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Glücklich mit den Wunsch-Großeltern

Aktion Glücklich mit den Wunsch-Großeltern

Dass ehrenamtliche Wunsch-Großelterngesucht und begehrt sind, wurde in der Informationsveranstaltung desGemeinschaftsprojektes "Enkel-Dich-Fit" sehr deutlich.

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Agnes Protz (hinten stehend) und Doris Klapperich (vorne von links) sowie Helga Fröhling stellten das Projekt „Enkel-Dich-Fit“ vor. Helga Fröhling berichtete dabei von ihren Erfahrungen als Wunsch-Oma des fünfjährigen Silas Dörr. Die Ideengeberin und Silas‘ Mutter Andrea Dörr-Silvestri aus Weidenhausen (rechts) war ebenfalls zugegen.Foto: Helga Peter

Gladenbach. Am Mittwoch stellte Diplom-Pädagogin Doris Klapperich in der Unterkirche der katholischen Kirche das Projekt „Enkel-Dich-Fit vor. Als Ideengeber für die Aktion gilt Andrea Dörr-Silvestri, eine Mutter von zwei Kindern aus Weidenhausen.

Anhand eines Films verschafften sich die Teilnehmer einen Einblick in das ehrenamtliche Engagement von Wunsch-Großeltern, die in vielfältiger Weise auf die ihnen anvertrauten zu betreuenden Kinder eingingen.

Wunschgroßeltern erhalten eine Fortbildung

Diplom-Sozialpädagogin Agnes Protz, die seit elf Jahren in der Außenstelle des Diakonischen Werkes in Gladenbach mit Beratungsarbeiten betraut ist, führte aus, dass viele Kinder nicht in den Genuss kämen, Großeltern zu haben. Andererseits würden ältere Menschen gerne mehr Zeit mit Enkeln verbringen. Dabei komme es jetzt darauf an, beide Personengruppen zusammenzubringen. Wichtig sei, dass die Wunsch-Großeltern in ihrer Tätigkeit begleitet werden und ein ständiger Kontakt bestehe.

Für die Wunschgroßeltern werde ein Versicherungsschutz eingerichtet und es sollen ein Austausch sowie Fortbildungen angeboten werden. Dabei werde ein erster Kontakt begleitet und abgesprochen, in welcher Weise die Betreuung erfolgen könne. Zur Sicherheit müsse jedoch im Vorfeld ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorgelegt werden. Dies sei unabdingbar, sagte Protz.

Deutlich wurde aus dem Kreis der Besucher, dass ein großes Interesse an diesem Projekt besteht und mehrere Teilnehmer konkret ihren Bedarf nach Wunschgroßeltern äußerten.

Propaganda sei jetzt dringend vonnöten, sagte Doris Klapperich. Interesse an einer Tätigkeit als Wunsch-Oma zeigte auch eine Bad Endbacher Bürgerin. Sie beklagte: „In meiner Nachbarschaft war immer Leben und dies ist heute nicht mehr so.“

Wie gut die Aufgabe einer Wunsch-Oma funktioniert davon berichtete der fünfjährige Silas Dörr aus Weidenhausen, der schon geraume Zeit von Helga Fröhling, auch Mitglied des überkonfessionellen Teams, betreut wird.

Silas Dörr spielt gernmit der Wunsch-Oma

„Mit meiner Wunsch-Oma spiele ich. Heute haben wir Blumen abgeschnitten (die Sonnenblumen, die zur Dekoration der Info-Veranstaltung dienten). Das macht Spaß und das allerbeste ist das Seilbahnfahren auf dem Spielplatz in Weidenhausen“, sagte der Fünfjährige. Dessen Mutter, Andrea Dörr-Silvestri, berichtete, dass sie aufgrund der räumlichen Entfernung nicht auf Großeltern zurückgreifen könne.

Sie sei Mutter von zwei Kindern, zudem berufstätig und oftmals reiche die Geduld für das gemeinsame Spielen mit den Kindern einfach nicht aus. So sei sie auf die Idee einer Leih-Oma gekommen.

Helga Fröhling berichtete, dass sie völlig unerwartet zu einer Wunsch-Oma geworden sei. Diese Tätigkeit bereite ihr viel Freude. Sie selbst sei noch keine Oma, jedoch der Umgang mit anvertrauten „Enkelkindern“ sei viel entspannter als dies bei den eigenen Kindern gewesen sei. Dies sei nicht zuletzt auf ein Mehr an Geduld zurückzuführen, was eben als „Oma“ vorhanden sei. Auch die Natur erlebe sie durch den Umgang mit den Kindern mit anderen Augen. Ausgesprochen wichtig für die Kinder sei es, dass eine Bezugsperson vorhanden ist, meinte sei.

Daran knüpfte Doris Klapperich mit dem afrikanischen Sprichwort an, das lautet: „Um ein Kind großzuziehen, braucht man ein ganzes Dorf.“ Es sei wichtig, dass Kinder gut und liebevoll aufwachsen, ergänzte sie.

nZur Informationsveranstaltung eingeladen hatten Doris Klapperich vom Caritasverband Wetzlar/Lahn-Dill-Eder, Agnes Protz vom Diakonischen Werk Biedenkopf-Gladenbach und Helga Fröhling von Special Service - Kirche und mehr.

von Helga Peter

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