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Gladenbacher auf Schusters Rappen unterwegs

Grenzgang Gladenbacher auf Schusters Rappen unterwegs

Das Wandern sei nicht nur des Müllers Lust, versichert der MGV, und der Zweigverein des OHGV pflichtet ihm bei. Beim ersten Gladenbacher Grenzgang soll diese These belegt werden.

Gladenbach. Am Sonntag, 22. Juni, ist Grenzgang in Gladenbach. Diesen Termin sollten sich alle Wanderfreunde merken, nicht nur die Kernstädter, empfehlen Oliver Wilhelm, zweiter Vorsitzender des Männergesangvereins Gladenbach (MGV), und Rainer Friebertshäuser, Vorsitzender des Zweigvereins Gladenbach im Oberhessischen Gebirgsverein.

Der MGV legt zwar seinen Schwerpunkt auf das Singen, versteht es aber auch vortrefflich, Feste zu organisieren, das traditionelle Kirschenmarktfrühstück ist nur ein Beispiel dafür. Die Feste in der MGV-Hütte sind ohnehin legendär.

Und im Sommer treibt es die sangesfreudigen Männer hinaus in die Natur. „Am 17. Juni, später an Fronleichnam luden wir zur Wanderung mit den Familien ein“, erinnert Oliver Wilhelm. Zuletzt schien es so, als ob sich das Wandern nicht mehr so großer Beliebtheit erfreuen würde wie noch vor Jahren.

Im Anschluss, beim gemütlichen Beisammensein, war zwar immer ordentlich was los, „aber an den Touren nahmen immer weniger Leute teil“. Also machte man sich Gedanken, wie man die Wandertour beleben könnte. Und weil MGV und OHGV gut miteinander können, waren die Wander-Experten bei der Projektplanung schnell mit im Boot. Künftig wollen beide Vereine jährlich gemeinsam einen Grenzgang organisieren mit Abschluss - wechselweise - in dem jeweiligen Vereinsheim. Der OHGV ist die komplette Route längst abgelaufen, sie misst 14 Kilometer. Weil die gesamte Strecke zu lang für eine gemütliche Familientour wäre, an der schließlich auch ältere Mitbürger und Kinder teilnehmen sollen, wollen die Organisatoren in jedem Jahr nur die Hälfte der Kernstadtgrenze ablaufen. In diesem Jahr findet der Abschluss in der MGV-Hütte statt, im nächsten Jahr am Wanderheim des OHGV-Zweigvereins am alten Schwimmbad.

Die erste Grenzgangstour am 22. Juni startet um 9 Uhr am Gladenbacher Marktplatz.

Eigentlicher Ausgangspunkt des Grenzgangs ist am alten Gladenbacher Bahnhof, der Weg dorthin führt fast nur bergab und ist ideal zum „Warmlaufen“. Von dort aus geht es - entlang der Gemarkungsgrenze zu Erdhausen - hinauf zur „Lammerich“. Auf dem Frühstücksplatz gibt‘s eine zünftige Rast. Mitglieder der beiden Vereine versorgen die Grenzgänger kostenlos mit Wurst, Brot und Gurken. „Gleichwohl würden wir uns über die eine oder andere Spende freuen“, sagt Wilhelm, ein Spendenschweinderl wird aufgestellt.

Größter Teil der Route verläuft auf der Grenze

Auf der „Lammerich“ gibt es nicht nur Speis und Trank: Ernst Schönauer, aktives Mitglied in beiden Vereinen, wird in einem kleinen Vortrag über Gladenbachs Geschichte referieren. Im Anschluss geht‘s weiter entlang der Grenze Richtung Kehlnbach, durchs Zillertal und schließlich zum Ziel der Grenzgangs-Etappe 2014, der MGV Schutzhütte oberhalb des Reitplatzes. Dort soll der Tag mit einem gemütlichen Beisammensein ausklingen. Die Köche und Küchenhelfer des MGV werden Erbsensuppe, Würstchen und Pommes kredenzen. Es gibt reichlich kühle Getränke und am Nachmittag Kaffee und Kuchen.

Gutes Schuhwerk und dem Wetter entsprechende Kleidung empfehlen die Veranstalter den Teilnehmern. Der weitaus größte Teil der Route verlaufe auf der tatsächlichen Grenze, berichtet Rainer Friebertshäuser. Wo es zu holprig wird, weicht man auf angrenzende, für Kinderwagen geeignete Wanderwege aus.

Das Tempo werde den Teil­nehmern angepasst, es werde niemand zurückgelassen, versprechen die Organisatoren.

Der Gladenbacher Grenzgang soll keine Kopie der traditionellen Großveranstaltungen etwa im Lahntal werden, sondern eine gemütliche Partie für die gesamte Familie. Und auf noch eins legen Friebertshäuser und Wilhelm wert: Willkommen sind nicht nur Vereinsmitglieder und die Kernstädter, sondern alle, die gerne wandern und feiern und sich zudem noch für die Geschichte der Heimat interessieren.

von Hartmut Berge

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