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Gladenbachs Beitrag zu fairem Handel

Fairtradt-Town Gladenbachs Beitrag zu fairem Handel

Seit 2011 trägt die Hinterlandkommune den Titel "Fairtrade-Town". Gladenbach erhielt als 51. deutsche Stadt das Prädikat und stellt am Montag ein Schild am Ortseingang auf.

Gladenbach. Die Fairtrade-Town-Kampagne wurde vor 14 Jahren von dem Verein „TransFair“ entwickelt, um den fairen Handel auf kommunaler Ebene besser zu fördern und die Zusammenarbeit von lokaler Politik, Wirtschaft und Bevölkerung zu stärken. Heute tragen mehr als 1500 Städte in 24 Ländern weltweit diesen Titel.

„TransFair“ unterstützt seit mehr als 20 Jahren die Kleinbauern des globalen Südens nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“, so dass diese ihre Lebensverhältnisse aus eigener Kraft verbessern können.

Dazu produziert die Organisation nicht selbst, sondern vergibt das Fairtrade-Siegel an gerecht gehandelte Produkte. Ziel ist es, das Bewusstsein der Konsumenten für Nachhaltigkeit zu erhöhen und eine Verbindung zwischen ihnen und den Produzenten in den Dritte-Welt-Ländern zu schaffen. Neben „TransFair“ arbeiten 30 weitere Organisationen an dieser Kampagne mit, unter anderem der evangelische Entwicklungsdienst „Brot für die Welt“ und Unicef.

Doch was musste Gladenbach, außer der Bewerbung, tun, um Fairtrade-Town zu werden? Um das Prädikat zu erhalten, müssen fünf Kriterien erfüllt werden.

n Zunächst musste ein Beschluss der Stadtverordneten zur Unterstützung des fairen Handels gefasst werden und bei jeder öffentlichen Sitzung müssen fair gehandelter Kaffee und ein weiters Fairtrade-Produkt angeboten werden.

n Der nächste Schritt war die Gründung einer Lenkungsgruppe zur Koordination der Kampagne, die aus mindestens drei Personen aus Politik, Wirtschaft und Bevölkerung bestand.

n Des Weiteren müssen die lokalen Einzelhandelsgeschäfte, Floristen, Cafés und Restaurants mindestens zwei fair gehandelte Produkte anbieten.

n Öffentliche Einrichtungen, wie zum Beispiel Schulen, Vereine oder Kirchen, sollten diese Produkte ebenfalls verwenden und zudem Bildungsveranstaltungen zum Thema „Fairer Handel“ ausrichten.

n Zudem musste öffentlichkeitswirksam auf die Aktion hingewiesen werden.

Diese fünf Kriterien erfüllt Gladenbach und zählt daher seit drei Jahren zu den 268 deutschen Fairtrade-Städten. In ganz Deutschland bieten somit etwa 42000 Geschäfte, 20000 gastronomische Betriebe und 280 Firmen rund 4000 verschiedene fair gehandelte Produkte an, darunter beispielsweise Kaffee, Tee, Schokolade, Honig, Bananen, Reis und Textilien aus Fairtrade-Baumwolle.

Ein Vorteil der Fairtrade-Produkte seien zudem ihre qualitative Hochwertigkeit und die dadurch entstehenden langfristigen Handelsbeziehungen zu den Kleinbauern, so wird es auf der Internetseite der Fairtrade-Towns (www.fairtrade-towns.de) beschrieben.

Positiv sei auch, dass die Armut in den Entwicklungsländern durch „TransFair“ bekämpft wird. Die Fairtrade-Prämie werde für Soziales, Infrastruktur und Bildung eingesetzt, beispielsweise für den Bau von Schulen oder Gesundheitszentren. Somit werde Kindern eine schulische Ausbildung an Stelle von Kinderarbeit ermöglicht. Weiterhin heben die Organisatoren hervor, dass umweltschonende Methoden besonders gefördert werden.

Die Kampagnen finden nicht nur bei Städten und Gemeinden weltweit Anklang, auch Prominente unterstützen den fairen Handel. Vertreter der Politik, beispielsweise Heidemarie Wieczorek-Zeul oder Bärbel Dieckmann, und des Einzelhandels, wie Stefan Genth, äußern sich sehr positiv zur Fairtrade-Town-Kampagne.

Schauspielerin Cosma Shiva Hagen und die Direktorin des Deutschen Fußball-Bundes, Steffi Jones, engagieren sich aktiv als Fairtrade-Botschafterinnen.

Neben der Verleihung des Fairtrade-Produkt-Siegels und des Fairtrade-Town-Prädikats an Städte und Kommunen entwickelt „TransFair“ immer neue Aktionen und Kampagnen, um den gerechten Handel stärker im Alltag der Konsumenten zu verankern.

Zusätzlich zu den Städten und Gemeinden können sich auch Schulen und Hochschulen für den Titel „Fairtrade-School/-University“ bewerben.

Außerdem möchte „TransFair“ die 268 deutschen Städte stärker miteinander vernetzen, in dem seit 2003 alle zwei Jahre die „Hauptstadt des Fairen Handels“ gekürt wird. Mit diesem Titel wurden bisher folgende fünf Städte ausgezeichnet: Rostock (2013), Bremen (2011), Marburg (2009), Düsseldorf (2007) und Dortmund (2003 und 2005).

Gladenbach erhielt 2011 als zweite Stadt im Landkreis (nach Marburg) und als 51. deutsche Stadt den Titel „Fairtrade-Town“. Gerade unter den Kleinstädten ist die Kommune somit ein Vorreiter im Bereich des fairen Handels.

Aktuell informieren hauptsächlich die Aktionen des Gladenbacher Weltladens die Konsumenten über das Konzept Fairtrade, beispielsweise am Tag des Weltladens im Mai

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von Johanna Stein

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