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Gladenbacher muss 52 Monate in Haft

Betrugsdelikte Gladenbacher muss 52 Monate in Haft

Wegen vielfachen Betrugs verurteilte das Marburger Amtsgericht einen 28-jährigen Gladenbacher zu einer Gefängnisstrafe von insgesamt vier Jahren und vier Monaten.

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In der gestrigen Gerichtsverhandlung ging es auch um den betrügerischen Kauf von Schafen.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Weil der Angeklagte zwei Taten im Gegensatz zu den anderen nicht einräumte, diese aber im Hinblick auf den Gesamtumfang kaum Auswirkungen gehabt hätten, stellte das Gericht diese gestern ein, und urteilte „nur“ über 13 Taten.

Zuletzt gestand der 28-jährige Gladenbacher noch, einen Lastwagen in betrügerischer Absicht erworben zu haben, ohne den Kaufpreis von mehr als 30000 Euro bezahlen zu wollen und zu können.

Bereits am ersten Verhandlungstag hatte er zugegeben, unter anderem Vieh, wie Schafe und Rinder, Mobiltelefone oder ein Bett gekauft zu haben, ohne zu bezahlen oder nur Anzahlungen geleistet zu haben. Bei einem Versuch blieb der Betrug bei einem Grundstückskauf, da die Freigabe erst bei Bezahlung erfolgt wäre.

Zum Kauf des Lastwagens hatte er zunächst angegeben, er sei nicht darüber informiert worden, dass er einen Leasingvertrag bedienen sollte. Er habe dem Verkäufer den Wagen zurückgegeben. Dieser habe ihm dann mit einer Anzeige gedroht, wenn er nicht 1000 Euro zahle.

Der Zeuge stellte die Sache anders dar. Nachdem es kein Geld gab, habe er das Sattelzugfahrzeug zurückhaben wollen. Der Angeklagte habe ihn mehrfach vertröstet und immer wieder andere Orte zum Abholen genannt.

Nach einigen Tagen habe man sich bei einem Autohändler in Siegen getroffen, der ihm mitteilte, der 28-Jährige habe den Wagen weiterverkaufen wollen. Das bestätigte der Händler, der einen Auflieger für den Gladenbacher bestellt hatte. Der Lastwagen habe als Anzahlung dienen sollen.

„Er hatte nichts und er wollte immer mehr, deshalb hat der Angeklagte unterschiedlichste Menschen an der Nase herumgeführt“, resümierte Staatsanwalt Christian-Konrad Hartwig in seinem Plädoyer. Er forderte zweimal zwei Jahre und acht Monate Haft, zumal der einschlägig Vorbestrafte unter Bewährung gehandelt habe.

Dass es zwei einzelne Strafen gab, lag an einer Verurteilung im Tatzeitraum. Die davor begangenen Betrugsfälle konnten mit den dort verhängten zehn Monaten zusammengezogen werden. Für die danach begangenen sechs Betrugsdelikte musste wegen der Zäsurwirkung eine neue Strafe verhängt werden.

Die Verteidigung verwies darauf, dass insgesamt mehr als fünf Jahre zu viel seien. Sein Mandant habe keinen so großen Schaden angerichtet, wie beispielsweise der Bad Endbacher, der sich derzeit vor dem Landgericht wegen Internetbetrugs verantworten muss und dem 6,5 bis 7,5 Jahre zugesagt worden seien. Er halte insgesamt drei Jahre für ausreichend, zumal es wohl noch einen Bewährungswiderruf geben werde und ein weiteres Jahr Haft hinzukomme, so der Anwalt.

Bei dem aus Paraguay ausgelieferten Betrüger seien es 300000 Euro Schaden, aber hier auch etwa 130000 Euro, stellte letztlich der Vorsitzende Richter Dominik Best in seiner Urteilsbegründung fest, auch wenn, wie er einräumte, vieles wieder den rechtmäßigen Eigentümern zurückgegeben worden sei.

Das ausgesprochene Strafmaß von zweimal zwei Jahren und zwei Monaten Haft sei in jedem Fall tat- und schuldangemessen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

von Heiko Krause

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