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Gladenbacher erhält Bewährungsstrafe

Aus dem Amtsgericht Gladenbacher erhält Bewährungsstrafe

Eine letzte Chance hat das Marburger Amtsgericht einem Gladenbacher
 gegeben, der seine
 Ehefrau geschlagen und
bedroht hat.

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Ein 43-Jähriger wurde zu zwei Jahren Haft wegen Körperverletzung, Nötigung und Bedrohung verurteilt.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Der Gladenbacher wurde gestern vor dem Amtsgericht in Marburg wegen Körperverletzung, Nötigung und Bedrohung und wegen vorsätzlichen Vollrauschs – weil er bei einer Polizeikontrolle volltrunken mit mindestens 2,8 Promille Alkohol im Zustand der Schuldunfähigkeit auf einen der Beamten zugefahren war – verurteilt.

Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Dominik Best verhängte gegen den 43-Jährigen eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren, die auf fünf Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Als Auflagen muss er sich einer stationären Alkoholtherapie unterziehen und 150 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Nachdem sich seine Ehefrau von dem Angeklagten getrennt hatte, hat er sie laut Anklage im Herbst vergangenen Jahres in ihrer Wohnung aufgesucht und Geld für Alkohol gefordert. Um der Forderung Nachdruck zu verleihen, habe er sie an den Haaren gezogen, mit den Fäusten auf den Kopf geschlagen und gewürgt. Letztlich soll sie ihm knapp 500 Euro ausgehändigt haben. Die 36-Jährige bestätigte das.

„Morgen kommt der Leichenwagen“

Der Angeklagte bestritt allerdings, zugeschlagen zu haben. Atteste belegten jedoch Hämatome, womit für das Gericht die Körperverletzung feststand. Zugegeben hat der Gladenbacher, zwei Tage später der Frau in Gladenbach die Geldbörse und das Mobiltelefon aus der Handtasche entrissen zu haben. Dieser Vorwurf wurde im Hinblick auf die schwereren Taten eingestellt.

Verurteilt wurde der Gladenbacher aber wegen Bedrohung: „Morgen kommt der Leichenwagen, wenn du mich auf der Straße schlafen lässt“, habe 
eine Nachricht gelautet. Das könne stimmen, so der Mann. „Ich habe viel geschrieben.“

Der Gladenbacher ist zudem bei einer Kontrolle einfach weitergefahren. „Das war eine der gemütlichsten Verfolgungsfahrten, die ich erlebt habe, er hat sich an die Verkehrsregeln gehalten und hat einfach nur nicht angehalten“, berichtete ein Polizeibeamter über den Vorfall, an den sich der Angeklagte nach nicht erinnern kann.

„Im Zentrum steht die Alkoholsucht des Angeklagten und auf die muss eine Antwort gefunden werden“, fasste Staatsanwalt Sebastian Brieden zusammen. Auch frühere Straftaten stünden in diesem Zusammenhang.

Nur weil der 43-Jährige ausdrücklich einer stationären Therapie zugestimmt hat, sei die Aussetzung zur Bewährung noch möglich. Briedens Plädoyer schloss sich Verteidigerin Nadin Nitz an: „Die Ursache für alles ist der 
Alkohol“. Ihr Mandant liebe seine Familie, „es gibt viele Gründe, das Problem anzugehen“, sagte Nitz.

von Heiko Krause

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