Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
"Grenzgang" - der Film feiert Premiere

Filmpremiere "Grenzgang" - der Film feiert Premiere

Am Samstag, 29. Juni, feiert der Film "Grenzgang" Premiere beim Filmfest in München. Der Filmetat betrug rund 1,4 Millionen Euro.

Voriger Artikel
Genossenschaft will Gasthof kaufen
Nächster Artikel
Frohnhausens Ortsbeirat blickt mit Zuversicht auf Festtage

Kerstin, gespielt von Claudia Michelsen, und Historiker Thomas, gespielt von Lars Eidinger, kommen sich vor dem Grenzgangsfest in ihrem Heimatort wieder näher. Am 29. Juni feiert der Film über das Biedenkopfer Traditionsfest in München Premiere.Foto: WDR

Biedenkopf . Der im Suhrkamp-Verlag erschiene Bestseller „Grenzgang“ des Biedenkopfers Stephan Thome wurde vom WDR aufwendig verfilmt. Der 88 Minuten lange Streifen über das dreitägige Traditionsfest, das alle sieben Jahre in der Hinterlandkommune Biedenkopf gefeiert wird, wird am 29. Juni in München gezeigt. Dem Produzenten und dem Sender standen mehrere Festival-Einladungen offen, die Entscheidung fiel auf das Filmfest der „TV Movie Reihe“.

Im Roman und im Film kommt Biedenkopf als Titel zwar nicht vor - die Handlung spielt in Bergenstadt -, aber, dass Biedenkopf eigentlich keine Rolle spielt, stört keinen der Hinterländer Statisten, die zum Gelingen des Film beigetragen haben. Vielmehr sind sie wie Kulturreferentin Birgit Simmler gespannt darauf, wie das literarische Werk von Regisseurin Brigitte Maria Bertele umgesetzt wurde. Insgesamt 900 Statisten haben bei der Entstehung des Films mitgewirkt, ein Großteil davon kam aus Biedenkopf.

Zum Inhalt: Als vor sieben Jahren in der Kleinstadt Bergenstadt das „Grenzgang“-Fest gefeiert wurde, geriet das Leben von Kerstin, gespielt von Claudia Michelsen, zum ersten Mal aus den Fugen, nicht zuletzt durch die kurze, aber intensive Begegnung mit Historiker Thomas (Lars Eidinger).

Brauchtum wird über die Landesgrenzen hinaus bekannt

Als das Fest erneut bevorsteht, machen Kerstin der Ex-Mann, der pubertierende Sohn und die demenzkranke Mutter zu schaffen. Thomas‘ Universitätskarriere wiederum ist gescheitert, er floh zurück in die ländliche Heimat und ist Studienrat geworden.

Vor dem Grenzgangsfest kommen sich er und Kerstin wieder näher, doch beide tragen schwer an den Folgen ihrer zerplatzten privaten und beruflichen Träume.

Dass Biedenkopf nach der Ausstrahlung des Films einen Tourismus-Boom erfahren wird, davon geht die Kulturreferentin nicht aus. Vielmehr werde das „wertvolle Brauchtum“ des Biedenkopfer Grenzgangs bundesweit nun noch bekannter, als ohnehin schon durch Thomes Romanvorlage, glaubt Simmler.

An 25 Tagen wurde gedreht - auch an Originalschauplätzen während des Biedenkopfer Grenzgangsfestes 2012. Bis auf zwei abschließende Drehtage in Berlin, standen außer in Biedenkopf und Umgebung auch Filmaufnahmen in Marburg an. Drehbeginn war am 25. September 2012, einen Monat später waren die Filmaufnahmen bereits beendet. Anschließend wurde das Filmmaterial gesichtet. Fertiggestellt wurde der Film im Frühjahr dieses Jahres, wie die „teamWorx“ Television & Film GmbH gegenüber der OP mitteilte.

„10000 Grenzgänger marschierten die Grenze entlang, das wird bei vielen Zuschauern Erstaunen hervorrufen“, ist sich Simmler sicher. Gedreht wurde zudem am Biedenkopfer Marktplatz, und es gab Solo-Aufnahmen von den Wettläufern und dem Mohr. Allerdings sind die Repräsentanten des Grenzgangs im Film nicht von vorn zu sehen. Ihre Gesichter sind verdeckt, und so werden die Biedenkopfer den Mohren Martin Werner im Film nur von hinten zu sehen bekommen.

Noch steht nicht fest, ob eine Biedenkopfer Delegation zur Premiere des Films nach München fährt. Aber es liegt Spannung in der Luft. „Ich bin angenehm neugierig“, gibt Simmler zu.

Romanautor Thome soll laut „teamWorx“ sehr angetan sein, von dem was Drehbuchautorin Hannah Hollinger und Regisseurin Bertele aus seiner Vorlage gemacht haben. Sein Kommen zur Premier sagte er wegen einer Goethe-Institut-Verpflichtung ab.

von Silke Pfeifer-Sternke

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr