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„Streichholz-Führerschein“ in der Tasche

Feuerwache wird zum Klassenzimmer „Streichholz-Führerschein“ in der Tasche

Wie schwer ist die Ausrüstung der Einsatzkräfte? Ist Wasser immer zum Löschen geeignet? Und wie lang sind die Schläuche? Die Schüler fragten interessiert nach. 

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Feuerwehr zum Anfassen: So ein Ansaugschlauch ist ganz schön schwer, stellten die Schüler fest.

Quelle: Michael Tietz

Weidenhausen. Einen besonderen Unterrichtstag erlebten die Zweitklässler der Adolph-Diesterweg-Schule Weidenhausen. Mehr als 40 Mädchen und Jungen unternahmen einen Ausflug in die Ortsmitte. Dorthin, wo die „roten Riesen“ zu Hause sind. „Feuerwehr zum Anfassen“ stand für die Kinder auf dem Stundenplan.

Bestens vorbereitet traten die Grundschüler den Besuch bei der Freiwilligen Feuerwehr Weidenhausen an. „Im Sachkundeunterricht haben sich beide Klassen intensiv mit dem Thema Feuer beschäftigt“, erklärte Lehrerin Dorothea Speier. Dazu experimentierten die Zweitklässler auch im Schülerlabor. Dort testeten sie, wie ein Streichholz richtig angezündet wird, welche Materialien brennen und welche nicht und wann ein Feuer ausgeht. Alles selbstverständlich unter dem Gesichtspunkt der Brandschutzerziehung. „Die Kinder haben jetzt den Streichholz-Führerschein“, erzählte Dorothea Speier.

Für den Ausflug zur Feuerwache erarbeiteten die Schüler einen umfassenden Fragenkatalog. Die Antworten lieferten Wehrführer Alexander Scheiwe­ und seine Kollegen Eric Bobenau, Maik Waldschmidt und Christian Powöls sehr anschaulich – mit kleinen Vorführungen und einem Rundgang durch den Fuhrpark der Wehr. Dabei erfuhren die Schüler unter anderem, wie ein Rettungsknoten funktioniert. „Der muss auch nachts um 3 Uhr sitzen, um eine Person aus dem Fenster abzuseilen“, erklärte Christian Powöls.

Ausrüstung der Einsatzkräfte wiegt bis zu 30 Kilogramm

Große Augen machten die Kinder, als Maik Waldschmidt ihnen die zehn Kilo schwere Schutzausrüstung vorstellte, die jeder Aktive trägt. Rund 30 Kilo schwer ist sogar die Ausstattung, die ein Atemschutzgeräteträger im Einsatz schleppen muss.

Und wie schaffen es die Feuerwehrleute, im Notfall schnell einsatzbereit zu sein? „Zu Hause die Kleidung griffbereit zurechtlegen, Einsatzhose über die Stiefel ziehen – dann geht’s ganz fix“, erklärte Alexander Scheiwe.

Die vier unterschiedlich großen und zwischen fünf und 25 Meter langen Schläuche nahmen die Schüler ebenfalls in Augenschein. „Das ist kein Elefantenrüssel, sondern ein Ansaugschlauch. Damit können wir das Wasser aus einem Fluss oder Teich holen“, erklärte Eric Bobenau den Kindern den rüsselartigen Aufsatz der Kreiselpumpe auf dem Löschgruppenfahrzeug (LF 16-TS).

Das Blaulicht  dürfen die Zweitklässler selbst anschalten

Das Blaulicht des Unimog (Rüstwagen) durften die Zweitklässler sogar selbst anschalten. „Einfach toll, einmal in so einem großen Auto sitzen zu dürfen“, freute sich Antonia und schaute hinter dem riesigen Lenkrad-Platz hervor.

„Was macht euch am meisten Spaß und was verdient ihr eigentlich?“, wollte Maurice abschließend wissen. Da musste­ Alexander Scheiwe nicht lange überlegen: „Anderen Leuten zu helfen – und wir verdienen nichts. Wir sind acht Frauen und 18 Männer in der Einsatzabteilung und die arbeiten alle ehrenamtlich.“ Dafür gab’s für die vier Aktiven einen dicken Applaus von den Schülern für diese besondere Unterrichtsstunde.

von Michael Tietz

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