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Gleise bringen Wirtschaft in Schwung

Bahngeschichte Gleise bringen Wirtschaft in Schwung

Einen Einblick in die Bedeutung der Aar-Salzböde-Bahn geben Markus Hemberger und Stefan Runzheimer, die sich beide intensiv mit der Historie der heimischen Bahn beschäftigen.

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Zur Wasserversorgung der Dampfloks wurde das Wasser aus der Salzböde in einen Hochbehälter im Turmanbau des Gladenbacher Lokschuppens gepumpt. Dieser versorgte zwei Wasserkräne, der hintere ist hier 1969 in Aktion zu sehen.

Quelle: Manfred Ritter

Gladenbach. Auf Einladung des Heimat- und Museumsvereins Amt Blankenstein werden die beiden am 15. November ab 19 Uhr die Gäste in der Leinweberstube des Haus des Gastes zu einem Ausflug in die heimische Bahngeschichte einladen.

„Die mittlerweile vollständig abgebaute Bahnstrecke von Niederwalgern nach Herborn öffnete unserer Region das Tor zur ,großen, weiten Welt´, und ermöglichte den an der Bahn gelegenen Gemeinden und Städten eine wirtschaftliche Entwicklung, die diesen ein gewisses Maß an Wohlstand brachten“, erinnert Hemberger.

Nahverkehrszug nach Herborn auf dem Hartenröder Viadukt.

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„Wir werden an diesem Abend die wichtigsten Stationen dieser Entwicklung des Baus, der Eröffnung und des alltäglichen Betriebes berichten“, kündigt der Kirchverser an und betont, dass dabei der Mensch, der die Bahn baute und durch seinen Einsatz als Bediensteter, aber auch als Nutzer am Laufen hielt, im Mittelpunkt stehen soll. Ergänzt wird diese Vorstellung in Wort und Bild durch eine kleine Ausstellung von Gegenständen, Dokumenten und Bildern, die den einstigen Bahnhof Gladenbach, den einstigen Betriebsmittelpunkt wieder ein wenig lebendig werden lassen soll.Auf weiteren Tafeln werden Bilder vom Betrieb der Strecke, dem langsamen Verfall bis hin zum Abbau der Strecke gegenübergestellt.Ebenso werden erstmals Pläne von allen Bahnhöfen und Haltepunkten entlang der Strecke ausgestellt.

Gäste sehen auch nicht veröffentlichte Fotos

Der Vortrag zeichne sich dadurch aus, dass es nun gelungen sei viele Zeitzeugenaussagen und Dokumente von Zuhörern früherer Vorträge einzubinden und als Forschungsansatz zu nutzen, so dass so manche bisher offene Frage geklärt oder Ungenauigkeiten richtig gestellt werden konnten, sagt der Gladenbacher Stefan Runzheimer. Dieser Vortrag soll ältere und jüngere Menschen gleichermaßen ansprechen. „Den Älteren soll er schöne Erinnerungen, die er vielleicht mit dieser Bahnstrecke hat, ein Stück zurück bringen und den Jüngeren, die diese Strecke nicht bewusst mehr erlebten, zeigen, was unserer Region mit dem endgültigen Aus der Strecke verloren ging“, erklärt Hemberger.

„Wir würde uns freuen, wenn die Zuhörer des Vortrages sich im Anschluss rege über ihre Erlebnisse an und mit dieser Strecke austauschen würden“, sagt er und ergänzt: „Schön wäre es, wenn Fotographien, Fahrkarten und anderes, das an die Geschichte und den Betrieb erinnern, ausgetauscht und gesammelt werden könnten zur Schaffung eines umfangreichen Archivs der Geschichte dieser einst so wichtigen Bahnverbindung.“ Wie die vergangenen Vorträge gezeigt hätten, stecke darin ein sehr großes oftmals unterschätztes Potential, insbesondere für die Zeit vom Bahnbau bis 1970, da sich dort noch die größten Lücken befinden, sagt er.

Gladenbach wirdBahnbetriebsmittelpunkt

Größte sichtbare Erinnerung an die seit 20 Jahren stillgelegte Strecke ist in Gladenbach das 1898 entstandene Bahnhofsgebäude. Als es damals fertiggestellt war, wurde Gladenbach zum Bahnbetriebsmittelpunkt der Nebenstrecke Niederwalgern-Weidenhausen. Das bedeutete unter anderem, dass dort außer einem zweiständigen Lokschuppen auch noch eine Bekohlungs- und Bewässerungsanlage, ein Güterumschlagplatz sowie eine umfangreiche Gleisanlage entstanden. In der Folgezeit wurden durchgehende Züge nach Marburg, Lollar, Gießen, Wetzlar und Dillenburg eingesetzt, die den Pendler- und Schülerverkehr verbesserten. Gladenbach wurde damit wieder zu einem bedeutenden Verkehrsknoten des Hinterlandes. 1901 wurde die Bahnstrecke bis nach Hartenrod, ein Jahr später nach Herborn verlängert, im Juni 2001 wurde die Strecke Niederwalgern-Herborn stillgelegt.

von Hartmut Berge

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