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Teilregionalplan Energie

Gladenbacher Windräder verhindern

Kann die Gemeinde Dautphetal verhindern, dass Gladenbach mit dem neuen Teilregionalplan Energie die Möglichkeit erhält, bei Herzhausen Windräder zu errichten?
Windräder, die auf Gladenbacher Gemarkung in Sichtweite zu Herzhausen entstehen könnten, ­bereiten den Dautphetaler Kopfschmerzen, weil der neue Entwurf des Teilregionalplans Energie diese Möglichkeit eröffnet. Archivfoto

Windräder, die auf Gladenbacher Gemarkung in Sichtweite zu Herzhausen entstehen könnten, ­bereiten den Dautphetaler Kopfschmerzen, weil der neue Entwurf des Teilregionalplans Energie diese Möglichkeit eröffnet.

© Archiv

Dautphe. Das Thema Windkraft wehte am Dienstagabend im Sitzungssaal des Dautphetaler Rathauses ordentlich die Positionen der Fraktionen auf. Es ging um eine Stellungnahme zum Entwurf des Mittelhessischen Teilregionalplans Energie, die nach einer Diskussion, die rund 25 Minuten dauerte, bei 3 Nein-Stimmen und 3 Enthaltungen in einer Ablehnung der Vorlage mündete.

Diese sah als Stellungnahme vor, dass die Gemeinde keine Anregungen und Bedenken gegen die Vorranggebiete für die Windenergie vorzubringen habe, ebenso wenig bei den Vorhaltegebieten für Fotovoltaik­anlagen und den Suchräumen für Biogasanlagen, über die aber nicht gesprochen wurde.

Es ging ausschließlich um die Windenergie und hierbei vor allem um das als Vorrangfläche vorgesehene Gebiet bei Herzhausen auf dem Streichen- und Teile des Dusen- und Kaltenbergs. Dieses war gegenüber dem ursprünglichen Plan erst verkleinert worden, weil eine Sichelbildung um den Dautphetaler Ortsteil herum vermieden werden sollte. Da passte es gut, dass es im Gebiet des Kaltenbergs einen „tradierten“ Schwarzstorch-Horst gab. Nun wurde aber festgestellt, dass der Horst seit Jahren nicht mehr belegt wurde und die Sichel ist wieder da.

Hin und her in Herzhausen

Die stört jetzt offenbar weniger, dafür ging es bei den Überlegungen um einen Einwand mehr um die Möglichkeit, dass auf Gladenbacher Gebiet dieses Vorranggebietes Windräder aufgestellt werden können. „Wie können wir verhindern, dass uns dasselbe passiert wie bei Holzhausen?“, fragte SPD-Fraktionschef Joachim Ciliox.

Das sei unwahrscheinlich, erklärte Fachbereichsleiter Hermann Henkel. Die vor einiger Zeit in Herzhausen gegründete Genossenschaft, die an der Errichtung von Windrädern interessiert war, habe ermittelt, dass auf der Gladenbacher Seite unterhalb des Kamms die Windhöfigkeit nicht groß genug sei, um einen Ertrag zu erwirtschaften. Zudem sei das Waldgebiet in Kleinparzellen vieler Privateigentümer aufgeteilt, von denen ein Großteil nicht bereit war, ihr Grundstück zu verkaufen oder zu verpachten.

Es sei aber so, dass alle paar Monate Investoren durch den Ort ziehen und den Parzellenbesitzern erklären, Erträge zu erwirtschaften sei sehr wohl möglich, erklärte Klaus Ronzheimer von den Freien Wählern. Die Gewinnaussichten und die Blockadehaltung führen immer wieder zu Konflikten im Ort, erklärte der Herzhäuser.

Vorranggebiete Weißenberg und Hilsberg unangetastet

Die geringe Windhöfigkeit, der nicht zu erwartende Ertrag und die Unverkäuflichkeit der Grundstücke sowie die Tatsache, dass die Gemeinde mit dem Weißenberg ihre Windkraftpflicht erfülle, seien aber keine fachlichen Argumente, die zu einer Änderung des Teilregionalplans führen würden, gab Bauamtsleiter Ralf Mevius zu bedenken.

Doch auch Sozialdemokrat Helmut Griesel blieb hartnäckig und will eine ablehnende Stellungnahme abgeben lassen, denn so „können wir den Herzhäusern sagen, wir haben es versucht.“ Man werde sich bis Montag überlegen, wie wir eine Anregung „hinbekommen“, kündigte Ciliox eine Stellungnahme für die Gemeindevertretersitzung an. Schließlich wurde eine Stellungnahme ohne Anregungen und Bedenken mit den Stimmen der SPD ­abgelehnt, weil die CDU- und FW-Vertreter sich enthielten.

Zuvor hatte Mevius noch erläutert, dass es an den vorgesehen Vorranggebieten am Weißenberg und Hilsberg kleine Änderungen gibt. Wegen der mache eine Stellungnahme aber keinen Sinn, weil die Planung des Windparks auf dem Weißenberg auf dem neuen Entwurf fußt und das zusätzliche Stückchen am Hilsberg auf Dautphetaler Gemarkung so klein sei, dass dort nichts errichtet werden könne.

von Gianfranco Fain


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