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Erster Schweiß fließt an „Hauwaldstirn“

Grenzgang Buchenau 2013 Erster Schweiß fließt an „Hauwaldstirn“

Um 5.30 Uhr wecken drei Böllerschüsse die Buchenauer. Damit niemand weiterschläft, fährt die Feuerwehr durch den Ort und lässt Musik über die Lautsprecher ertönen: Es ist Grenzgang, die erste Etappe wartet.

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Bürgermeister Bernd Schmidt wird von den Wettläufern Christian Platt (links) und Stefan Landschneider an der Brungershäuser Grenze über den Grenzstein „gehuppcht“.

Quelle: Benedikt Bernshausen

Buchenau. Die „Hauwaldstirn“ - wer am Fuße steht, weiß, weshalb Bürgeroberst Dieter Veit bei der Begrüßung der Grenzgänger um 6.30 Uhr von „unserem Mount Everest“ sprach. Es wird ein quälender Anstieg. Nur mit Mühe setzen die Grenzgänger einen Fuß vor den anderen. Der Boden ist trocken, wird umso rutschiger, je mehr Grenzgänger den schmalen steilen Pfad erklimmen. Jeder Baum wird genutzt, um sich daran hochzuziehen. So mancher legt mehrere kurze Verschnaufpausen ein. Jeder achtet sehr darauf, nicht abzurutschen. Kurz vor dem „Gipfel“ ergreifen die Grenzgänger gern die helfenden Hände der Sanitäter und lassen sich den letzten Schritt hinaufziehen.

Zum Glück sind die Wetter­bedingungen so, wie es sich ein Grenzgänger nur wünschen kann: trocken, aber nicht heiß. Der Anstieg an der „Hauwaldstirn“ bringt den Kreislauf der Grenzgänger richtig in Schwung und zum ersten Mal fließt der Schweiß.

Weitere Hinweise Veits, aus seiner kurzen und launigen Ansprache, lassen das Fußvolk einiges verstehen. Man wisse nicht, ob Abordnungen der Dörfer die Grenzgänger begrüßen werden. Deshalb: „Sollte der Zug halten, dann trinkt der Oberst wieder und schwätzt zu viel.“

Unterwegs steigert sich Veit noch. Beim „Huppchen“ am Warzenbacher Grenzstein bringt er die Massen zum Lachen: „Der Bürgeroberst trinkt für euch alle!“ Zu diesem Zeitpunkt ist der Zug unter Anführung der Komiteemitglieder zeitlich schon etwas in Verzug. Um 6.54 Uhr, nach dem Singen des Buchenau-Lieds, gab Veit das Kommando „Grenzgang Marsch“, gegen 9.30 Uhr war der Frühstücksplatz „Ebenheit“ erreicht - etwa 30 Minuten später als bei vorherigen Grenzgängen.

Rund 2500 Buchenauer und Gäste strömen hinab und verteilen sich auf dem großen Platz. Von unten erklingt fröhliche Musik. Die Mühe hat sich gelohnt. In entspannter Atmosphäre, im Schatten der Bäume, genießen die Grenzgänger die Rast und stärken sich für den zweiten Teil der ersten Etappe. Weil es so schön gesellig ist, gibt Bürgeroberst Veit erst mit einer 45-minütigen Verspätung den Befehl zum Abmarsch.

Begonnen hatte das bunte Treiben am Haus von Jens Wege. Den Mohr des Buchenauer Grenzgangs 2013 holten die anderen Repräsentanten, das Komitee, die Grenzgangsreiter, der Spielmannszug und Mitglieder der vier Damm-Gesellschaften gegen 6 Uhr dort ab und geleiteten ihn zum Kirchplatz, von wo aus das Spektakel seinen Anfang nahm.

von Gianfranco Fain,Silke Pfeifer-Sternke
und Benedikt Bernshausen

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