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Handschellen klicken noch im Gerichtssaal

Körperverletzung Handschellen klicken noch im Gerichtssaal

Wegen vermuteter Wiederholungsgefahr kam ein 22-jähriger Hinterländer kurzzeitig in Haft. Die Verhandlung soll zeitnah fortgesetzt werden.

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Quelle: Symbolfoto: Paul Georg Meister / pixelio.de

Biedenkopf. Vorläufig festgenommen wurde am Donnerstagmittag ein 22-Jähriger im Sitzungssaal des Biedenkopfer Amtsgerichts. Der junge Mann musste sich dort wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigungen verantworten.

Geständig und reumütig zeigte sich der Angeklagte. „Es tut mir leid, was da passiert ist. So etwas kommt nicht wieder vor, ich hatte zu viel getrunken“, entschuldigte sich der 22-jährige Hinterländer beim Opfer und den Beteiligten nach den Vorfällen am Abend des 17. Mai. Auf dem Biedenkopfer Marktplatz hatte er zunächst einen 34-Jährigen ins Gesicht geschlagen. Etwa zwei Stunden später rastete er in der Polizeistation der Stadt aus. Dort soll er - so die Aussage zweier Polizisten - diese „aufs Übelste“ beleidigt haben.

Ein Urteil wurde gestern nicht gesprochen, die Verhandlung ist unterbrochen. Das Eingestehen der gegen ihn erhobenen Vorwürfe verhinderte nach gut 80-minütiger Verhandlung nicht seine vorläufige Festnahme. Ein Justizbeamter führte den Angeklagten in Handschellen ab, später nahm ihn die Polizei in Empfang und brachte den jungen Mann in eine Zelle. Amtsgerichtsdirektor Mirko Schulte wollte noch im Laufe des Tages darüber befinden, ob der 22-Jährige in Untersuchungshaft kommt.

Die Tat Mitte Mai in Biedenkopf spielte bei der Entscheidung, das Verfahren zu vertagen, nur eine Nebenrolle. „Wegen Wiederholungsgefahr muss ein Untersuchungshaftbeschluss geprüft werden“, erklärte Schulte. Der Richter verwies darauf, dass der Angeklagte bereits mehrfach wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt wurde und auch schon eine zweieinhalbjährige Jugendstrafe absaß.

Neben den beiden Punkten „gefährliche Körperverletzung“ und „Beleidigung“ liegen noch weitere Anklageschriften gegen den Hinterländer vor. Schulte sprach zudem von fünf neuen Ermittlungsverfahren der Kriminalpolizei Marburg gegen den Beschuldigten. „Ehrlich sind Sie ja“, sagte Schulte an die Adresse des Hinterländers, als dieser Alkohol- und Drogenkonsum zugab.

Auch Mutter und Schwester körperlich traktiert

Defizite im seelischen Zustand seines Mandanten hatte Rechtsanwalt Oliver Staab ausgemacht. Die Beziehung zu seiner Mutter und Schwester belaste ihn sehr. Nach einem früheren richterlichen Beschluss darf sich der Angeklagte nicht in häuslicher Umgebung der Frauen aufhalten. Die beiden soll er laut einer weiteren Anklage ebenfalls körperlich traktiert haben. Der 22-Jährige hat derzeit keinen festen Wohnsitz. Unterschlupf findet er bei Kollegen.

Der Verteidiger plädierte dafür, den drohenden Haftbefehl gegen seinen Mandanten außer Vollzug zu setzen - mit der Auflage, dass sich der 22-Jährige künftig nicht mehr in Biedenkopf aufhält. Außerdem habe sein Mandant einen neuen Job in Aussicht, den er am Montag in Bad Laasphe antreten wolle. „Wenn er Beschäftigung hat, kommt er nicht auf dumme Gedanken“, so der Rechtsanwalt.

Trotzdem ordnete der Richter die vorläufige Festnahme an, die aber später wegen nicht ausreichendem Tatverdacht aufgehoben wurde. Das Verfahren soll zeitnah - so Schulte - fortgesetzt werden.

von Michael Tietz

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