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Grenzgänger ziehen positives Fazit

Bilanz Grenzgänger ziehen positives Fazit

Knapp drei Monate liegt der Biedenkopfer Grenzgang zurück. Zeit für den Grenzgangsverein, sich der Manöverkritik zu stellen. Das taten die Verantwortlichen im “Hütter Treff”.

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Quelle: Thorsten Richter

Biedenkopf. „Für uns ist es wichtig, zu wissen, was beim nächsten Mal besser oder anders laufen könnte“, verdeutlichte Arnd Prätorius, Vorsitzender des Grenzgangsvereins, den Zweck der Zusammenkunft. Er fügte hinzu: „Natürlich freuen wir uns auch über positive Rückmeldungen.“

Prätorius und seine Mitstreiter ernteten viel Lob von den rund 70 Anwesenden. Es herrschte eine große Übereinstimmung in der Ansicht, dass der Grenzgang 2012 ein unvergessliches und zudem überaus gelungenes Ereignis war. Und, dass das Volksfest hinsichtlich seiner Kapazitäten sprichwörtlich an seinen Grenzen angekommen sei. Verbesserungsvorschläge gab es in Bezug auf das eine oder andere - überwiegend kleinere - organisatorische Detail.

Ein Problem sieht der Grenzgangsverein in der Ausdehnung des Grenzgänger-Zuges. Auf dem Weg zu den Frühstücksplätzen sei eine große Zahl an Spaziergängern zu dem Zug gestoßen, sagte Arnd Prätorius - was in den Augen des Grenzgangsvereins längst nicht so problematisch wäre, wenn sich die Hinzugekommenen dem Zug an dessen Ende anschlössen. Allerdings hätten sich viele Spaziergänger unter die Burschenschaften und Männergesellschaften im vorderen Teil des Zuges gemischt. Dadurch sei der Zug weit auseinander gerissen worden. Dies erschwere das gemeinsame Einmarschieren auf die Frühstücksplätze, stellten die Verantwortlichen klar. Arnd Prätorius gab zu: „Ich weiß leider noch keine Patentlösung darauf.“

Ausführlich diskutierten die Versammelten die Situation in den Bussen, mit denen Frühstücksplatz-Besucher in die Stadt zurück befördert wurden.

Nur Situation an den Bussen sorgte für Unruhe

Offenbar hätten einige Festgäste Angst gehabt, keinen Platz mehr in den Bussen zu bekommen. Dies habe einen Verlust der Reihenfolge, in der die Busse besetzt werden sollten, zur Folge gehabt. So hätten sich auch vor den Bussen, die noch nicht zur Abfahrt bereit standen, lange Schlangen gebildet. Vielfach habe dies zu Irritationen geführt. Für den Grenzgangsverein ein ärgerlicher Zustand, hatten die Verantwortlichen doch im Vorfeld darauf hingewiesen, dass Busse in ausreichender Zahl zur Verfügung stünden. Die Anwesenden waren sich einig, dass sich in diesem Punkt beim nächsten Grenzgang etwas ändern muss. Aber wie? Mit mehr Ordnern?

Richard Clös, Grenzgangsbeauftragter der Männergesellschaft Kottenbach-Marktplatz, fand deutliche Worte: „Gegen Unvernunft ist nur schwer anzukommen, da nützen auch zehn Ordner nichts.“ Viel Wichtiger sei es seiner Meinung nach, im Vorfeld noch deutlicher darauf hinzuweisen, „dass es genug Busse gibt, und dass grundsätzlich jeder die Möglichkeit hat, mit dem Bus vom Frühstücksplatz wegzukommen“. Dann, so war er sich sicher, „erfolgt auch eine Selbstdisziplinierung“.

Nicht nur bei dem Thema Busse sieht sich der Grenzgangsverein mit der Unvernunft einiger Festgäste konfrontiert. Auch beim morgendlichen Antreten auf dem Marktplatz sei es immer wieder zu Situationen gekommen, in denen es einigen Schaulustigen an Einsicht fehlte. „Einige Zuschauer drängeln sich vor, das wird von Grenzgang zu Grenzgang gefährlicher“, betonte Prätorius mit Blick auf die Gefahr, dass ein Pferd scheuen könnte. Reitbeauftragter Jörg Michel erklärte, dass die Aufforderung, ein paar Schritte zurückzutreten, bei einigen Leuten aggressive Reaktionen hervorgerufen habe. Rüdiger Heinz, Schriftführer des Grenzgangsvereins, schlug vor, beim nächsten Grenzgang mehr Drängelgitter aufzustellen.

Trotz der ein oder anderen Meinungsverschiedenheit im Detail fiel die Manöverkritik insgesamt deutlich positiv aus. Versammlungsteilnehmer Dieter Netsch stellte klar, dass die Fehler „im Verhältnis zu dem, was richtig gemacht wurde“, völlig unbeträchtlich seien.

Ein dickes Lob kam auch von Seiten des Festwirts Hans-Eberhard Bosch. „Die Zusammenarbeit mit den Fassmeistern war erstklassig“, sagte der Seniorchef der Laaspher Brauerei.

Positive Rückmeldungen zum Ablauf auf dem Festplatz „Auf der Bleiche“ erhielt der Grenzgangsverein von Seiten der Polizei, des Sicherheitsdienstes und des Rettungsdienstes.

Veränderungen seien für den nächsten Grenzgang beim Feuerwerk geplant. „Kürzer und höher soll es werden“, sagte Prätorius. In seinem Ausblick auf den Grenzgang 2019 wies der Vorsitzende darauf hin, dass die Zeit zwischen Ostern und Grenzgang 16 Tage kürzer sei als in diesem Jahr (Ostern ist am 21./22. April). Aus organisatorischen Gründen lohne es sich darüber nachzudenken, die Gründungen der Burschenschaften und Männergesellschaften auf einen früheren Zeitpunkt zu verlegen. Bislang waren die Gründungen üblicherweise am Ostersamstag.

von Björn-Uwe Klein

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