teilplan Energie des regionalen Raumordnungsplanes“.

Herzhausen. Die Informationsveranstaltung der Gemeinde Dautphetal zum Thema Windvorrangflächen geriet zu einem Schlagabtausch zwischen Standortgegnern und den Gemeindevertretern. Im zweiten Teil des Abends ging es vermehrt um die zukünftigen potenziellen Standorte bei Herzhausen.

Gernot Wege bekannte als Vorsitzender der gegründeten Energiegenossenschaft, dass er kein Informationsdefizit feststellen könne. Wenn sich eine Wirtschaftlichkeit der geplanten Anlagen fraglich zeige, würden auch die Planungen derselben nicht fortgeführt. Darüber hätten laut Satzung 75 Prozent der Genossen zu entscheiden.

Siegfried Kerkiehn sprach das Verhalten zweier Investoren an, die sich in einer Gemeindevertretersitzung als Mitglieder der Bürgerinitiative Niederkaufungen ausgegeben und später auch in Herzhausen als potenzielle Flächenpächter aufgetreten seien. Dazu sagte der BI-Vorsitzende Reinhold Leinweber aus Holzhausen, dass, wenn Vorrangflächen für Windkraftanlagen vorhanden seien, diese auch bebaut würden.

Missstimmung in den Orten bereitet Dr. Falk Sorgen

Ein Bürger beklagte sich darüber, dass die Mehrzahl der Teilnehmer nicht mitgenommen werde und wünschte die Meinung der drei Fraktionsvertreter zu hören. Dr. Horst Falk (CDU) sagte, dass er seine Entscheidungen so treffe, wie er es persönlich für richtig halte. Ihm bereite die Angst und Missstimmung in den einzelnen Ortsteilen große Sorge, mehr als Infraschall oder Schlagschatten.

Joachim Ciliox (SPD) bekräftigte: „Wir stehen zu der Energiewende und müssen sehen, wo Alternativen herkommen.“ Diese Flächenbegutachtung sei auch beantragt worden, weil eine Mitbestimmung der Gemeinde funktionieren müsse. Michael Honndorf (FW) führte aus, dass es nicht das Ziel sei, die Gemeinde mit Windkraftanlagen zu überfluten und die Meinung der Bürger durchaus respektiert werde.

Auch eine mögliche Umzingelung von Windkraftanlagen sprachen Bürger an, deren Berechnung sich bereits bei einem Radius von 162 Grad bewegen, wobei bis zu 120 Grad als zulässig gelten.

Günter Grebe hat für Herzhausen berechnet, dass bei einem angenommenen Durchschnittswert für die etwa 140 Wohnhäuser von 12000 Euro bei einer Wertminderung um 30 Prozent sich insgesamt 4 Millionen Euro ergeben. Er fragte, wie die Gemeinde dies kompensieren wolle, worauf Bernd Schmidt antwortete, dass ihm kein Urteil für diese Sachlage bekannt sei.

Dieter Jurkat wollte wissen, warum die Gemeinde die Bürger erst nach dem 4. April informiere, wo doch die Gemeindevertretung schon alles entschieden habe. Dies hätte unbedingt vorher geschehen müssen. Nach Unmutsäußerungen über Unglaubhaftigkeit verließen einige Bürger den Saal.

„Wir wollen alle die Energiewende“, bekräftigte Jurkat, stellte jedoch die Glaubwürdigkeit des Bürgermeisters auch in Bezug auf die Zahlenangaben infrage. Jurkat hielt Schmidt vor, in der Regionalversammlung sicherlich nicht gegen die eigenen Pläne zu stimmen.

Gast: Schwarzstorch ist am 15. März gesichtet worden

Auch die Publikation in den Medien, dass der Schwarzstorch nicht in Herzhausen vertreten sei, widerlegte ein Zuhörer und sprach von vier Bruthorsten und dass der eine am 15. März in Herzhausen gesichtet wurde. Fachbereichsleiter Hermann Henkel sagte dazu, dass ihm aufgrund der vorliegenden Unterlagen vorher ein Vorkommen nicht bekannt gewesen sei.

Zum Schluss der dreistündigen Diskussion schlug ein Bürger vor, für Windkraftanlagen in interkommunaler Zusammenarbeit mit der Stadt Biedenkopf und der Gemeinde Breidenbach die Gebiete „Weißenberg“ und „Schwarzenberg“ miteinander zu verbinden, zumal dort ein Abstand zu Dautphe von mehr als 2000 Metern gegeben sei, 3,33 Prozent der Vorrangflächen erreicht würden und gemeinsame Zufahrtswege und Strom­trassen angelegt werden könnten.

Dazu stellte Henkel klar, dass der „Schwarzenberg“ schon im vorherigen Teilregionalplan Energie vorgesehen war und der „Weißenberg“ in den Gutachten und Untersuchungen noch nicht so weit gediehen sei. Schmidt sagte zu, Gespräche mit der Stadt Biedenkopf zu führen.

Ein Bürger machte die Podiumsteilnehmer auf die Brandgefahr bei Windkraftanlagen aufmerksam, die der Deutsche Feuerwehrverband publiziert habe. Ihm sei unverständlich, warum sich das Regierungspräsidium über diese Bedenken hinwegsetze.

von Helga Peter

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