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Stadt und Verein wollen Zukunft sichern

Weidenhäuser Freibad Stadt und Verein wollen Zukunft sichern

Im Weidenhäuser Freibad bröckelt an vielen Stellen der Beton, die Technik ist veraltet. Der Förderverein und die Stadt wollen nun ein Sanierungskonzept
erarbeiten, um das Bad zu erhalten.

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Die Weidenhäuser Schwimmbadfreunde bei ihrem ersten Arbeitseinsatz in diesem Jahr. Am 25. Mai soll die Badesaison eröffnet werden.

Quelle: Michael Tietz

Weidenhausen. Wie ist es um die Zukunft des Freibades bestellt? Diese Frage beschäftigt die Schwimmbadfreunde Weidenhausen schon lange. Deshalb suchte der Vorstand des Fördervereins nun das Gespräch mit dem Bürgermeister und Mitarbeitern der ­städtischen Tochtergesellschaft „Stadtmarketing – Energie – ­
Bäder“ (SEB).

Bei gutem Wetter wird die Freibad-Saison in Weidenhausen am 25. Mai eröffnet. Die Stadt nimmt jedes Jahr 10.000 bis 
12.000 Euro in die Hand, um die Anlage wieder herzurichten – auch diesmal.

Die Wasserleitung zu den ­Duschen musste repariert werden. „Lochfraß. Wir hatten drei Brüche auf einem Meter“, ­erklärte Heinrich Reitz, Technischer Leiter der Gladenbacher Schwimmbäder. Außerdem mussten 50 Beckenköpfe­ (Kante am Beckenrand) ausgetauscht werden, ein neuer­ Anstrich war ebenfalls fällig. Hinzu kamen Risse in den Rinnen, die mit einem Spezialharz abgedichtet werden. „Alles nur eine Notlösung“, sagte Reitz mit Blick auf die immer wiederkehrenden Schäden sowie auf die alte Badtechnik und die sanitären Anlagen. Die Freizeitanlage war Anfang der 1960er-Jahre errichtet worden.

SEB-Geschäftsführer bekennt sich zum Freibad

„Deshalb wäre ein ganzheitliches Modernisierungskonzept wichtig“, betonte Martin Ruppert, Vorsitzender der Schwimmbadfreunde. Und weil eine solche Bestandsaufnahme samt Kostenschätzung von einer Fachfirma wohl nicht zum Nulltarif zu haben ist, würde sich der Förderverein auch finanziell an der Erstellung beteiligen. Wohin der Weg führen könnte, zeigte Heinrich Reitz während der Gesprächsrunde auf. Mindestens 1,2 Millionen Euro, so die grobe Schätzung, wären für neue Edelstahlbecken, Technik und sanitäre Einrichtungen nötig.

Ein klares Bekenntnis zum Freibad bekamen die Mitglieder des Fördervereins von SEB-Geschäftsführer Rolf Baumann: „Es gibt keine Alternative zu dem Freibad.“

Auch Bürgermeister Peter Kremer (parteilos) unterstrich die Attraktivität der Freizeitanlage­ in Weidenhausen. Als Kämmerer müsse er jedoch auch die Kosten im Blick behalten. Den 30.000 Euro auf der Einnahmenseite würden jedes Jahr Ausgaben von 120.000 Euro gegenüberstehen. Bei einer Millioneninvestition für die Modernisierung steigt der Kapitaldienst für das Freibad laut Kremer auf 200.000 Euro pro Jahr.

Details werden im Juni besprochen

Letztendlich müsse das Stadtparlament entscheiden, ob und in welchem Umfang in das Freibad investiert werde, so der Bürgermeister. Und genau deshalb ist ein Kostenvoranschlag unerlässlich, da waren sich alle Beteiligten einig. „Ebenso muss geprüft werden, welche Fördertöpfe genutzt werden können“, betonte Stefan Düppers, Kassierer des Fördervereins. Auch diese Information sei eine wichtige Entscheidungsgrundlage für die politischen Gremien in der Stadt.

Im Juni wollen Schwimmbadfreunde, Bürgermeister und SEB-Vertreter bei einem weiteren Gespräch erste Details für ein mögliches Modernisierungskonzept besprechen.

Zur Attraktivitätssteigerung könnte aus Sicht der Schwimmbadfreunde dazu beitragen, dass die Tageskarte tatsächlich einen Tag lang gilt. Sprich: Wenn ein Schwimmer am Morgen ein paar Bahnen im Freibad ziehen will und dann am Nachmittag erneut ins erfrischende Nass springen möchte, sollte er nur einmal dafür bezahlen müssen. Dieser Vorschlag der Schwimmbadfreunde setzte sich nicht durch, dafür aber folgender: Schüler und Studenten ab dem 17. Lebensjahr können von der Familien-Jahreskarte (115 Euro) profitieren.

von Michael Tietz

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