Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Haushälterin wird zur Diebin

Amtsgericht Haushälterin wird zur Diebin

Wegen Schmuckdiebstahls wurde eine 59-Jährige zu einer Geldstrafe von 2 000 Euro verurteilt. Sie hatte Senioren um einen Teil ihres Goldschmucks erleichtert.

Voriger Artikel
Maske verbirgt Gesicht des Täters bei Raubüberfall
Nächster Artikel
Arndt Räuber: "Wir sind angekommen"

Biedenkopf. „Gelegenheit macht Diebe.“ Dieses Sprichwort umschreibt ein Geschehen, das Staatsanwalt Nils Eidam einer 59-jährigen Hinterländerin vor dem Amtsgericht Biedenkopf vorhielt. Vom Juni bis Oktober 2012 soll die Angeklagte, die bei einem Seniorenpaar stundenweise im Haushalt beschäftigt war, goldene Halsketten, Armbänder und Armreifen im Wert von 6000 Euro entwendet haben.

Gegenüber Richter Mirko Schulte gab die Angeklagte die Tat zu: „Ich habe diese Handlung begangen und weiß, dass ich mich schuldig gemacht habe.“ Aus ihrer finanziellen Not heraus - zu ihren laufenden Verpflichtungen kamen noch der Kauf von neuen Autoreifen und Heizöl hinzu -, habe sie sich keinen anderen Rat gewusst, so berichtete die Witwe.

Die Ersttat sei ein goldenes Armband gewesen, das im Bad an einem Haken hing. Als sie dieses an sich nahm, sei sie zitternd hinausgegangen. Das Armband habe sie ebenso zu Goldankäufern in Biedenkopf und Gladenbach gebracht, wie weitere Schmuckteile, die sie aus einer unverschlossenen Schatulle im Schlafzimmer stahl. Nachdem der Diebstahl aufflog, habe sie versucht, den Schmuck zurückzuholen, was ihr bei einem Armband gelang. Dem Ehepaar habe sie angeboten, ein Grundstück zu verkaufen, um die Schuld zu tilgen. Der Mann habe ihr gesagt, wenn er das Geld auf einen Schlag bekomme, wolle er auf eine Anzeige verzichten. Das gelang ihr trotz aller Bemühungen nicht.

Die Bestohlene berichtete, dass sie der Frau vertraute. Erst als auch aus der Kassette Goldschmuck fehlte, habe sie mit ihrem Ehemann gesprochen. Dieser legte Schulte Belege über den Kauf in Antalya vor: 8500 Euro für alle Stücke mit 14 oder 18 Karat. Nach einem erneuten Diebstahl, als die Angeklagte ihren Dienst im Haus verrichtet hatte, habe die 59-Jährige unter Tränen gestanden und sich bereit erklärt 5 000 Euro zu zahlen.

Staatsanwalt Eidam sah den Vorwurf des Diebstahls in fünf Fällen als erwiesen an und beantragte eine Gesamtstrafe von 140 Tagessätzen zu je 40 Euro. Die Angeklagte entschuldigte sich bei dem Ehepaar und bat um mildernde Umstände. Richter Schulte verurteilte die Angeklagte zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen à 25 Euro zahlbar in monatlichen Raten zu 100 Euro.

„Gelegenheit macht Diebe“ führte der Richter aus und sprach dabei den unverschlossenen Schmuck an. Letztlich blieben Zweifel an dem wirklichen Wert der Schmuckstücke, sodass er den Schaden auf 1 500 Euro für die Strafbemessung festsetzte.

von Helga Peter

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hinterland

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr