Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 15 ° wolkig

Navigation:
Gutachten soll Frage der Kontamination

Ex-Bahntrasse Gutachten soll Frage der Kontamination

Der Bau- und Planungsausschuss der Stadt 
Gladenbach bereitet den Weg für die zweite 
Beteiligungsrunde bei der Änderung des Flächennutzungsplans der Bahnstrecke „Erdhausen/Mornshausen“.

Voriger Artikel
Kulturwoche flößt Leben ein
Nächster Artikel
„Hauptsache, das Bett 
wird leer“

Der einst belebte Bahnhof in Gladenbach hat seine besten Jahre hinter sich. Die Stadt hat das Gebäude gekauft, findet allerdings bislang noch keinen Investor.

Quelle: Silke Pfeifer-Sternke

Gladenbach. Die Ausschussmitglieder werden den Stadtverordneten empfehlen, den leicht veränderten Flächennutzungsplan abzusegnen.

Die Änderungen waren notwendig, nachdem aus der ersten Beteiligungsrunde abwägungsrelevante Stellungnahmen bei der Stadt eingegangen sind, auf die das Planungsbüro reagieren musste. Im Stadtteil Mornshausen sollen nun weniger Bauflächen und dafür mehr Grünflächen ausgewiesen werden.

Der Grund ist das Vorkommen von Reptilien: Zauneidechsen und Schlingnattern. Beide Tierarten gelten als besonders schützenswerte Arten. Die Tötung der seltenen Tiere will man vermeiden, deshalb soll eine zusätzlich auszuweisende Naturfläche dazu dienen, dass die kleinen Tiere dorthin ausweichen können.

Auch ist geplant, für die Firmen Berning und Zimmermann Erweiterungsflächen vorzuhalten. Auch die Obere Forstbehörde hatte ein Teilstück angemahnt, der Waldstatus hat und als solcher ausgewiesen werden sollte. Deshalb wurden im geänderten Flächennutzungsplan die Schutzmaßnahmen angepasst auf: Wald, Vögel und Reptilien.

Die Zufahrt zum Bürgerhaus in Mornshausen bleibt wie geplant weiter erhalten. Eventuell ist dort vorgesehen, weitere Parkflächen auszuweisen. Dies sei mit der Planänderung vereinbar, erklärte das Planungsbüro.

Die geplante Nutzung der Bahnstrecke für Wohnbau und Gartennutzung sei weiterhin möglich. Allerdings müsste nun noch ein Gutachten in Auftrag gegeben werden, um sicherzustellen, dass das zu veräußernde Gelände nicht mit Schadstoffen kontaminiert ist. Die fordern das Regierungspräsidium und der Landkreis. Die Ergebnisse dieses Gutachtens fließen in die Planung mit ein.

Bauamtsleiter: Belastung muss untersucht werden

Bürgermeister Peter Kremer stellte die Frage in den Raum, ob nur die Verkaufsflächen oder auch die größeren Biotopflächen auf Kontaminierung untersucht werden müssten. Das Planungsbüro erläuterte, dass sich das Gutachten auf die Verkaufsflächen beschränkt, da dort zu vermuten steht, dass eventuell Kinder auf den Grundstücken spielen und womöglich mit Schadstoffen in Berührung kommen.

Auch sei es möglich, dass beim Anbau von Obst und Gemüse Schadstoffe über die Nahrung aufgenommen werden. Dies gelte es zu vermeiden, deshalb sei das Gutachten Voraussetzung für die weitere Planung. Es reicht offenbar aus, die ausgewiesenen Mischgebiete auf einem Teilstück (alle 100 Meter) mit einem Messpunkt zu untersuchen.

Bauamtsleiter Ulrich Weber erklärte den Ausschussmitgliedern: „Wir kommen an dem Gutachten nicht vorbei“, nachdem mehrere Stimmen hohe Kosten befürchtet haben. Er wies darauf hin, dass ein häppchenweise Untersuchen – jeweils bei einem Grundstücksverkauf – deutlich teurer werde.

Weber erinnerte auch daran, dass zwar bei der Untersuchung des Bahnhofgeländes in Gladenbach keine Belastung festgestellt worden war. Dennoch benötige die Stadt bei der neuen Planung Sicherheit, erklärte er.

Schließlich erörterten die Ausschussmitglieder noch das Freilegen der Verrohrung, die an vier Stellen der Trasse vorhanden ist. Nach dem hessischen Wassergesetz seien diese Abschnitte zu renaturieren, allerdings müsse dies nicht im Verlauf des geplanten Verfahrens erfolgen, erklärte das Planungsbüro.

Bei zwei Enthaltungen stimmte der Bau- und Planungsausschuss den Änderungen zu und wird dem Parlament die Zustimmung empfehlen. Mit einem endgültigen Beschluss ist erst nach der Kommunalwahl zu rechnen, frühestens im Mai oder Juni.

von Silke Pfeifer-Sternke

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr