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Grüne wollen Zukunft für Geburtshilfe

Geburtshilfestation Grüne wollen Zukunft für Geburtshilfe

Die Grünen im Landtag bringen einen Antrag ein, der die Versorgung in der Geburtshilfe im ländlichen Raum sichern soll.

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Kordula Schulz-Asche (kleines Foto), Angela Dorn (von links), Bettina Löffler und Angela Thränhardt erörtern die Situation bei der Geburtshilfestation in Biedenkopf.Fotos: Silke Pfeifer-Sternke

Biedenkopf . Die unsichere Zukunft der Biedenkopfer Geburtshilfestation hat bundesweit hohe Wellen geschlagen. Nun will die Grünen-Landtagsfraktion erreichen, dass die von der Existenz bedrohte Geburtshilfe in allen Regionen Hessens vorhanden sein muss. Ein entsprechender Antrag soll im Landtag eingebracht werden, um den Schwangeren ein gut erreichbares Angebot zur Entbindung zur Verfügung zu stellen.

Einen Eindruck von der Wichtigkeit der Geburtshilfestation vor Ort verschafften sich gestern Kordula Schulz-Asche, Gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion und stellvertretende Fraktionsvorsitzende, sowie die aus Marburg stammende Landtagsabgeordnete Angela Dorn und die Kreistagsabgeordnete Angela Thränhardt. Sie wollten erfahren, wie eine langfristige Lösung für die Biedenkopfer Geburtshilfe aussehen kann und welche Unterstützung die Verantwortlichen im Krankenhaus von der Politik erwarten. Das drohende Aus für die Biedenkopfer Geburtshilfe resultiert daraus, dass der Kreißsaal nicht wirtschaftlich betrieben werden kann. Pro Jahr kommen in Biedenkopf 400 Baby zur Welt, 800 müssten es sein, um die Kosten zu decken. Gravierend verschlechtert hat sich zudem die Situation, nachdem sich die Haftpflichtversicherungsprämie für die vier Belegärzte pro Kopf um fast das Vierfache erhöht hat. „Das hat das Fass zum überlaufen gebracht“, sagt Gynäkologe Patrick Giffels. Die Frage sei nun, ob es politisch gewollt sei, dass die Versorgung im ländlichen Raum gewährleistet werden kann, sagte er weiter.

Die leitende Hebammen Bettina Löffler ergänzte, dass es nicht sinnvoll ist, die Personalkosten zu drücken, indem Hebammen nur auf Rufbereitschaft zur Entbindung in die Klinik fahren. „Was passiert in einem Notfall?“, warf Giffels ein, der davon sprach, dass auch die kleinen Kliniken 24 Stunden pro Tag an 365 Tage im Jahr für solche Fälle Hebammen, OP-Bereitschaft, Ärzte, und Anästhesisten bereitstellen müssen.

Ohne die geplante Kooperation zwischen DRK-Krankenhaus, Belegärzten und Universitätsklinikum Gießen-Marburg wäre die Geburtshilfestation zum 31. März 2013 geschlossen worden. Nach Verhandlungen ist der Fortbestand zunächst bis zum 31. März 2014 gesichert - wenn der Vorstand der Rhön-Kliniken AG am 12. Dezember dem Vorhaben zustimmt. Beim Ja sind die Kündigungen für die 14 Hebammen vom Tisch. Für den 18. Dezember ist der Güteverhandlungen am Arbeitsgericht terminiert.

von Silke Pfeifer-Sternke

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