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Großbrand verändert eine Stadt

Theaterspiel Großbrand verändert eine Stadt

In einem Theaterstück will der Biedenkopfer Christoph Kaiser den Stadtbrand 1717 mit ­seinen gewaltigen Ausmaßen wieder ins Gedächtnis rufen.

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Christoph Kaiser (links) verstand es, Theaterbegeisterte für seine Idee eines Theaterstückes über die Biedenkopfer Stadtbrände zu gewinnen.

Quelle: Helga Peter

Biedenkopf. Im Jahre 2017 könnte sich die Geschichte Biedenkopfs nach 300 Jahren wiederholen - wenn auch nicht realistisch, so doch theatralisch. Ein trauriges Jahr für die Stadt war 1717.

Am 28. Juli, als die meisten Einwohner sich auf dem Battenberger Markt befanden, entstand eine große Feuersbrunst, die in kurzer Zeit nicht weniger als 147 Häuser einäscherte. In den Vormittagsstunden entstand ein Oberstadt-Feuer, das schnell um sich griff. Innerhalb von drei Stunden wurde fast die ganze Stadt eingeäschert.

Diese Historie greift der Biedenkopfer Christoph Kaiser zusammen mit Elvis Benner, Eigentümer des Schenkbarschen Hauses, das die Brandkatastrophe überstanden hat, auf und will daraus ein Theaterstück inszenieren. Es soll 2017 aufgeführt werden. Ein erstes Treffen mit Theaterinteressierten fand am Freitagabend im Schenkbarschen Haus statt.

Bei Christoph Kaiser ist die Begeisterung förmlich zu spüren. Der Funke sprang auch auf die neun Theaterbegeisterten über. Kaiser freut sich darüber, dass sich bereits 20 Personen mit oder ohne Bühnenerfahrung im Alter von elf bis 67 Jahren bei ihm gemeldet haben. Bevor jedoch ganz konkrete Theaterproben stattfinden, will Kaiser zunächst mit den Darstellern das Sprechen proben. Dies sei insbesondere für diejenigen gedacht, die noch keine Bühnenerfahrung haben, erklärte er.

„Lass dir ein bisschen Zeit“, nach diesem Motto will Kaiser vorgehen und stellt sich vor, dass das Theaterstück je nach Witterung 2017 im Schloss oder auf dem Innenhof aufgeführt werden kann. Die Proben sollen in der dritten Januarwoche des kommenden Jahres beginnen.

Als Probenraum wird das evangelische Gemeindehaus dienen. Da das Theaterstück in der Barockzeit spielt, sollen die Kostüme für diese Zeit­epoche ausgelegt werden und auch die Mundart soll nicht zu kurz kommen.

Außer dem großen Brand 1717 hätten weitere Brände dafür gesorgt, dass sich die Altstadt verändert hat. In Zusammenarbeit mit Gerald Bamberger habe es auch neue Erkenntnisse zu diesen Bränden gegeben. So sei aus einem längst vergessenen Plan zu ersehen, das ein Haus nach der Brandkatastrophe schon wieder aufgebaut worden sei, obwohl die Straßenführung eigentlich eine ganz andere sein sollte. Auch das Pfarrhaus sei 1718 als eines der ersten Häuser wieder errichtet worden.

Das Schenkbarsche Haus, das von den Flammen verschont wurde, stammt ursprünglich aus dem Jahr 1180 und wurde unter Schultheiß Schenckbar 1610 umgebaut. Die heutigen Besitzer Kaiser und Benner erhielten für die Restaurierung den Hessischen Denkmalschutzpreis 2012 und im folgenden Jahr den Denkmalschutzpreis des Landkreises Marburg-Biedenkopf.

von Helga Peter

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