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Ein Schulraum für 100 Kinder

Besuch in Tansania Ein Schulraum für 100 Kinder

Während die Schüler der Adolf-Diesterweg-Schule Weidenhausen sechs ­Wochen lang die Ferien genießen konnten, reiste ­eine ihrer Lehrerinnen nach Ostafrika, um dort selbst zu unterrichten.

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Beim Bau der neuen Schulgebäude im Nordosten Tansanias helfen neben Dorfbewohnern auch die Schüler tatkräftig mit.

Quelle: privat

Weidenhausen. Drei Wochen lang lebte Astrid Nüßlein mit den Lehrern in Tansania zusammen und erlebte deren Alltag. „Es war eine unglaubliche Zeit mit vielen Eindrücken und Erkenntnissen“, berichtet die Weidenhäuser Grundschullehrerin. Zehn Tage lang hospitierte sie in der Kilimani Primary School in Mtonga, einem Vorort der Stadt Korogwe im Nordosten Tansanias. Kontakte zu einem ehemaligen Schulleiter der Schule­ knüpfte sie im vorigen Jahr während einer privaten Reise in das ostafrikanische Land. Im Juli ­erlebte die Grundschullehrerin dann den tansanischen Schulalltag.

Während ihrer Zeit in der dortigen Schule, so berichtet Nüßlein, wurde sie vom Kollegium herzlich aufgenommen, durfte­ sich Unterrichtsstunden anschauen, mitvorbereiten und selbst unterrichten. Neben vielen Unterschieden stellte sie auch einige Gemeinsamkeiten innerhalb der Klassenzimmer fest. „Einen Tag saß ich im Ma­theunterricht einer dritten Klasse und merkte, dass die Lehrerin dieselben Methoden anwendet, wie wir es in Deutschland tun, um den Schülern denselben Schulstoff beizubringen“, erzählt die Pädagogin.

Vortrag mit Fotos und Videos am 24. Oktober

In der Kilimani Primary School werden 1066 Kinder von 24 Lehrern betreut. Fast 100 Kinder gleichzeitig in einem Klassenraum zu unterrichten, sei dabei keine Seltenheit, berichtet Nüßlein. Um dieses Problem zu lösen, soll nun die Zahl der Schulgebäude verdoppelt werden. Beim Bau helfen sowohl die Dorfbewohner als auch die Schüler selbst.

Neben den sieben Grundschuljahren gibt es auch die „Preschool“. In dieser Vorschule lernen Vierjährige den ersten Umgang mit Zahlen und Buchstaben. Eine weitere Besonderheit der Schule ist der Förderschulzweig, in dem geistig und körperlich benachteiligte Kinder von den Lehrern unterrichtet werden.

„Die Kilimani Primary School ist die größte Schule im Stadtbezirk Korogwe. Es ist schön zu sehen, wie viel Wert dort auf Bildung und Chancengleichheit für die Kinder gelegt wird“, erklärt Nüßlein. Die Kontakte, die sie während ihrer Zeit in Korogwe geknüpft hat, möchte sie nutzen, um weiterhin mit der Schule zusammenzuarbeiten.
Eine Schulfreundschaft zwischen der Kilimani Primary School und der Adolf-Diesterweg-Schule (ADS) Weidenhausen sei naheliegend. So könnten die Lehrerkollegen einiges voneinander lernen und die Schüler könnten über Brieffreundschaften oder Ähnliches, Kontakte knüpfen.

  • Am 24. Oktober hält Nüßlein einen Vortrag über ihre Erlebnisse und den Alltag an der tansanischen Schule. Beginn in der Aula der ADS ist 18.15 Uhr. Bilder und Videos bereichern die Erzählungen der Lehrerin über ihre dreiwöchigen Reise.

von Jennifer Stein

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