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Haft für Schläge mit Baseballschläger

Aus dem Amtsgericht Haft für Schläge mit Baseballschläger

Für einen Angriff mit 
einem Baseballschläger, bei dem der Sohn nach Überzeugung des Gerichts seinen Vater schwer 
verletzte, muss der 
 Drogenabhängige ins 
Gefängnis und eine 
Entziehung absolvieren.

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Ein Angeklagter muss für 44 Monate ins Gefängnis und in eine Entziehungsanstalt.

Quelle: dpa

Marburg. Drei Jahre und acht Monate Haft sowie Unterbringung in eine Entziehungsanstalt lautet gestern das Urteil des Marburger Amtsgerichts gegen einen 27-jährigen Gladenbacher. Der Drogensüchtige hatte seinen 61-jährigen Vater im Garten seines Hauses mit einem Baseballschläger mehrmals geschlagen und dabei schwer verletzt.

Der Angeklagte schwieg während der zwei Verhandlungstage, das Motiv blieb daher dem Gericht unklar. Am Ende der Beweisaufnahme stand für alle Beteiligten jedoch der Sachverhalt fest. Demnach wurde der Angeklagte am Abend des 12. Mai von seiner Mutter, die ihn später auch wieder mitnahm, zum Tatort gefahren. Dort schlug er mit dem Sportgerät mit voller Wucht mindestens zehnmal zu. Der Anwalt, der den Vater als Nebenkläger vertrat, sprach von „unglaublicher Brutalität, die, wie Vorstrafen zeigen, dem Angeklagten nicht wesensfremd ist.“

Ein an der Festnahme beteiligter Polizist sagte aus, dass bei dem Gladenbacher zuhause die Küche zertrümmert war. Dass dafür der Angeklagte am selben Tag ebenfalls verantwortlich war, berichtete die Mutter gegenüber Zeugen am Tattag. Vor Gericht verweigerte sie die Aussage.

Psychiater hält Therapie 
für „nicht hoffnungslos“

Ein toxikologisches Gutachten ergab, dass der Mann zur Tatzeit unter der Wirkung von unterschiedlichen Drogen und Medikamenten stand. Aus diesem Grund wurde ein psychiatrischer Sachverständiger zur Verhandlung hinzugezogen.

Der bescheinigt dem 27-Jährigen eine schwere Drogenabhängigkeit und schloss eine verminderte Schuldfähigkeit 
nicht aus. Die Taten, er hatte 
auch die Vermieterin seines 
Vaters geschlagen, würden mit dem Drogenkonsum zusammenhängen. Das ist die Voraussetzung für eine Unterbringung in der Entziehungsanstalt.

Und obwohl der Angeklagte, der in der Untersuchungshaft eine sehr hohe Dosis der Ersatzdroge Methadon bekommt, 
eine Therapie ablehnt, „halte ich es nicht für hoffnungslos“, so der Psychiater. Erfolglos betonte Verteidigerin Nadin Nitz, dass ihr Mandant 
zu viel Angst vor der Therapie und dem Entzug habe.

Das Gericht unter Vorsitz von Richter Dominik Best schloss sich der Auffassung des Sachverständigen und des Staatsanwalts Jonathan Poppe an und ordnete die Unterbringung an. „Der Angeklagte ist noch relativ jung“, betonte Best, er könne noch zu der Erkenntnis kommen, dass die Therapie ihm hilft.

Mit dem Strafmaß blieb das Gericht drei Monate unter dem Antrag des Staatsanwalts. Der Verteidigung, die zwei Jahre und sieben Monate gefordert hatte, 
hielt Best entgegen, dass davon ausgegangen werde, dass auch Gesichtsverletzungen des Opfers von dem Baseballschläger stammen. Zudem leidet der Vater auch Monate nach der Tat noch unter einer offenen Wunde am Bein.

Nitz hatte ausgeführt, dass kein Zeuge genau gesehen habe, ob die Gesichtswunden von Schlägen mit dem Baseballschläger stammen. Der Täter könnte auch mit der Faust zugeschlagen haben.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

von Heiko Krause

 
 
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