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Haus des Gastes gleicht einem Hangar

Modellflugausstellung Haus des Gastes gleicht einem Hangar

Rund 60 Modelle von Flugzeugen aller Art und Hubschraubern, manche im Wert von mehreren Tausend Euro, waren zu bewundern. 

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Nicht nur Vereinsvorsitzender und Stellvertreter, auch Partner im Synchron-Kunstflug mit ihren Maschinen: Rainer Kirch (links) und Harald Merte (Vorsitzender Modellfluggruppe Salzbödetal).

Quelle: Gianfranco Fain

Gladenbach. Kommen, schauen, informieren, fachsimpeln – all das war am Sonntag im Gladenbacher Haus des Gastes möglich, nur anfassen sollten die Besucher die Flugzeugmodelle nicht. Darauf wiesen überall Zettel hin – zu wertvoll an Zeit und Geld sind die flugfähigen Nachbauten echter Flieger für die Hobbymodellbauer, die aber den interessierten Besuchern gern Auskunft gaben.

Im Gladenbacher Haus des Gastes konnten die Besucher am Sonntag etwa 60 Modelle von Flugzeugen und Hubschraubern bewundern.

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Schließlich war ein Anlass der Ausstellung, Menschen für das Hobby des Flugzeugmodellbaus  zu begeistern oder deren Interesse zu vertiefen. So wie zum Beispiel bei Henri Ganz. Der 13-Jährige steckt noch in den Anfängen, besitzt einen Motorsegler, den er auf einer Wiese bei Altenvers starten lässt, und will mal sehen, was so alles möglich ist im Modellflugbau. Der demnächst 14-jährige Weipoltshäuser bleibt mit Vater, Mutter und Bruder gleich bei der MC Donnel Douglas MD 11 „hängen“.

Auf dem Weg zur Weltmeisterschaft

Das Modell von Horst Rehm ist im Maßstab 1:16 nachgebaut, hat eine Spannweite von 3,21 Metern und eine Länge von 3,83 Metern und ist 20 Kilogramm schwer. „Das ist eines unserer Highlights“, erklärt Harald Merte. Der Vorsitzende der Modellfluggruppe Salzbödetal verweist nicht ohne Stolz darauf, dass nicht nur der aus Frohnhausen stammende Erbauer der MD 11 der Modellfluggruppe Salzbödetal angehört, sondern zum Beispiel auch Wolfgang Weber, der eine selbstgebaute F 104 Gzeigt. Mit diesem „Starfighter“, im Maßstab 1:3 immerhin noch 4,5 Meter lang, wird der Mornshäuser in diesem Jahr an der Weltmeisterschaft in Leutkirchen teilnehmen.

Aber auch unter den rund 10 Prozent der Modelle, die nicht Vereinsmitgliedern gehören, gibt es Besonderheiten zu sehen wie eine „Grumman F9F Panter“ oder einen ADAC Rettungshubschrauber. Sie dienen dazu, die gesamte Breite der Möglichkeiten im Flugmodellbau zu zeigen. Vom Segelflieger bis zum Motorflugzeug – mit Zwei- oder Viertaktmotor, als Boxer oder in Sternen-Ausführung bis hin zur Jet-Turbine ist unter den rund 60 Nachbauten alles Erdenkliche dabei.

Und wenn Merte anfängt, von Werkstoffen wie Sperrholz und Kunststoffen in verschiedenen Zusammensetzungen, Schubkraft und Kilopond, Rauchgasanlage, Pneumatik, Empfänger und Verstärker zu erzählen, wird deutlich: Zum Modellflugzeugbau gehört schon ein wenig mehr, als bloß etwas zu schrauben und zu kleben. „Man muss schon wissen, was man da tut, sonst merkt man das beim Fliegen sehr schnell“, sagt Merte. Und das wäre schade, sind doch für ein- bis zweimeter Modelle durchaus Preise im vierstelligen Bereich zu zahlen.

Mit Sperrholz angefangen

Werkstoffkunde, Mechanik und Elektronik sollten also keine Fremdworte sein, sind aber auch zu erlernen. All das hat sich Merte in seiner rund 40-jährigen Hobbyarbeit selbst angeeignet – angefangen hat er mit Sperrholz und Laubsäge. Mittlerweile besitzt er mehrere Modelle. Zum Beispiel das der SU 31, an der er rund 500 Stunden geschraubt hat, um mit ihr Kunstflug zu betreiben.

Darin üben konnten sich auch die Besucher – an Computern simuliert. Auch wenn es manche sicherlich nicht im Sinne der Modellbauer betrieben. Die sechsjährige Sophia Klauser aus Breidenbach ließ begeistert den Flieger starten, freute sich aber am meisten, wenn die Landung realitätsnah danebenging. Merte nimmt‘s gelassen. Er freut sich über den besten Zuspruch seit es die Schauen gibt. Allein bis zum Mittag kamen 500 Besucher.

von Gianfranco Fain

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